all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In diesem Übersichtsbeitrag haben wir die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

Wie haben Sie sich bzw. Ihr Unternehmen mit den Corona-Einschränkungen arrangiert? Welche Maßnahmen wurden getroffen, um mit der Situation zurecht zu kommen?

Angela Josephs, Phoenix Contact: Wir haben uns mit einem ganzen Maßnahmenpaket gut arrangiert. Das Wichtigste sind die Hygieneregeln, die fortwährend eingehalten werden müssen. Darüber hinaus arbeiten maximal viele Mitarbeitende mobil / im Home Office. Der zeitliche Rahmen der Arbeitszeit am Tag wurde ausgedehnt, um mobiles Arbeiten von Eltern im Schichtdienst oder die gleichmäßigere Frequentierung von IT- und Netzstrukturen zu ermöglichen.

In der Produktion wurden Schichtdienste zeitlich getrennt, um Begegnungen zu vermeiden. Kritische Einheiten – Vertrieb, Facility Management, HR, Controlling –  geteilt und räumlich getrennt. Alle Reisen und auch der Verkehr zwischen den Standorten ist seit Wochen eingestellt. Bei Verdacht auf Erkrankung werden alle Kontaktpersonen direkt mit in die häusliche Quarantäne entsandt. Mitarbeiter mit räumlicher Nähe (Produktion, Instandhaltung) erhalten Schutzkleidung (Masken und Handschuhe), Schreibtische werden durch Plexiglasscheiben getrennt.

Angela Josephs, Phoenix Contact

Angela Josephs, Phoenix Contact: „Eine 100-prozentige Rückkehr der Mitarbeiter ohne rollierenden Wechsel ist derzeit noch nicht terminlich fixiert“ Phoenix Contact

Wie sieht die Exitstrategie aus, um zu einem ansatzweise „normalen“ Arbeitsalltag zurück zu kehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein?

Angela Josephs: Wir wollen ab Mai stufenweise mobil Arbeitende bis max 50 Prozent rollierend zurückkehren lassen, an sogenannte gesicherte Arbeitsplätze, wo Mindestabstände und Plexiglasscheiben existieren. Darüber hinaus werden Masken ausgegeben. Der Zeitraum korreliert mit den schrittweisen Aufhebungen des Gesetzgebers; eine 100-prozentige Rückkehr ohne rollierenden Wechsel ist derzeit noch nicht terminlich fixiert.

Werden die Corona-bedingten Einschränkungen ihren Arbeitsalltag und -organisation auch nach Ende der Epidemie nachhaltig verändern?

Angela Josephs: Denkbar ist eine teilweise Substitution von Dienstreisen und Live-Meetings durch digitales Conferencing. Zudem wird mobiles Arbeiten einen größeren Umfang beibehalten als vor der Krise.

Welche Unterstützung seitens der Politik würden Sie sich dabei wünschen, bzw. welche Maßnahmen sind nötig, um wieder einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

Angela Josephs: Staatlicherseits wäre die Organisation von Kinderbetreuung wünschenswert, zudem die Erhöhung von Testkapazitäten.

Wie schätzen Sie die Folgen für Start-ups ein?

Angela Josephs: Abhängig vom Geschäftsmodell sind diese Verlierer oder Gewinner der Krise, je nach Branche und analoger oder digitaler Leistung. Möglicherweise bringt die Krise auch ganz neue Start-ups hervor, die auch nach Ende der Krise bestehen bleiben, beispielsweise im Servicebereich.