Der SD6 ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet.

Der SD6 ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet. Stöber Antriebstechnik

Für Maschinenbauer gehört die Sicherheitstechnik zu den komplexesten und wohl auch unbeliebtesten Themen in der Automatisierung, denn sie müssen hochautomatisierte und flexible Fertigungsabläufe umsetzen und gleichzeitig Menschen, Maschinen und Anlagen schützen.

Betreten beispielsweise Mitarbeiter den Bearbeitungsraum einer Maschine, sind die Antriebsachsen in einen gefahrlosen Zustand zu versetzen. Hängen an den vertikalen Achsen noch schwere Lasten, können diese herabfallen und damit das Personal gefährden. Um das zu verhindern, sichern in der Regel Bremsen die Vertikalachsen. Allerdings können Verschmutzungen oder mechanischer Verschleiß die Bremswirkung stark beeinträchtigen. Deshalb gilt es, den Zustand der Bremsen sicher zu überwachen und ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten. Aufgrund fehlender normativer Anforderungen hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Problematik im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005 Ausgabe 09/2012 erläutert. Dieses enthält Empfehlungen, schwerkraftbelastete Vertikalachsen abzusichern.

Oft setzen Konstrukteure und Maschinenbauer dabei auf Lösungen, die auf einer programmierbaren Sicherheitssteuerung basieren. Diese steuert über Schütze die Bremsen und überwacht während des Bremsentests den Stillstand. Allerdings ist diese Herangehensweise teuer und stellt spezielle Anforderungen an den Motorencoder und seine Montage: An der Motorwelle angebracht, erfasst der Motorencoder deren Lage und schickt die Ist-Werte an den Regler. Die Anbindung an die Sicherheitssteuerung erfolgt üblicherweise über analoge 1-Vss-Signale. Deren Nachteil: Sie erfordern spezielle Encoder, besondere Adapter, um die Analogsignale für die Stillstandserkennung herauszuführen, sowie Kabel, die die Signale über längere Strecken störungsfrei übertragen. Auch der aufwendige FMA-Anbau bringt Nachteile. FMA steht für ‚Fehlerausschluss der mechanischen Ankopplung‘ und bedeutet: Der Encoder wird so an der Motorwelle angebaut, dass er sich nicht ungewollt lösen kann. Im Service-Fall ist das ein Problem, denn die Reparatur ist zeitintensiv und benötigt einen Spezialisten. Bis alles verschraubt, verklebt, getrocknet, geprüft und dokumentiert ist, steht die Maschine für mindestens 48 Stunden still.

Sicheres Bremsenmanagement

SD6 in Kombination mit SE6 eignet sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4).

SD6 in Kombination mit SE6 eignet sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4). Stöber Antriebstechnik

Eine Alternative zur programmierbaren Sicherheitssteuerung ist der Stand-Alone-Antriebsregler SD6 von Stöber Antriebstechnik. Er erfüllt die Anforderungen bis SIL 3 nach DIN EN 61800-5-2 oder PL e (Kategorie 4) nach DIN EN ISO 13849-1. Der Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 Ampere kommt vorwiegend in antriebsbasierenden Anwendungen zum Einsatz. Dazu gehören zum Beispiel der Synchronbetrieb von bis zu 32 Achsen in elektronischen Getrieben oder fliegenden Sägen ohne überlagerten Motion-Controller.

Stöber Antriebstechnik wollte mit dem SD6 noch einen Schritt weitergehen und Konstrukteure und Maschinenplaner bei der Sicherheitstechnik umfassender unterstützen. Daher hat das Unternehmen gemeinsam mit der Firma Pilz aus dem schwäbischen Ostfildern das Sicherheitsmodul SE6 entwickelt. Das Besondere an dem Sicherheitsmodul ist das integrierte Bremsenmanagement von bis zu zwei Bremsen, denn damit erfüllt der SD6 die Anforderungen der DGUV an schwerkraftbelastete Vertikalachsen.

Dieses Bremsenmanagement beinhaltet die Funktion ‚Sichere Bremsenansteuerung‘ (SBC), die sicherstellt, dass die Bremsen auf Anforderung einfallen. Dazu kommt das Feature ‚Safe Brake Test‘ (SBT). Es überprüft bei Bedarf das definierte Bremsmoment und zeigt Abweichungen aufgrund von Verschmutzungen oder Defekten an der Mechanik an, bevor das Bremsmoment einen kritischen Zustand erreicht. Zusätzlich überwacht SBT das vorgeschriebene Prüfintervall. Je nach Anwendung und Forderung aus der Gefahrenanalyse kann das entweder einmal pro Produktionszyklus sein oder zum Beispiel alle acht Stunden zu Schichtbeginn. Ist das Haltemoment der Bremse nicht mehr gegeben, steht im Antriebsregler die Funktion ‚Bremsen einschleifen‘ zur Verfügung. Anschließend kann das System erneut überprüfen, ob die Bremsen das geforderte Test-Moment halten.

Wie das volle Paket Sicherheit aussieht

Seite 1 von 212