Elektronikfertigung

Katek optimiert aktuell die Aufstellung der Gruppe und will sich von einem reinen klassischen EMS Auftragsfertiger zum ODM entwickeln. (Bild: Katek)

| von Martin Probst

Wie war die Entwicklung der KATEK Gruppe in 2020?

Rainer Koppitz: Wir sind in den ersten neun Monaten im Konzernumsatz bereits um mehr als 50 Prozent gewachsen und wollen dieses Tempo auch für den Rest des Jahres fortsetzen. Die Branche verspricht noch viel Potenzial. Unser Wachstum wurde selbstverständlich von den Zukäufen getragen, liegt aber auch rein organisch bei aktuell mehr als fünf Prozent. Ein besonderer Erfolg dank unserer engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, dass wir weiter Marktanteile gewinnen, obwohl in diesem Jahr die Elektronikbranche wegen der Pandemie schrumpft. Die Unternehmensberatung in4ma sprach letztens von zirka minus 7,5 Prozent.

Worauf führen Sie die gute Entwicklung zurück?

Rainer Koppitz: Die ausgezeichneten Ergebnisse liegen auch an unserer breiten, krisenresistenten Aufstellung und der unternehmerischen Führung der Töchter, die wir konsequent mit unserer Struktur aus schlanken agilen Schnellbooten und schlanker Holding umsetzen. Die Wachstumstreiber waren insbesondere die Medizintechnik, der Bereich Solar/Energie, die Elektromobilität und das Geschäft mit Embedded Systems. Wenn man die richtigen Dinge tut und kein Fett ansetzt, kann man eine gute Marge erzielen. Allerdings braucht man eine gewisse Größe, um die gesamte Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Box Build und After-Sales-Service effizient abzudecken sowie die Finanzstärke, um kontinuierlich in Schlüsselbranchen und neue Technologien zu investieren. Mit den KATEK-Gesellschaften decken wir diese Kriterien bereits weitgehend ab, werden aber durch gezielte weitere Akquisitionen komplementäre Skills und Fertigkeiten hinzufügen.

Wie soll das Wachstum zukünftig stattfinden?

Rainer Koppitz: Unsere Industrie profitiert vom starken Wachstum der smarten IoT-Devices, da die Branche mit ihrer intelligenten und vernetzten Elektronik das Hirn all dieser Geräte entwickelt, fertigt und liefert. Der IoT-Markt wächst überproportional, und das Bedürfnis der Unternehmen nach leistungsfähigen Partnern wird immer größer.
Die Kunden brauchen jemanden, der zuverlässig und innovativ ist. Das heißt: einen guten Job zu machen, auch und gerade in Krisenzeiten einen Plan B zu haben, falls etwas Unvorhergesehenes passiert, und nicht paralysiert in der Krise zu verharren, sondern genau jetzt an den Themen der Zukunft arbeiten. Dazu gehören flexible Leiterplatten ebenso wie Ultra-Miniaturisierung.

Was haben Sie sich ab 2021 vorgenommen?

Rainer Koppitz: Aktuell optimieren wir die Aufstellung der Gruppe, so dass wir auch 2021 trotz schwieriger Wettbewerbssituation und allgemein unberechenbarer wirtschaftlicher Lage das profitable Wachstum fortsetzen können und ein langfristig stabiler und innovativer Partner für unsere Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter bleiben. Für die Zukunft sehe ich als klaren Erfolgsfaktor den anhaltenden Ausbau der KATEK vom reinen klassischen EMS-Auftragsfertiger zum ODM, also zum Full-Service-Dienstleister, der immer mehr die komplette Wertschöpfung realisiert. Dafür brauchen wir mehr Entwicklungskompetenzen. Nicht nur bei Embedded Systems, im Bereich Leistungselektronik, zum Beispiel für die Solarbranche, sowie bei E-Mobilität, wo wir heute schon sehr stark sind, sondern auch in weiteren aus unserer Sicht potenzialträchtigen anspruchsvollen Bereichen, unter anderem der Medizin- und Messtechnik oder auch Smart Farming.

Für diese Bereiche der High Value Electronics ist und bleibt unser traditionelles EMS-Geschäft die Basis, auf der wir aufbauen aufgrund unserer Erfahrung und der vertrauensvollen langjährigen Geschäftsbeziehungen zu unseren Kunden. Mit vier unserer Top-5-Kunden haben wir Beziehungen von länger als zehn Jahren; der treueste Kunde kommt gar auf 41 Jahre – das freut uns. Mit unserer 360-Grad-Aufstellung, also mit ganzheitlichen EMS- und ODM-Kompetenzen, blicke ich äußerst optimistisch in 2021 und die Zukunft, da sich Unternehmen zunehmend auf ihre Kernkompetenzen besinnen, die Kosten für Elektronik variabilisieren und ins Outsourcing gehen. Diese Tendenz gab es früher auch in konjunkturellen Schwächephasen, und aktuell gibt es wieder einige solcher spannenden Projekte im Markt.

Personen- und Firmendaten

  • Rainer Koppitz ist CEO der Katek SE.
  • Er blickt auf langjährige internationale Erfahrungen in der Industrie und IT-/Telekom-Branche zurück, wo er unter anderem CEO bei NFON und B2X Care Solutions sowie CEO Germany & Austria der BT Germany war. Davor hatte er Geschäftsführerpositionen bei Siemens, Dell sowie Atos inne.
  • Die international tätige KATEK gehört zu den führenden Elektronikdienstleistern in Europa. Das Leistungsspektrum umfasst den gesamten Lebenszyklus elektronischer Baugruppen und Geräte von Entwicklung, Prototyping, Material- und Projektmanagement, Elektronikfertigung, Box-Build, Prüftechnik und Logistik bis After-­Sales-Service.

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