Weitblickend: Die Komponenten von Lapp trotzen den harten Bedingungen beim Bau der modernsten Solaranlagen in Afrika.

Weitblickend: Die Komponenten von Lapp trotzen den harten Bedingungen beim Bau der modernsten Solaranlagen in Afrika. Lapp

Afrika setzt stark auf die Nutzung von Sonnenenergie. Immerhin haben heute noch immer rund 600 Millionen Menschen – rund die Hälfte der Bevölkerung – keinen Zugang zu elektrischem Strom. Eines der größten Projekte dieser Art wird gerade nahe Vryburg, einer Stadt knapp 400 Kilometer westlich von Johannesburg installiert. Eigentlich sollte die 100 Millionen Euro teure Anlage schon in diesem Sommer in Betrieb gehen. Durch die Corona-Krise allerdings verzögert sich die Fertigstellung, denn Südafrika gilt aktuell noch immer als Corona-Hotspot und überall gibt es Ausgangssperren.

Auf die SChnelle

  • Lapp ist am Bau der größten Photovoltaikanlage Südafrikas mit 2,3 Millionen Meter Kabel und 36 weiteren Komponenten beteiligt
  • Harte umgebungsbedingungen erfodern robuste Elemente

Trotz aller Hindernisse: Der Solarpark ist riesig. Das Gelände umfasst 150 Hektar. Zeitweise waren dort bis zu 400 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau beschäftigt. Mithilfe einer Bohrramme wurden die Pfähle für die Befestigung der Solarpanels 1,60 Meter tief in den steinigen Untergrund befördert. Für die Verteilstationen waren dafür sogar kleine Sprengungen nötig. Zum Schutz vor gefährlichen Wildtieren ist rund um das Gelände ein Zaun aufgebaut. Die Arbeit vor Ort ist ein gefährlicher Knochenjob. Die Sonne brennt, manchmal herrschen Temperaturen von 45 °C. Und am Boden lauern Schlangen, Skorpione und Zecken. Insgesamt wurden 262.000 Solarpanel – jeweils 1,90 auf 1,10 m – auf einer Fläche von fast 550.000 m² montiert. Das entspricht etwa 77 Fußballfeldern. 86 Megawatt beträgt die Leistung der Anlage. Der Strom wird ins öffentliche Netz gespeist. Damit werden bald rund 15.000 Haushalte in Südafrika mit Strom versorgt.

Photovoltaikanlage In Vryburg

Sensorsystem ermöglicht Neigung nach Sonnenstand

Hart im Nehmen, wie es die Wüste erfordert: Spezialkabel und Verbindungen von Lapp, etwa der Kabelschutzschlauch Silvyn EMC AS-CU

Hart im Nehmen, wie es die Wüste erfordert: Spezialkabel und Verbindungen von Lapp, etwa der Kabelschutzschlauch Silvyn EMC AS-CU. Lapp

Ein ausgeklügeltes Sensorsystem steuert später Motoren, die das leichte Gefälle im Solarpark ausgleichen und die Panels an den Sonnenstand anpassen. Je mehr Technik zum Einsatz kommt, desto leistungsfähigere Kabel und Verbindungslösungen werden benötigt. Rund 2,3 Millionen Meter Kabel von Lapp werden hier verbaut. Insgesamt kommen 36 verschiedene Produkte zum Einsatz. Die meisten Kabel liefert das Unternehmen nicht direkt auf die Baustelle, sondern über die Firma Hellermann Tyton. „Zu Lapp haben wir eine ganz besondere Beziehung“, erzählt Claude Middleton, Geschäftsführer von Hellermann Tyton Südafrika. „Denn die Kabel und Verbindungslösungen helfen dabei, unsere Produkte hochwertiger und damit einzigartig zu machen.“

Für den Solarpark wird beispielsweise der Kabelschutzschlauch Silvyn EMC AS-CU verwendet. Er hat einem Durchmesser von 17 Millimetern und besteht aus einem Metallwendel, der aufgrund der ineinander verhakten Profile extrem flexibel und dennoch stabil gegenüber äußerer Krafteinwirkung sowie mechanischer Bewegung ist. Er schützt die im Inneren verlegten Solar- und Motorenkabel. Sie verbinden die jeweils 80 cm breiten, 60 cm hohen und 30 cm tiefen Steuerungsboxen aus Stahlblech mit Motoren und Sensoren.

Planend: Alan Mulder (rechts) und Ayanda Dayimani von Lapp informieren sich vor Ort, wann welche Kabel benötigt werden

Planend: Alan Mulder (rechts) und Ayanda Dayimani von Lapp informieren sich vor Ort, wann welche Kabel benötigt werden Lapp

Die Boxen bestehen im Durchschnitt aus 250 Bauteilen. Sie sind das „Gehirn“, das später die Anlage intelligent steuert und damit auch die Effizienz sicherstellt. Das wichtigste Qualitätskriterium von Silvyn EMC AS-CU ist der Schutz vor elektromagnetischen Störungen, die im Extremfall den ganzen Park lahmlegen könnten. Was das bedeutet, erklärt Middleton. „Ich habe vor wenigen Dingen Angst, aber wenn es auf so einem Solarpark während eines Sommersturms gewittert und der Blitz einschlägt, möchte ich nicht dort sein“, erzählt er. Die dann kurzfristig auftretende Überspannung würde die sensible Steuerungstechnik in den Verteilerboxen nicht überstehen. Ebenfalls verbaut: Die vernickelten Messingschlauchverschraubungen Silvyn MSK-M BRUSH, die hunderte feine Kupferdrähte besitzen, die eine 360-Grad-Schirmung ermöglichen und so unerwünschte Überspannungen aus dem Inneren der Boxen fernhalten.

Anekdote aus der Wüste

Kabelverschraubungen von Lapp

Kabelverschraubungen von Lapp Lapp

Produktqualität ist das eine, Service und Beratung das andere. Als Chad Andrews, Geschäftsführer von Lapp Südafrika, bei einem Treffen mit Hellermann Tyton erfährt, dass das Unternehmen für ein anderes Testprojekt größere Verbindungslösungen benötigt, sichert er spontan sechs Kabelverschraubungen Skintop ST-M mit einem Durchmesser von 50 Millimetern zu. „Und wir legen auch noch gleich ein viereinhalb Meter langes Kabel dazu“, verspricht Andrews. Die Muster hat ein Lapp Mitarbeiter noch am selben Tag persönlich vorbeigefahren.

Maßgeschneiderte Steuerungsboxen

Maßgeschneidert: Der Bau der Steuerungsboxen ist Handarbeit

Maßgeschneidert: Der Bau der Steuerungsboxen ist Handarbeit Lapp

Für jedes Projekt baut Hellermann Tyton maßgeschneiderte Steuerungsboxen. In Handarbeit. Es ist eine Detailarbeit, bei der jeder Handgriff sitzen muss. „Wir konfektionieren die Kabel, bauen sie ein, testen jede einzelne Box und liefern sie aus – fast jede ist anders“, erzählt Middleton. „Am Ende bekommt der Kunde ein speziell auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Produkt, das er wie beim Plug-and-play aus der Computerbranche nur noch anschließen muss.“ Zwölf Mitarbeiter sind später für Betrieb und Wartung des Solarparks zuständig.

Lapp und die regenerative Energie

Auch an andere Stelle unterstützt Lapp regenerative Energie: Die Wellenkraftwerke von Philipp Sinn gewinnen Strom aus der Bewegungsenergie der Wellen. Seine Firma Sinn Power setzt dabei auf robuste Verbindungslösungen von Lapp.