all-electronics hat eine Umfrage bei einer Reihe von Elektronik-Unternehmen zum Thema Umgang mit der Corona-Krise gestartet. Die Unternehmen berichten, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, wie sie sich auf das Hochfahren der Geschäftstätigkeit vorbereiten und was sie von der Politik erwarten. In diesem Übersichtsbeitrag fassen wir die wichtigsten Aussagen zusammen.

Wie haben Sie sich bzw. ihr Unternehmen mit den Corona-Einschränkungen arrangiert? Welche Maßnahmen wurden getroffen, um mit der Situation zurecht zu kommen?

Boris Adlung, Rigol Technologies: Unser Team in Deutschland arbeitet zum Großteil im Home Office, was durch die Kommunikationsmöglichkeiten und Internet kein Problem darstellt. Unsere technische Applikation hat zum Beispiel die Messgeräte mit nach Hause genommen. Die Personen, die für den Versand und den Service zuständig sind, können nur vom Büro aus arbeiten aber halten sich in separaten Räumen auf. Wir bieten wie alle Unternehmen unseren Mitarbeitern im Büro Schutzmasken an und haben ausreichend Desinfektionsmöglichkeiten geschaffen. Dadurch dass unsere Produktion und Zulieferketten schnell wieder hochgefahren werden konnten, sind wir lieferfähig. Kurzarbeit ist für uns keine Option, eher im Gegenteil: Wir suchen Mitarbeiter – zum Beispiel in der technischen Applikation.

Rigol-Sales-Manager Boris Adlung

Boris Adlung, Sales Manager bei Rigol: „Das Thema Home Office wird uns noch länger begleiten“. Rigol

Wie sieht die Exitstrategie aus, um zu einem ansatzweise „normalen“ Arbeitsalltag zurück zu kehren, und welchen Zeitraum planen Sie dafür ein?

Boris Adlung: Bei uns überschneidet sich die Corona-Einschränkung zusätzlich mit dem Umzug in ein neues Büro ins Gewerbegebiet Gilching bei München zum 1. Juni 2020. In den neuen Räumlichkeiten haben wir die beste Möglichkeit, von Anfang an größere, getrennte Arbeitsflächen  für unsere Mitarbeiter einzurichten.

Wir gehen davon aus, dass mit den bisher bereits getroffenen Regelungen für Unternehmen und deren Umsetzung auch ein risikofreies Arbeiten möglich sein wird. Wir planen, mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkung Anfang Mai in Bayern,  dass wir dann zum Großteil wieder in unseren Büroräumen arbeiten können. Allerdings wird uns das Thema Home Office noch länger begleiten.

Werden das Corona-bedingten Einschränkungen ihren Arbeitsalltag und -organisation auch nach Ende der Pandemie nachhaltig verändern?

Boris Adlung: Wir rechnen damit, dass der bereits beschlossene Arbeitsschutzstandard Covid-19 auch nach der Krise zu großen Teilen bestehen bleibt.  Generell ist jetzt bereits vielen vieles bewusster, wenn man das Beispiel regelmäßiges Händewaschen oder das Händeschütteln bei einem Treffen heranzieht, und das wird auch erst einmal so bleiben. Auch die Option Home Office wird mehr als vorher ein Thema bleiben.

Welche Unterstützung seitens der Politik würden Sie sich dabei wünschen, bzw. welche Maßnahmen sind nötig, um wieder einen normalen Arbeitsalltag zu gewährleisten?

Boris Adlung: Auch wenn es gerade sehr schmerzhaft ist, macht unsere deutsche Politik sehr vieles richtig. Wir gehen davon aus, dass die Industrie relativ schnell wieder hochgefahren werden kann. Hier wünschen wir uns, dass die Politik die Schäden und die negativen Einflüsse für die Industrie so klein wie möglich halten wird. Hierzu zählen sicherlich auch bessere gemeinsam abgesprochene Maßnahmen und die vollständige Wiederherstellung des Binnenmarktes in der Europäischen Union.