Durch Co-Innovation schnell von der Idee zum Produkt: Der Smart Systems Hub setzt sich für die beschleunigte Umsetzung von Spitzentechnologien in innovative Produkte ein. (Bild: Smart Systems Hub)

Durch Co-Innovation schnell von der Idee zum Produkt: Der Smart Systems Hub setzt sich für die beschleunigte Umsetzung von Spitzentechnologien in innovative Produkte ein. (Bild: Smart Systems Hub)

Im Smart Systems Hub (SSH) wirken mittlerweile über 450 Partner zusammen. Dazu gehören Forschungseinrichtungen wie die Exzellenzuniversität TU Dresden oder Institute der Fraunhofer-Gesellschaft ebenso wie Großunternehmen, der Mittelstand und Start-ups. Schlüsselpartner im SSH sind SAP, T-Systems Multimedia Solutions, Globalfoundries und Infineon. „Unser Ziel ist die beschleunigte Umsetzung von Spitzentechnologien in innovative Produkte, denn das schafft sichere Arbeitsplätze und erhöht die Attraktivität des Standortes“, unterstreicht SSH-CEO Michael Kaiser.

Dazu tragen auch die Gesellschafter des Smart Systems Hub bei: Das 5G Lab Germany in Dresden treibt den Wissens- und Technologietransfer im Themenfeld 5G voran. Der Silicon Saxony e.V. ist einer der größten Branchenverbände für Mikroelektronik sowie für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) in Europa. Und die Hightech-Startbahn hat sich auf die Unterstützung von Deep-Tech-Start-ups bei Gründung, Geschäftsfeldentwicklung und Wachstumsfinanzierung spezialisiert.

IoT ist Vernetzung und Erfolg ist auch in der technischen Umsetzung nur durch die Vernetzung relevanter Partner erreichbar. (Bild: Smart Systems Hub)
IoT ist Vernetzung und Erfolg ist auch in der technischen Umsetzung nur durch die Vernetzung relevanter Partner erreichbar. (Bild: Smart Systems Hub)

Internet of Things ist Vernetzung

„Internet of Things ist Vernetzung“, betont Kaiser. „Als Hub für smarte Systeme leben wir diesen Gedanken auch im übertragenen Sinne, indem wir immer wieder zeigen, dass Erfolg nur durch die Vernetzung relevanter Partner erreicht werden kann.“ Der Smart Systems Hub bündelt mittlerweile aber auch ein enormes Wissen über all jene Technologien, die Teil anspruchsvoller Systemlösungen sind. Einen Überblick über aktuelle Entwicklungen geben Experten auf Veranstaltungen wie der Hub:Disrupt, dem Jahresevent des Smart Systems Hub, bei dem Entscheider in einem abwechslungsreichen Programm aus Key Notes, Gesprächsrunden, Referenzlösungen und Projektbeispielen befähigt werden, direkt in die Digitalisierung einzusteigen.

„IoT-Systeme sind von einer Komplexität, die selbst ein großes Unternehmen allein nicht beherrscht. Es gibt in diesem Bereich noch keine Lösungen von der Stange“, berichtet Kaiser. „Außerdem ist Innovationsgeschwindigkeit so hoch, dass man ständig neue Technologien und neue Komponenten integrieren muss.“ Der technische Fortschritt verläuft rasant. Immer neue Chip- und Sensortechnologien, Software-Plattformen und Cloud-Werkzeuge kommen auf den Markt. Im Zusammenspiel von Edge und Cloud übernimmt KI völlig neue Aufgaben und ermöglicht vollkommen neue Geschäftsmodelle.

Wachstumspotenzial von IoT nutzen

Allerdings ist es nicht so einfach, das enorme Wachstumspotenzial, das sich daraus ergibt, auch zu nutzen. „Wir sehen derzeit ein Momentum“, meint Kaiser: „Es gab lange Zeit eher theoretisch geführte Diskussionen um Industrie-4.0-Schnittstellen. Aber aus der Diskussion haben mutige Unternehmen interessante Anwendungsfälle entwickelt, deren Reifegrad nun Begehrlichkeiten weckt. Dies verhilft zunehmend auch neuen Standards wie OPC UA zum Durchbruch, der jetzt auch tatsächlich genutzt wird.

Diese Entwicklung treibt auch der Smart Systems Hub mit voran. Unter dem Motto „Enabling IoT“ begleitet der Hub Unternehmen in jeder Stufe des Digitalisierungsprozesses. Auf kostenfreien Meet-ups erhalten Interessenten einen ersten Einblick in verschiedenste Technologien und Anwendungsfelder. In thematischen Workshops werden Referenzlösungen vorgestellt, beispielsweise im Bereich vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance). Dies ermöglicht einen praxisorientierten Einstieg in die Auseinandersetzung mit den Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung.

Das Team des Smart Systems Hub wollen mit den Digital Product Factories einen Zugang für Anwenderindustrien schaffen, sich auszuprobieren und eigene Antworten für das Industrial IoT zu finden. (Bild: Smart Systems Hub)
Das Team des Smart Systems Hub wollen mit den Digital Product Factories einen Zugang für Anwenderindustrien schaffen, sich auszuprobieren und eigene Antworten für das Industrial IoT zu finden. (Bild: Smart Systems Hub)

Wie Co-Innovation den Weg zur IoT-Lösung beschleunigt

Besonderen Schub bringt Co-Innovation, in der das Team um Michael Kaiser das größte Potenzial für Anwender sieht. Unternehmen, die eigene IoT-Lösungen als Teil ihrer digitalen Roadmap sehen bzw. neue digitale Geschäftsmodelle finden und etablieren wollen, fragen Co-Innovationen nach. Denn je nach Format, bekommen Unternehmen sehr schnell greifbare Lösungen. Am Ende eines eintägigen Thin[gk]light steht ein Konzept- oder Ideenpapier. Nach drei bis vier Tagen gemeinsamer Arbeit mit vier bis fünf unterschiedlichen Experten- und Entwicklerteams steht ein erster Prototyp. Kaisers Team nennt das Format Thin[gk]athon.

Unternehmen, die Erfahrungen mit agilen Innovationsformaten gesammelt und den Mehrwert einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit externen Experten schätzen gelernt haben, setzen zum Ausdauersprint an. Genau dafür stehen die 3-monatigen „Digital Product Factories“ des SSH. Dabei wird an konkreten Problemen aus der Praxis oder an der Verfeinerung eines zuvor erarbeiteten Prototyps in Richtung Produkt gearbeitet. Der Smart Systems Hub stellt dafür jeweils ein individuell auf die Herausforderung zugeschnittenes Projektteam zur Verfügung.

„Wir schaffen damit einen Zugang für Anwenderindustrien, sich auszuprobieren und eigene Antworten für Industrial IoT zu finden“, erläutert Michael Kaiser. „In der Digital Product Factory können sie Komponenten austesten, Erfahrungen sammeln und Projektpartner finden.“ Innerhalb von drei Monaten entsteht so ein „minimal brauchbares“ existenzfähiges Produkt (ein Minimum Viable Product, MVP), welches bereits einige Test durchlaufen hat und über einen gewissen Reifegrad verfügt.

Neben einem MVP und viel neuem Wissen zu aktuellen IoT-Komponenten, sammeln Unternehmen über den vom SSH orchestrierten Prozess jedoch vor allem reichlich neue Erfahrungen darüber, wie produktiv die Zusammenarbeit zwischen Startups, Mittelständlern und Industrieunternehmen ist. Nicht selten ist die Dankbarkeit der Unternehmen dafür, dass die Kombination aus real, hybrid und virtuellen Anteilen der interdisziplinären Arbeit zu verwertbaren Ergebnissen führt mindestens genauso groß, wie für das MVP selbst.

Digital Product Factory Batch#2

So ist in der Digital Product Factory Batch#2 eine digitale Lösung für die Zustandskontrolle von Reinstwasserventilen in der Halbleiterindustrie entstanden: Mit Hilfe einer skalierbaren Edge-Computing- und Cloud-Lösung werden die gewonnenen Daten aus den hochkomplexen Prozessen mit künstlicher Intelligenz so ausgewertet und aufbereitet, dass der Zustand der Ventile jederzeit abrufbar ist. Das ist nicht nur für die Chiphersteller attraktiv, die damit Produktionsausfälle vermeiden können. Die „Challenge“ ausgerufen hatte der Halbleiterkonzern Globalfoundries. Die Herausforderung angenommen haben die Startups Sensry und Coderitter sowie SSH-Partner

T-Systems MMS und Infineon Technologies. Das Ergebnis überzeugte Globalfoundries und stieß an anderen Standorten des Chip-Riesen auf Interesse.

Wie Edge Computing die vorausschauende Wartung von Ventilen in der Halbleiterindustrie ermöglicht

Warum Plattformlösungen gefragt sind

Der globale Markt für die Steuerungen ist ein Milliardenmarkt. Und es ist das Ziel des SSH-Teams, die Use Cases zu standardisierten Plattformen zu entwickeln, auf denen alle Projektpartner aufbauen können. „Bei Industriepartnern besteht eine hohe Nachfragenach Plattformlösungen“, sagt Kaiser. „Wir bringen sie mit Komponentenherstellern zusammen, die auf diesen „Use-Case“-Plattformen aktiv sein möchten. Denn auf diese Weise werden Sie Teil eines größeren Ganzen und profitieren von Skalierungseffekten.“

Gleichzeitig können sich Nachzügler die Erfahrungen agiler Vorreiter zunutze machen. Denn nicht jede Lernkurve selbst durchlaufen zu müssen spart viel Zeit und Geld. Die Digital Product Factory trägt so dazu bei, projektspezifische Applikationen für Einzelfälle zu einer Plattform-Standardlösung zusammenzufügen, die gänzlich neue Geschäftsmodelle ermöglicht, so Kaiser: „Und nach nur drei Monaten gibt es ein konkretes Ergebnis.“ (na)

Autor

Michael Kaiser, Geschäftsführer des Smart Systems Hub (Bild: Smart Systems Hub)
Michael Kaiser, Geschäftsführer des Smart Systems Hub (Bild: Smart Systems Hub)

Michael Kaiser ist Geschäftsführer des Smart Systems Hub

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