Auf die Schnelle

Das Wesentlliche in 20 Sek.

  • Integration ins TIA Portal schafft Basis für voraus- schauende Wartung
  • Elektronik sorgt für Transparenz im Antriebsstrang
  • Installationsaufwand halbiert, Projektierung deutlich beschleunigt
  • Schneller Modulwechsel erhöht Produktivität

Herr Hollweck, was bei der aktuellen Startergeneration auffällt, ist die geringe Baugröße. Welche Anpassungen waren notwendig, um diese Miniaturisierung zu erreichen?

Die Platzersparnis bei den Motostarten resultiert aus der hybriden Schalttechnik.

Die Platzersparnis bei den Motostarten resultiert aus der hybriden Schalttechnik. Redaktion IEE

Michael Hollweck: Das ist einer der Hauptvorteile der Motorstarter ET200SP und für viele Anwender ein wichtiger Aspekt, wenn sie über einen Wechsel auf die Baureihe nachdenken. Die Kompaktheit resultiert aus der speziellen, hybriden Schaltungstechnik. Das Vorgängerprodukt basierte noch auf konventioneller Schalttechnik, also Leistungsschaltern und Schützen. Jetzt kommt die Hybridschalttechnik zum Einsatz mit der wir die Vorteile zweier Welten kombinieren: Das eigentliche Schalten der Hauptstromkreise übernehmen Thyristoren, also Halbleiter, die eine wesentlich längere Lebensdauer haben als kontaktbehaftete Schütze. Erst wenn der Strom fließt, schaltet die Elektronik ein Bypass-Relais parallel zu den Thyristoren. Dann fließt der Strom über die niederohmigen Relaiskontakte. Das führt zu deutlich niedrigeren Verlusten.

Gibt es Untersuchungen, wie das Thyristor-Schalten die Lebensdauer des Starters verlängert gegenüber den klassischen relais- oder schützbasierten Motorstartern?

Michael Hollweck: Bei der Kombination Leistungsschalter mit Schütz entsteht bei jedem Schaltvorgang der mechanischen Kontakte ein Kontaktabbrand. Je häufiger der Starter schaltet, desto größer der Verschleiß und desto geringer die Lebensdauer. Bei den Thyristoren gibt es keinen Kontaktabbrand. Daher haben die Schaltzyklen praktisch keinen Einfluss mehr auf die Lebensdauer.

Je kompakter die Geräte, desto größer die Leistungsdichte. Umso schwieriger ist doch, die Abwärme aus dem Gerät herauszubringen.

Michael Hollweck: Dem wirkt ja gerade die Hybridtechnik mit ihren geringeren Verlusten entgegen. Relaiskontakte haben geringere Übergangswiderstände und damit weniger Verluste sowie Abwärme, wenn der Stromkreis geschlossen ist. Zudem gibt es optional einen Anbaulüfter, der den größeren Modulen ab 9 A generell beiliegt. Da das Gerät intern die Temperatur überwacht, wird der Lüfter aber nur bei Bedarf zugeschaltet.

Sind die Thyristoren auch für einen Dauerbetrieb ausgelegt?

Michael Hollweck: Im Prinzip wäre das möglich, wäre jedoch mit deutlich höheren Verlusten verbunden. Deswegen haben wir ja auch den Bypass über das Relais.

Theoretisch könnte ich damit also nicht nur den Motorhochlauf elektronisch steuern, sondern auch die Motordrehzahl?

Michael Hollweck: Nein, der Motorhochlauf kann mit einem Sanfstarter reguliert werden und zur dauerhafen Drehzahlregelung gibt es Umrichter. Die Starter-Familie rein ist für das Ein- und Ausschalten von Motoren und deren Kurzschluss- und Überlastschutz gedacht. Außerdem bietet sie noch Funktionen wie Strommessung, Unsymmetrieerkennung und Temperaturerfassung.

Die Motorstarter liefern Diagnosedaten frei Haus ins TIA Portal.

Die Motorstarter liefern Diagnosedaten frei Haus ins TIA Portal. Bilder: Redaktion IEE

Warum soll ich als Maschinenbauer in meine Konfiguration eingreifen und die bestehende Installation auf diese Motorstartergeneration umrüsten?

Michael Hollweck: Da ist zum einen die Platzersparnis von über 50 % gegenüber dem Vorgängerprodukt ET 200S zu nennen. Hinzu kommen die einfachere Kommunikationsanbindung und der geringere Verdrahtungsaufwand. Der aus meiner Sicht mit Abstand wichtigste Vorteil ist die integrierte Messdatenerfassung, die immer mehr nachgefragt wird. Die Starter erfassen durchgehend die Ströme aller Phasen, die Gerätetemperatur, Unsymmetrien und weitere Parameter.

Wer seine Anlagen komplett überwachen will, muss auch den Zustand seiner Antriebe kennen. Genau das ermöglichen die Starter. Sie liefern alle Daten über den Rückwandbus und die SPS bis ins TIA Portal – ohne zusätzliche Messtechnik am Motor oder den Motorzuleitungen. Die Starter schaffen die Voraussetzung für vorbeugende Wartungsmaßnahmen und die Vermeidung ungeplanter Anlagenstillstände.

Viele Kunden rüsten von dem alten System ET200S auf die ET 200SP um, weil sie diese Vorteile, wie Platzersparnis und Diagnose schätzen. Um den Wechsel zu erleichtern, gibt es im TIA Selection Tool eine Funktion, die bestehende ET 200S-Konfigurationen automatisch auf ET 200SP-Komponenten umschlüsselt. Und bei einer Neu-Konfiguration macht das Selection Tool Vorschläge, welche Module sinnvoll wären.

HES Erkert Präzisionsteile setzt die kompakten Motorstarter Simatic ET 200SP für die Ansteuerung der Antriebe in der Fördertechnik zwischen den Werkzeugmaschinen ein. Durch die Hybrid-Technik arbeiten sie verschleißfrei und energieeffizient.

ANTRIEBSTECHNIKVON DER HYBRID-TECHNIK ZUVERLÄSSIG BEFÖRDERT

Die Vorteile hybrider Motorstarter in der Fördertechnik

19.02.2018Wer Maschinen und Anlagen für den Eigenbedarf baut, nimmt neue Techniken und Geräte sehr genau unter die Lupe, bevor er sie einsetzt. Beim Automotive-Zulieferer HES Erkert finden innovative Lösungen zwar zielstrebig den Weg in die Produktion – aber nur, wenn sie die Verantwortlichen vom spürbaren Mehrwert überzeugen können. Geschafft hat das der Motorstarter Simatic ET 200SP, der die Transportbänder zwischen den Werkzeug­maschinen mithilfe einer Hybrid-Technik steuert. mehr…

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