Mit einem Budget von einer Milliarde Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren gehört das Quantentechnologie-Flaggschiff zu den ambitioniertesten Forschungsinitiativen der Europäischen Union. Für viele Menschen hört sich die Entwicklung eines Quantencomputers noch immer nach Sciene-Fiction und Zukunftsmusik an, aber laut den Plänen der Initiative Quantum Flagship sollen genau jetzt Wissenschaftler am Standort des Forschungszentrum Jülich im Rahmen des Projektes „OpenSuperQ“ in den nächsten drei Jahren einen derartigen Computer entwickeln und bauen – der erste auf diesem Level und unter vergleichbaren Systemen weltweit führend.

Das Besondere hierbei ist, dass neben Partnern aus Wissenschaft und Industrie auch Wissenschaftler aus aller Welt über eine Cloud Zugang zum Projekt erhalten und einen Forschungsbeitrag leisten können. Der Quantencomputer soll insbesondere das Maschinelle Lernen sowie Simulationsabläufe in Chemie und Materialwissenschaften beschleunigen.

ASTERIQS und PASQunaS

Prof. Tommaso Calarco, Direktor des Bereichs Quantum Control bei dem Peter Grünberg Institut: „ Auf wissenschaftlicher Ebene haben wir in Europa eine Reife erreicht, die es uns ermöglicht, diese Erkenntnisse aus dem Forschungslabor in Produkte umzusetzen.“ OpenSuperQ , Asteriqs , Pasquans

Prof. Tommaso Calarco, Direktor des Bereichs Quantum Control am Peter-Grünberg-Institut: „Auf wissenschaftlicher Ebene haben wir in Europa eine Reife erreicht, die es uns ermöglicht, diese Erkenntnisse aus dem Forschungslabor in Produkte umzusetzen.“ Forschungszentrum Jülich

Neben OpenSuperQ wirken Jülicher Wissenschaftler auch bei zwei weiteren Projekten mit. Beim Projekt ASTERIQS geht es darum, Defekte im Kristallgitter von Diamanten zu nutzen, um eine leistungsfähige Quantensensorik zu entwickeln, die unter anderem auch in der Elektroautoindustrie Anwendung finden kann.

Außerdem soll das Projekt „PASQuanS“ dabei helfen, neue Zugänge zu Simulationen zu finden, die es erlauben, Fragen der statischen Physik und der Materialforschung neu zu bearbeiten.

Quantum Flagship steht vor großen Herausforderungen

Prof. Tommaso Calarco, Direktor des Bereichs Quantum Control des Jülicher Peter-Grünberg-Instituts, sieht die Forschungsinitiative noch vor großen Herausforderungen: „Jetzt haben wir einen sehr großen finanziellen Schub sowohl von der Europäischen Kommission als auch der Bundesregierung bekommen. Wir müssen uns nun bemühen, das Forschungsprogramm mit Leben zu füllen, die Innovationen auf den Markt zu bringen.“

Um das volle Potenzial des Quantum Flagship von Anfang an voll auszuschöpfen, soll es zu Beginn noch durch die Quantum-Support-Action (QSA) koordiniert und gesteuert werden, deren Leiter Prof. Tommaso Calarco ist.