Mit Ecken, Kanten und Gesprächsbedarf

Gelungene Premiere für die EFX 2026

Die neue EFX in Stuttgart wollte vieles anders machen als klassische Elektronikmessen. Weniger Maschinen, mehr Kommunikation. Weniger Hallenstress, mehr Begegnungen. Nach drei Messetagen ließ sich festhalten: Das neue Format hat funktioniert. Nicht in allen Punkten perfekt, aber mutig, erfrischend und mit einer Resonanz, die viele Aussteller positiv überrascht hat.

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Die erste EFX hat gezeigt, dass die Elektronikfertigung Raum für neue Veranstaltungsformate hat. Die Mischung aus Ausstellung, Networking, Fachprogramm und entspannter Atmosphäre wurde von Besuchern und Ausstellern gleichermaßen positiv aufgenommen.
Die erste EFX hat gezeigt, dass die Elektronikfertigung Raum für neue Veranstaltungsformate hat. Die Mischung aus Ausstellung, Networking, Fachprogramm und entspannter Atmosphäre wurde von Besuchern und Ausstellern gleichermaßen positiv aufgenommen.

Schon vor Hallenöffnung zeigte sich am ersten Messetag, dass das Interesse der Branche groß war, bildeten sich doch vor den Eingängen bereits Warteschlangen. In der Halle selbst erwartete die Besucher dann ein ungewöhnliches Konzept. Statt klassischer Messegänge gruppierten sich die Aussteller um zentrale Kommunikationsflächen, Vortragsbühnen und Networking-Bereiche.

Die Neugierde auf die erste EFX war groß und so strömten bereits zu Messebeginn etliche Besucher in die Halle.
Die Neugierde auf die erste EFX war groß und so strömten bereits zu Messebeginn etliche Besucher in die Halle.

Besonders auffällig war die Atmosphäre. Die Veranstalter hatten großen Wert darauf gelegt, dass sich Aussteller und Besucher auf Gespräche konzentrieren konnten. Kostenfreie Verpflegung, Kaffee-Stationen, Candy-Bar und ein gemeinsames Abendprogramm schufen einen Rahmen, der von vielen Teilnehmern ausdrücklich gelobt wurde. Die Kaffeemaschinen liefen praktisch durchgehend, die Candy-Bar war bereits nach kurzer Zeit leergeräumt, und auch das schwäbische Mittagessen fand großen Anklang. Für viele Aussteller war genau dieser Ansatz ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

„Das Gesamtkonzept ist super, da hat sich jemand Gedanken gemacht“, resümieren die meisten Aussteller und Besucher. Gerade die Verpflegung und die entspannte Atmosphäre hätten dazu beigetragen, dass Gespräche nicht ständig unterbrochen würden.

Besucherqualität überzeugt

Wichtig war den Veranstaltern, dass auf die Geschäftsgespräche in einer zwanglosen, angenehmen Atmosphäre stattfinden konnten.
Wichtig war den Veranstaltern, dass auf die Geschäftsgespräche in einer zwanglosen, angenehmen Atmosphäre stattfinden konnten.

Mit 4.800 Besuchern und 165 Ausstellern aus 16 Ländern konnte die EFX respektable Premierenzahlen vorweisen. Besonders erfreulich war für viele Unternehmen die Qualität der Kontakte.

So zeigte man sich unter anderem bei Göpel electronic positiv überrascht. Die Erwartungen seien im Vorfeld durchaus vorsichtig gewesen, erklärt ein Unternehmensvertreter. Am Ende habe man jedoch deutlich mehr hochwertige Gespräche geführt als erwartet.

Ähnlich fällt das Fazit bei IBL Löttechnik aus. Dort wurde zwar eingeräumt, dass eine neue Veranstaltung naturgemäß nicht die Besucherzahlen etablierter Leitmessen erreichen könne, dennoch sei man mit der Resonanz sehr zufrieden. Vor allem am zweiten und dritten Messetag habe der Besucherstrom spürbar angezogen.

Auch bei Spea überwog die Zufriedenheit. Nach einem eher verhaltenen Start am ersten Vormittag seien die beiden folgenden Tage von durchgehend gutem Besucheraufkommen geprägt gewesen. Das Unternehmen berichtete von zahlreichen Kontakten zu Bestandskunden, aber auch zu neuen Interessenten.

Kontron bewertete insbesondere das neue Messekonzept positiv. Die räumliche Aufteilung und die zahlreichen Gesprächsmöglichkeiten hätten gut funktioniert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass einige Unternehmen ihr gewohntes Publikum aus der EMS-Branche nicht im gleichen Umfang antrafen wie auf anderen Veranstaltungen.

Maschinen bleiben Publikumsmagneten auf der EFX

Maschinen waren und bleiben ein Anziehungspunkt - hier besteht für die nächste EFX Optimierungspotenzial.
Maschinen waren und bleiben ein Anziehungspunkt - hier besteht für die nächste EFX Optimierungspotenzial.

Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch zahlreiche Gespräche: die Rolle von Maschinen auf der EFX. Ursprünglich war die Veranstaltung mit dem Anspruch gestartet, weitgehend ohne große Exponate auszukommen. Im Laufe der Vorbereitungen wurde dieser Ansatz jedoch aufgeweicht. Eine Entscheidung, die sich aus Sicht vieler Aussteller als richtig erwiesen hat.

Bei Göpel electronic lautete das Fazit eindeutig: „Ganz ohne Gerät wäre nicht der richtige Weg gewesen.“ Die Kombination aus Kommunikation und konkreter Technologiepräsentation habe sich bewährt.

Auch Luminovo sieht Maschinen weiterhin als wichtigen Bestandteil eines Messeauftritts. Wer neue Zielgruppen ansprechen wolle, müsse Technologien sichtbar und erlebbar machen. Ein Bild könne vieles erklären, eine Maschine selbst zu erleben jedoch deutlich mehr.

Besonders deutlich formuliert es Spea. Das Unternehmen hatte sich an die ursprüngliche Vorgabe gehalten und auf Exponate verzichtet, während andere Aussteller Maschinen präsentierten. Rückblickend sei das ein Nachteil gewesen. „Unsere Maschinen sind ein Blickfang. Die Leute bleiben stehen“, erklärte der Unternehmensvertreter. Bei einer Neuauflage würde man definitiv wieder Exponate mitbringen.

Highlight Guided Tours

Ein besonderes Highlight waren die productronic Guided Tours. Das Konzept, Besucher gezielt zu ausgewählten Unternehmen zu führen, erwies sich als voller Erfolg. Die Erwartungen waren zunächst eher bescheiden. Zehn Teilnehmer wären bereits zufriedenstellend gewesen, 20 hätten die Organisation anspruchsvoll gemacht. Tatsächlich schlossen sich einer Tour dann jedoch rund 35 Interessierte an, was zwar herausfordernd, aber ein voller Erfolg für alle Beteiligten war.

Auch die Auswirkungen waren bemerkenswert: Die Teilnehmer sorgten für Menschentrauben an den beteiligten Ausstellerständen, was für viele weitere Besucher der Anreiz war, ebenfalls zuzuhören. So schlossen sich im Laufe der Tour spontan weitere Teilnehmer der Gruppe und sorgten dadurch für viele Aussteller für zusätzliche Sichtbarkeit. Die Gespräche verliefen intensiv, die Zeitplanung funktionierte und zahlreiche Teilnehmer suchten später erneut den Kontakt zu den vorgestellten Unternehmen.

Lob für Versorgung und Networking

Die erstmals angebotenen Guided Tours der productronic wurden sehr gut angenommen.
Die erstmals angebotenen Guided Tours der productronic wurden sehr gut angenommen.

Über nahezu alle Interviews hinweg wurde ein Punkt immer wieder hervorgehoben: Die Organisation habe den Ausstellern viel Arbeit abgenommen.

„Man muss sich um die Versorgung keine Gedanken machen“, lautete ein häufig geäußerter Kommentar. Aus Sicht vieler Unternehmen reduzierte dies den organisatorischen Aufwand erheblich und schuf mehr Zeit für Kundenkontakte.

Auch das Abendprogramm fand großen Zuspruch. Nach Messeschluss verwandelte sich die Lounge in eine Networking-Zone mit Live-Musik, Cocktails und informellen Gesprächen. Die langen Schlangen an Bar und Cateringstationen zeigten, dass das Angebot angenommen wurde.

Verbesserungsbedarf bei Programm und Kommunikation

Trotz des insgesamt positiven Eindrucks nannten nahezu alle Gesprächspartner einen zentralen Kritikpunkt: Die Inhalte auf den Bühnen waren nicht ausreichend sichtbar. Das war schade, denn die Aussteller hatten sich dabei so richtig ins Zeug gelegt und zum Teil wirklich einzigartige Programmpunkte auf die Beine gestellt.

Viele Aussteller bemängelten, dass Besucher oft gar nicht erfuhren, welche Vorträge, Panels oder Bar Talks gerade stattfanden. Die Informationen waren vielfach nur über die App oder QR-Codes verfügbar. Ganz ehrlich: Welcher Besucher, der sich erstmal orientieren muss, zückt gleich sein Handy und checkt, was außer den Ständen noch so geboten ist? Große Anzeigetafeln, Monitore oder regelmäßige Durchsagen könnten hier künftig für deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgen. Nach Meinung vieler Aussteller hätten einige Programmpunkte wesentlich mehr Publikum verdient gehabt.

Fazit

Wie bei allen Neuerschaffungen gibt es auch bei der EFX Optimierungspotenzial - aber die Richtung stimmt auf jeden Fall und einer Neuauflage steht nichts im Weg.
Wie bei allen Neuerschaffungen gibt es auch bei der EFX Optimierungspotenzial - aber die Richtung stimmt auf jeden Fall und einer Neuauflage steht nichts im Weg.

Die erste EFX hat gezeigt, dass die Elektronikfertigung Raum für neue Veranstaltungsformate hat. Die Mischung aus Ausstellung, Networking, Fachprogramm und entspannter Atmosphäre wurde von Besuchern und Ausstellern gleichermaßen positiv aufgenommen.

Natürlich gibt es Optimierungspotenzial. Vor allem die Sichtbarkeit des Rahmenprogramms und die künftige Rolle von Maschinen werden die Organisatoren beschäftigen. Doch das Grundkonzept überzeugt - oder, wie ein Aussteller am Ende des dritten Messetages zusammenfasste: Die Besucherzahlen mögen noch nicht auf dem Niveau etablierter Großmessen liegen. Die Qualität der Gespräche aber habe gestimmt. Und genau darum ging es bei der Premiere der EFX.