Digitale Transformation, Notebook, Automation, Mikroelektronik, Connectivity

Der ZVEI fordert mehr Tempo bei der Digitalisierung, Entwicklung von KI und Förderung der Mikroelektronik. (Bild: WrightStudio @ AdobeStock)

Deutschland hat gewählt, aber noch ist offen, wie die künftige Bundesregierung aussehen wird. Unabhängig davon gibt es viel zu tun – auch in der Elektronik. Der ZVEI sieht vor allem in den Bereichen künstliche Intelligenz, Datenwirtschaft und Mikroelektronik akuten Handlungsbedarf. ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel appelliert deshalb an die neue Regierung, schnell einsatzfähig zu sein.

Barrieren in der Datenwirtschaft abbauen

Bereits heute sammeln viele elektronische Anwendungen eine Vielzahl an Daten und diese Datenmenge wird künftig noch weiter ansteigen. Im Gegensatz zu Consumer-Anwendungen, wo viele personenbezogene Daten gesammelt werden, erfasst die Industrie mit 80 Prozent hauptsächlich Maschinendaten zum Auswerten und Optimieren. Anwendungen wie Predictive Maintenance sind auf solche Daten angewiesen. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel in der Politik, damit wir Daten nicht nur erheben, sondern auch sinnstiftend nutzen können“, erklärt ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel. Er fordert, Chancen zu nutzen und nicht vor möglichen Risiken zu erstarren. Dafür sollen regulative und bürokratische Hürden abgebaut werden. Bei der Regulierung ist eine Unterscheidung zwischen industriellen und konsumentennahen Anwendungen nötig.

Bedeutung Künstlicher Intelligenz für Unternehmen
Unternehmen haben den Stellenwert künstlicher Intelligenz erkannt und ein Großteil der befragten Unternehmen wollen sie in ihre Geschäftsmodelle einbauen. (Bild: ZVEI)

KI-Potenziale nutzen, nicht hemmen

Eine Studie des ZVEI ergab, dass sich jedes zweite Unternehmen bei der Datennutzung eingeschränkt fühlt. Dazu trägt auch die DSGVO bei: Für mehr als ein Drittel der Elektrounternehmen ist die fehlende Rechtssicherheit ein wesentliches Hemmnis bei der Digitalisierung. Zwei Drittel der in der Studie befragten Unternehmen sieht KI als Schlüsseltechnologie für das eigene Geschäftsmodell. Diese KI ist aber auf Daten angewiesen. „Die neue Bundesregierung muss einen pragmatischen Weg finden, wie sich auch personenbezogene Daten rechtssicher im Rahmen der DSGVO nutzen lassen – etwa durch klar definierte Anonymisierungsverfahren.“ Hier dürfe Deutschland (und Europa) im internationalen Wettbewerb nicht noch weiter zurückfallen.

Mikroelektronik in Deutschland fördern

Ähnliches gilt auch im Bereich der Mikroelektronik: Nur acht Prozent der weltweiten Produktionskapazitäten für Halbleiter liegen derzeit in Europa, in Deutschland sind es sogar nur drei Prozent. Gleichzeitig wird der Bedarf an Halbleitern in den kommenden Jahren massiv steigen. „Deshalb reicht es nicht aus, nur Löcher zu stopfen“, sagte Kegel. „Wir müssen die technologische Souveränität Europas sichern.“ Das bedeute: Förderung beim Produktionsausbau in Bereichen, in denen Europa stark sei, aber auch Investitionen in Bereichen, in denen Europa aufholen müsse. Europa ist vor allem stark in den Leistungsbauteilen, während Asien und Amerika bei Logikbausteinen vorne liegen. „Das zweite europäische IPCEI für Mikroelektronik muss jetzt schnell Fahrt aufnehmen und zusätzlich durch eine deutlich aktivere Standortpolitik flankiert werden.“

Kosten der Digitalisierung, ZVEI
Die Digitalisierung bringt Vorteile und auch neue Erwerbsmodelle, allerdings geht dies einher mit zusätzlichen Kosten. Viele Unternehmen gehen mit hohen Kosten dafür aus. (Bild: ZVEI)

ZVEI: Elektronikbranche wächst wieder

Der ZVEI rechnet für das Jahr 2021 trotz Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten mit einem Produktionsplus von 8 Prozent. Generell konnte die Elektronikbranche im Gegensatz zu anderen großen Branchen die Krisenverluste aus dem Jahr 2020 wieder wettmachen. Allerdings erwartet der Branchenverband auch, dass auf die Unternehmen künftig hohe Kosten für die Digitalisierung zukommen. (prm)

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