Systemverhalten verständlich machen
Alejandro Vukotich verlässt Qualcomm für eigenes Start-up
Nach vier Jahren bei Qualcomm schlägt Alejandro Vukotich ein neues Kapitel auf. Der erfahrene Automotive- und ADAS-Manager verlässt den Chiphersteller und gründet gemeinsam mit drei Partnern das Softwareunternehmen Airox.
Alejandro Vukotich ist beim AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress ein gern gesehener Gast und Redner. Nach vier Jahren bei Qualcomm hat er den Chiphersteller verlassen und mit Airox ein eigenes Softwareunternehmen gegründet.
Matthias Baumgärtner
Alejandro Vukotich verlässt Qualcomm nach vier Jahren und wechselt in die Rolle des Unternehmensgründers. Gemeinsam mit Gregor Zink, Alfons Pfaller und Ewald Gössmann hat er das Softwareunternehmen Airox gegründet. Vukotich selbst gab den Schritt auf LinkedIn bekannt.Damit endet für den erfahrenen Automotive-Manager eine Station, während der er insbesondere an den Themen Fahrerassistenz, automatisiertes Fahren und Software-defined Vehicle arbeitete. Noch 2025 bezeichnete Qualcomm Vukotich als Vice President Product Management.
Was plant Alejandro Vukotich mit Airox?
Mit Airox konzentriert sich Vukotich nun auf die Analyse komplexer eingebetteter und cyber-physischer Systeme. Mitgründer sind Gregor Zink, Alfons Pfaller und Ewald Gössmann. Das Team bringt jeweils 25 bis mehr als 30 Jahre Erfahrung aus Unternehmen wie Audi, BMW, Cariad, Qualcomm, Ericsson, Elektrobit, Siemens, Tasking und Continental mit.
Dabei kommen unterschiedliche Schwerpunkte zusammen: Gregor Zink war unter anderem vier Jahre CEO von Tasking und wechselte 2025 in dessen Advisory Board. Alfons Pfaller, bei Airox Co-Founder und CTO, war zuvor in leitenden Funktionen bei Audi, BMW und Cariad tätig und verantwortete dort unter anderem große Softwareprogramme sowie die Entwicklung von Softwareplattformen und SDV-Architekturen. Ewald Gössmann bringt ebenfalls langjährige Automotive-Erfahrung mit. Zu seinen Stationen gehören Audi, Cariad, SAIC Volkswagen und das frühere Electronics Research Laboratory von Volkswagen im Silicon Valley, wo er unter anderem an Elektronik, Fahrerassistenz und Systemarchitekturen arbeitete. Gegründet wurde die Airox Technology im April 2026.
Wie soll Pulsar der Automobilindustrie helfen?
Das zentrale Produkt des Unternehmens ist die Plattform Pulsar. Sie soll vorhandene Laufzeitdaten wie Logs, Traces und Metriken analysieren und daraus rekonstruieren, wie sich ein System im realen Betrieb tatsächlich verhält. Zunächst bildet Pulsar aus den Daten die reale Topologie eines Systems ab. Anschließend analysiert die Software, wie sich Ereignisse und Fehler durch verschiedene Komponenten und Domänen fortpflanzen. Daraus entsteht laut Airox ein dynamisches Modell des Systems.
Damit soll Pulsar vor allem dort helfen, wo Fehler in komplexen Softwarearchitekturen nur schwer auf eine einzelne Ursache zurückzuführen sind. Die Plattform soll Anomalien erkennen, Unterschiede zwischen Softwareständen sichtbar machen und bei der Root-Cause-Analyse den Weg von einem beobachteten Fehler zurück zu dessen möglichem Ursprung nachvollziehen. Airox verspricht sich davon kürzere Fehlersuchen und weniger Abstimmungsaufwand zwischen Entwicklungsteams und Zulieferern. Spezifikationen oder Zugriff auf den Quellcode sollen dafür nach Unternehmensangaben nicht erforderlich sein.
Nach Angaben des Unternehmens befinden sich erste Funktionen von Pulsar bereits in Pilotprojekten. Dazu gehören unter anderem System Mapping, Anomaly Detection, Change Detection und Root-Cause Analysis; ausgewählte Partner erhalten zudem Early Access.
Airox lässt sich auch beim automotiveIT Kongress am 14. Oktober in Ingolstadt persönlich treffen. Das Unternehmen steht dort zudem auf der Shortlist für die automotiveIT IT Team Awards, über die die Community abstimmen kann.
Einen weiteren Einblick in den Ansatz gibt es beim automotiveIT car.summit am 19. November 2026 in München. Dort hält Airox-Mitgründer und CTO Alfons Pfaller um 16:30 Uhr den Startup-Pitch „Software-Defined Systems at Human Limits: A New Approach to System Understanding“. Darin geht es um die Frage, wie sich die wachsende Komplexität softwaredefinierter Fahrzeuge beherrschen lässt und welche Rolle KI dabei für die Analyse und das Verständnis komplexer Systeme spielen kann.
Von Qualcomm selbst gibt es bislang keine eigene Mitteilung zum Ausscheiden von Alejandro Vukotich.