Nachdem die Messe München erst vor zwei Wochen die Präsenzveranstaltung der electronica abgesagt hatte, war das Ende der automatica 2020 in gewohnter Form eigentlich nur eine Frage der Zeit. Diese Entscheidung hat die Messe München in Übereinkunft und enger Abstimmung mit dem VDMA Robotik + Automation als ideellem Träger sowie dem automatica-Fachbeirat getroffen. Gemeinsam mit der Branche will der Veranstalter für Mitte 2021 ein kompaktes und an die Gegebenheiten der Corona-Zeit angepasstes, neues Präsenzformat mit digitalen Elementen entwickeln. Das neue Event ist als kompakte ‚Messe vor der Messe‘ für den Frühsommer 2021 angedacht und soll ein Add-on zur automatica werden.

Zusätzlich baut die automatica ihr Digitalangebot aus. So beleuchten in der neuen Online-Event-Reihe „Let’s talk by automatica“ regelmäßig Experten, Anbieter und Anwender aktuelle Fragestellungen und Trends rund um Robotik und Automation. Außerdem ist unter anderem geplant, wesentliche Bausteine des ursprünglich für die Dezember-Messe geplanten Rahmenprogramms virtuell anzubieten. Das gilt beispielsweise für das International Symposium on Robotics (ISR).

Bildergalerie:„Messenachlese von der automatica 2018 in Bildern”
Die Safety-Company schlechthin überraschte auf der automatica mit <a href="https://www.all-electronics.de/ein-eigener-roboter"target="_blank">einer ersten Generation Roboter</a>. Interessant: die besondere Form der Segmente und die Armgelenke.
Mit KeMotion zeigte der österreichische Automatisierungsanbieter Keba eine <a href="https://www.all-electronics.de/schluesselfertige-robotersteuerungen"target="_blank">schlüsselfertige Robotersteuerung</a>, die dennoch einfach konfiguriert werden kann.
Rein äußerlich unterscheidet sich der Neue nicht vom Alten: Die <a href="https://www.all-electronics.de/feingefuehl-jetzt-inklusive"target="_blank">kollaborativen Roboter der e-Series</a> haben mit der integrierten Kraft/Momentensensor an inneren Werten gewonnen, mit denen Universal Robots neue Anwendungsfelder anvisiert.
Die Automatica-Premiere von Siemens hatte es in sich: eine <a href="https://www.all-electronics.de/robotik-bibliothek-fuers-tia-portal"target="_blank">spezifische Bibliothek zur Roboterintegration</a>.
Zur automatica erweitert Yaskawa das Motoman-Roboterportfolio um das jetzt kleinste Modell: Der neue <a href="https://www.all-electronics.de/wenn-es-eng-wird"target="_blank">MotoMini</a> hat bei einer Reichweite von 350 mm eine Tragfähigkeit von 500 g. Außerdem zeigte das Unternehmen eine Weiterentwicklung des kollaborativen Roboters Motoman HC10.
Auf der automatica veröffentlichte der VDMA <a href="https://www.all-electronics.de/maschine-und-roboter-sprechen-eine-sprache"target="_blank"> zwei Companion Spezifikationen für OPC UA</a>, konkret für Robotik und Bildverarbeitung.
Die <a href="https://www.all-electronics.de/scaras-fuer-den-reinraum"target="_blank">Scara-Baureihe TS2</a> ist modular aufgebaut und verfügt erstmals über die eigens entwickelte JCS-Antriebstechnik, die bereits aus den Sechsachsern von Stäubli bekannt ist.
Als erster Roboteranbieter zeigte Comau ein <a href="https://www.all-electronics.de/tragbare-robotik"target="_blank">Exoskelett</a> das den anderen Neuheiten auf dem Stand die Schau stahl.

Globale Reiseverbote als Hinderniss für eine gewohnte automatica

In Abstimmung mit dem VDMA-Fachverband Robotik + Automation hatte die Messe München im März entschieden, die Messe vom Juni in den Dezember zu verlegen. Mit der Verschiebung auf den spätmöglichsten Jahrestermin und der Ausarbeitung eines umfassenden Schutz- und Hygienekonzepts hatte die Messe München alles dafür getan, dass eine sichere Präsenzmesse stattfinden kann. Im Juni, als sich eine Entspannung der Lage abzeichnetet, war die Messe München auch noch davon überzeugt, dass die automatica und electronica stattfinden würden. Doch die aktuelle Entwicklung macht jetzt ein Umdenken zwingend erforderlich.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen wurden in den letzten Wochen für immer mehr europäische Länder und Regionen Reisebeschränkungen verfügt. Auch die Reisesituation außerhalb Europas hat sich praktisch nicht verbessert. Zudem haben viele nationale und internationale Konzerne interne Reiseverbote ausgesprochen. Deshalb befürchten die meisten Aussteller, dass nur wenige der ursprünglich erwarteten Besucher vor Ort sein werden. Aus diesem Grund kommt für sie die Teilnahme an der automatica 2020 nicht mehr in Betracht. Unter diesen Umständen – die sich voraussichtlich nicht bessern werden – kann die automatica 2020 ihre Aufgabe, Angebot und Nachfrage zusammen zu bringen, nicht erfüllen. Laut Pressemitteilung würde eine Durchführung der automatica in diesem Dezember die Messe auf Dauer sogar nachhaltig beschädigen.

Video zur Automatica 2018

Falk Senger, Geschäftsführer Messe München, zu der Entscheidung: „Eine Messe lebt von ihren Teilnehmern. Doch zu viele unserer Aussteller und Besucher hätten wegen der Reisebeschränkungen nicht nach München kommen können. Deshalb mussten wir uns letztendlich für eine Absage der automatica 2020 entscheiden.“

„Die ursprüngliche Entscheidung zur Verschiebung der automatica war richtig. Weil sich die äußeren Bedingungen zuletzt stark verschlechtert haben, ist eine Neubewertung der Lage jetzt aber unumgänglich“, bekräftigt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA Robotik + Automation.