all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In diesem Übersichtsbeitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen zusammen.

Wie kamen Sie oder Ihr Unternehmen mit den Einschränkungen, die mit dem Coronavirus zusammenhängen, zurecht? Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um mit der Situation umzugehen?

Kevin Brown: Zuallererst haben wir proaktiv Schritte unternommen, um die Auswirkungen zu minimieren. Durch die Beschränkung der Reisetätigkeit und die Umstellung eines großen Teils unserer Belegschaft auf Heimarbeit konnten wir beiläufige körperliche Kontakte stark reduzieren. Dies begann in Asien und Europa und war für unsere nordamerikanischen Teams richtungsweisend für eine schnelle Umsetzung.

Als ein essentielles Unternehmen, das mit Kunden arbeitet, bei denen es sich ebenfalls um essentielle Unternehmen handelt, die technologische Lösungen anbieten, konzentrierten wir uns auf Sicherheitsmaßnahmen innerhalb des Geschäftsbetriebs. Wir schränkten den nicht unbedingt notwendigen Personenverkehr in die Einrichtung schnell ein und führten aggressive Hygieneverfahren ein – Handschuhe, Masken, PSA, Handdesinfektionsmittel, Reinigung der Arbeitsplätze zu Spitzenzeiten, soziale Distanzierung, schufen einen UV-Desinfektionstunnel für die Durchfahrt von Behältern, desinfizierende Nebelmaschinen und eine zusätzliche Schicht von Reinigungsdiensten zwischen den Schichten.

Wir haben viele unserer anwendungstechnischen Ressourcen auf die Unterstützung von Schlüsselkunden verlagert, die an vorderster Front Lösungen für diese Krise entwickeln. Beispielsweise unterstützten wir die Universität von Minnesota bei der Entwicklung von Designelementen und Schlüsselkomponenten für ein von ihr entwickeltes kostengünstigeres Beatmungsgerät, für das sie inzwischen die FDA-Zulassung erhalten hat. Und wir haben zahlreiche Kunden in ganz Europa, die in dieser Zeit ihren Fertigungsschwerpunkt in ähnlicher Weise verlagert haben, Unternehmen wie McLaren, Sanmina, Custom Interconnect, Cogent und andere, die alle unermüdlich an Beatmungsgeräten und anderen Atemschutzgeräten arbeiten. Schließlich hat unser Modell, überdurchschnittlich hohe Lagerbestände zu haben, unseren Kunden in dieser Zeit gute Dienste geleistet. Wir waren in der Lage, in dieser kritischen Zeit Produkte schnell zu liefern.

Wie sieht die Ausstiegsstrategie aus, um zu einem „normalen“ Arbeitsalltag zurückzukehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein

Kevin Brown, Vice President Brand & Communications bei Digi-Key Electronics

„Unsere früheren Investitionen in die IT-Infrastruktur haben es ermöglicht, im Notfall fast zwei Drittel unserer Belegschaft von zu Hause aus arbeiten zu lassen“, sagt Kevin Brown, Vice President Brand & Communications bei Digi-Key Electronics. Digi-Key

Kevin Brown: Wir werden phasenweise an unseren gemeinsamen Arbeitsplatz zurückkehren und die Situation genau beobachten. Wir arbeiten sehr effektiv. Da mehr als die Hälfte unserer Belegschaft von zu Hause aus arbeitet und dabei auf bewährte Technologien zurückgreift, werden wir den Übergang zurück vorsichtig und behutsam vollziehen. Wir stehen in engem Kontakt mit den Regierungen unserer Bundesstaaten in den USA, um zu erfahren, wann die staatlichen Restriktionen aufgehoben werden, und planen, alle Richtlinien der Regierung und der örtlichen Gesundheitsbehörden zu befolgen, die für die Rückkehr großer Belegschaften in Büro- und Lagerumgebungen festgelegt werden.

Werden die Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus Ihre tägliche Arbeit und Organisation auch nach dem Ende der Pandemie beeinflussen? Auf welche Weise?

Kevin Brown: Das Coronavirus hat uns in vielerlei Hinsicht beeinflusst, und nicht unbedingt nur im schlechten Sinne. Es hat uns gelehrt, dass unsere früheren Investitionen in die IT-Infrastruktur es uns ermöglichen, im Notfall fast zwei Drittel unserer Belegschaft von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Sie hat einen gewissen Druck auf die eingehenden Rechnungen unserer Lieferanten an uns ausgeübt. Wir haben Glück gehabt, dass die Kundennachfrage aus den wesentlichen Dienstleistungssektoren nach wie vor hoch ist.Schließlich hat es eine Reihe von Veränderungen in unserem Abwicklungsbetrieb zur Aufrechterhaltung einer sicheren und gesunden Arbeitsumgebung mit Prozessänderungen zur Anpassung an sozial distanzierende Richtlinien bewirkt.

Welche politische Unterstützung wünschen Sie sich bzw. welche Maßnahmen sind notwendig, um einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

Kevin Brown: Wir waren dankbar für die Art und Weise, in der sowohl unsere Bundesregierung als auch unsere Landesregierung auf die Krise reagiert haben, und haben während der gesamten Zeit eng mit dem Büro unseres Gouverneurs und den lokalen Gesundheitsbehörden zusammengearbeitet.