all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In diesem Übersichtsbeitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen zusammen.

Wie hat sich Ihr Unternehmen mit den Corona-Einschränkungen arrangiert? Welche Maßnahmen wurden getroffen, um mit der Situation zurecht zu kommen?

Albin Markwardt, Compmall: Unser Ziel ist, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen und den Betrieb für unsere Kunden wie bisher fortzuführen und sie weiterhin beliefern zu können! Wir haben mehrere Szenarien gemäß Risikomanagement-Planung bewertet und folgende Kernmaßnahmen umgesetzt:

  • Mindestabstand, Masken und Mehrschichtbetrieb in der Produktion, um das Aufeinandertreffen der Mitarbeiter zu vermeiden und im Falle einer Quarantäne kann eine Schicht immer noch produzieren.
  • Home Office für Mitarbeiter in der Administration, im Vertrieb, Marketing etc. Eine Kernmannschaft ist im Büro.
  • Ständige Schulung und Überwachung bzgl. aktueller Kontaktschutzmaßnahmen
  • Schutzmasken und Handschuhe im Büro an die Mitarbeiter ausgegeben
  • Mindestabstandskontrolle nach dem 4-Augen-Prinzip
  • Sehr aktive Kommunikation mit Kunden bzgl. Lieferzeiten, Produktmöglichkeiten, Alternativen
  • Projektmanagement auf die Szenarien tagesaktuell abgestimmt
  • Lagerkapazität erhöht
  • Intensive aktive Arbeit mit Herstellern, Lieferanten und Speditionen, um Ware einigermaßen termingerecht liefern zu können.
Albin Markwardt, Geschäftsführer von Compmall

„Wir nutzen Expresswege, um Zeiten einzuhalten“, berichtet der Geschäftsführer von Compmall, Albin Markwardt. Compmall

Wie sieht die Exitstrategie aus, um zu einem ansatzweise „normalen“ Arbeitsalltag zurückzukehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein?

Albin Markwardt: Der Betrieb aus dem Home Office war ja vorher schon eingespielt, von daher gab es wenig Umstellung. Die Mitarbeiter, die im Büro arbeiten, müssen sich an konkrete Vorgaben halten:

  • Büroarbeit nur bei Tätigkeiten, die wirklich vor Ort erledigt werden müssen (Meetings gehen auch per Skype…)
  • Die Mitarbeiter müssen Maske, Handschuhe tragen und strenge aktuelle Sicherheitsrichtlinien im Büro beachten. Weitere Änderungen gab es nicht. Die Produktion, der Versand etc. läuft weiter.

Werden die Corona-bedingten Einschränkungen Ihren Arbeitsalltag und -organisation auch nach Ende der Epidemie nachhaltig verändern?

Albin Markwardt: Nein, wir hatten vorher schon relative Flexibilität und so machen wir auch weiter. Im Grunde muss sichergestellt sein, dass Entscheidungen getroffen werden können und vor allem geliefert werden kann. Das haben wir schon vor vielen Jahren im Rahmen unseres Qualitätsmanagements (ISO9001) und Risikomanagements umgesetzt. Insofern mussten wir durch Corona nur kleinere Anpassungen machen (z. B. Masken, Abstand etc.). Unsere Lieferanten haben ihre Produktionen zu über 90 Prozent wieder hochgefahren, d. h. der Lieferzeitvorlauf wird auch wieder kürzer. Die Arbeit der Speditionen und der Flugverkehr sind die Dinge, die wir am wenigsten beeinflussen können, jedoch nutzen wir Expresswege, um Lieferzeiten einzuhalten. Das war aber bereits vor Corona ein Problem, insofern sind wir erfahren im „…Lieferung doch noch möglich machen…“

Welche Unterstützung seitens der Politik würden Sie sich dabei wünschen, bzw. welche Maßnahmen sind nötig, um wieder einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

Albin Markwardt: Die Politik soll denen helfen, die es am dringendsten benötigen. Zugleich sollte der Wirtschaftsmotor in allen Branchen schleunigst angekurbelt werden, sofern dies hinsichtlich gesundheitlicher Aspekte vertretbar ist. Wie schätzen Sie die Folgen für Start-ups ein? Albin Marquardt: Das ist branchenabhängig. Zudem kommt die Finanzierungsphase des Unternehmens, der Rahmen und viele weitere Faktoren ins Spiel. Insofern kann keine pauschale Aussage getroffen werden.