Im Antriebsmodul der Pumpe kommen leicht modifizierte Motoren des Typs EC 9.2 flat zum Einsatz.

Im Antriebsmodul der Pumpe kommen leicht modifizierte Motoren des Typs EC 9.2 flat zum Einsatz. Maxon Motor

Die kleine Insulinpumpe passt in jede Hosentasche. MAxon Motor

Die kleine Insulinpumpe passt in jede Hosentasche. Maxon Motor

Unauffällig sieht es aus, das kleine schwarze Kästchen, das in jede Hosentasche passt. Darin aber verbirgt sich Technik auf sehr hohem Niveau. Es handelt sich um eine Insulinpumpe des Schweizer Herstellers Ypsomed. Je nach Bedarf pumpt das Gerät mit dem Namen Ypsopump eine genau vorgegebene Menge an Insulin durch eine schmale Kanüle ins Unterhautfettgewebe des Patienten. Der Vorteil: Diabetiker müssen sich nicht mehrmals täglich selbst spritzen, sondern nur alle paar Tage den Schlauch mit der Kanüle auswechseln. Einfach sind auch der Wechsel der Insulinampulle im Gerät oder das Einsetzen der Batterie. Mit etwas mehr als 80 Gramm ist die Pumpe leichter als jedes Handy. Via Bluetooth kommuniziert die Pumpe sogar mit Notebook oder Telefon und zeigt dort wichtige Therapiedaten an.

Die Pumpe selbst ist mit einem Touchscreen ausgestattet und intuitiv bedienbar. Sie eignet sich vor allem für Patienten mit Typ-1-Diabetes, die eine kontinuierliche und zuverlässige Insulinzufuhr benötigen und jede Mahlzeit mit zusätzlichem Insulin ausgleichen müssen. Die Einfachheit der Bedienung und der Einsatz neuster Technologien waren die Hauptziele bei der Entwicklung der Ypsopump. Zur Produktpalette von Ypsomed gehören auch Blutzuckermesssysteme, Pen-Nadeln sowie weitere Geräte und Dienstleistungen, die das Leben von Diabetikern einfacher machen.

Pumpe aus 50 Einzelteilen

Die aus rund 50 Einzelteilen bestehende Pumpe wird in der Schweiz produziert. Die Kunststoffteile stellt das Unternehmen selbst im Spritzgussverfahren her. Einer der wichtigsten Lieferanten ist Maxon. Im Antriebsmodul der Pumpe kommen leicht modifizierte Motoren des Typs EC 9.2 flat zum Einsatz. Sie treiben eine kleine Gewindestange an. An deren Ende befindet sich ein Stöpsel, der die Flüssigkeit in der Ampulle in den Schlauch und somit in den Körper drückt. Das Injektionssystem lehnt sich damit stark an den Mechanismus einer normalen Spritze an. Die Insulinausschüttung muss hochpräzise reguliert sein, weshalb auch der Antrieb ganz exakt arbeiten muss. Der Maxon Motor ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Insulinpumpe.

Die Homepage von Maxon Deutschland: www.maxonmotor.de

Pumpe hilft bei Diabetes Typ 1  

Der Zuckergehalt unseres Blutes ändert sich ständig. In einem gesunden Körper schüttet die Bauchspeicheldrüse regelmäßig Insulin aus. Dieses Hormon sorgt dafür, dass die Glucose – also der Zucker – von den Zellen aufgenommen werden kann und der Blutzuckerspiegel nicht zu hoch wird. Bei Diabetikern produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder zu wenig Insulin. Deshalb müssen sich Diabetiker das lebenswichtige Insulin «von außen» holen – mit Spritzen oder speziellen Pumpsystemen wie der Ypsopump. Dies gilt vorwiegend für Typ-1-Diabetiker und damit für eine Minderheit der Patienten. Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine bislang unheilbare Autoimmunerkrankung. Rund 90 % aller Diabetiker dagegen haben Typ-2-Diabetes. Diese Form der Diabetes tritt vor allem bei älteren und übergewichtigen Menschen auf. Durch gesunde Ernährung und genügend Bewegung kann man Typ-2-Diabetes in der Regel unter Kontrolle halten oder vorbeugen, ohne sich Insulin spritzen zu müssen.