Elektronikfertigung in der Schweiz

Variosystems baut Schweizer Produktion aus

Variosystems hat in Steinach zusätzliche Kapazitäten für Beschichtung, Klebeprozesse und weitere Fertigungsschritte geschaffen. Damit ist der Ausbau noch nicht abgeschlossen: Für 2027 sind weitere Anlagen und Automatisierungsschritte geplant.

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Variosystems HQ Steinach
Variosystems baut am Standort Steinach Kapazitäten für Oberflächenbeschichtung, Klebeprozesse und weitere Fertigungsschritte aus. Für 2027 sind unter anderem eine Plasma-Oberflächenbehandlung und zusätzliche automatisierte Prozesskontrollen geplant.

Im Mittelpunkt der Investitionen von Variosystems stehen die Oberflächenbeschichtung und weitere Spezialprozesse für elektronische Baugruppen. Dafür hat Variosystems bereits im September 2025 das Gerätebau-Kompetenzzentrum modernisiert, räumlich verlagert und erweitert. Die Neuordnung der Flächen soll zugleich zusätzliche Kapazitäten für die Leiterplattenbestückung sowie Raum für den Ausbau des Conformal Coatings und weiterer Fertigungs- und Nachbearbeitungsschritte schaffen. Die Maßnahmen richten sich insbesondere an Anforderungen aus regulierten Branchen wie Aerospace & Defense sowie Medtech & Life Science.

Neuer Silikonierraum und gebündelte Klebeprozesse

Stefan Walther, COO bei Variosystems
„Wir investieren also nicht nur in Anlagen und Infrastruktur, sondern gezielt in unsere Produktionskompetenzen“, sagt Stefan Walther, COO bei Variosystems, zum geplanten Ausbau der Schweizer Produktionsstandorte.

Zu den Ausbaumaßnahmen gehört ein neuer Silikonierraum mit vorgelagerter Dekontaminationszone. Damit sollen die Bedingungen für Prozesse mit erhöhten Anforderungen an Sauberkeit und Zuverlässigkeit angepasst werden. Parallel bündelt Variosystems seine Klebeprozesse in einem neu eingerichteten Gluing Competence Center. Dort soll auch eine automatisierte Klebeanlage eingesetzt werden. Der Coating-Bereich wird ebenfalls erweitert. Geplant ist eine integrierte Beschichtungslinie, mit der Abläufe standardisiert und die Prozesssicherheit erhöht werden sollen.

„Unsere Kunden in Aerospace & Defense sowie Medtech & Life Science stehen vor immer höheren Anforderungen an Qualität, Prozesssicherheit und Nachverfolgbarkeit“, sagt Stefan Walther, COO bei Variosystems. Die Investitionen beträfen deshalb sowohl Anlagen und Infrastruktur als auch die Produktionsprozesse.

Was plant Variosystems für 2027?

Weitere Veränderungen sind für die kommenden Monate und das Jahr 2027 vorgesehen. Im THT-Bereich plant das Unternehmen Modernisierungen, Anpassungen des Produktionslayouts und zusätzliche Automatisierungsschritte. Für 2027 ist zudem eine Anlage zur Plasma-Oberflächenbehandlung vorgesehen. Die Plasmaaktivierung dient der Vorbehandlung von Oberflächen und soll die Haftung bei nachfolgenden Beschichtungs- und Klebeprozessen unterstützen. Darüber hinaus plant Variosystems ein zusätzliches Coating Automatic Optical Inspection System (CCI). Es soll die automatische optische Kontrolle innerhalb des Beschichtungsprozesses ergänzen.

Drei Standorte im europäischen Produktionsnetzwerk

Die Maßnahmen in der Schweiz sind Teil eines standortübergreifenden Produktionskonzepts. Die Werke in Steinach und Mendrisio arbeiten dabei mit dem deutschen Standort Geseke zusammen. Nach Angaben des Unternehmens stimmen die drei Standorte Fertigungsprozesse und technologische Schwerpunkte für regulierte Branchen aufeinander ab. Dadurch sollen Industrialisierung und Serienfertigung sicherheits- und funktionskritischer Elektronik innerhalb eines europäischen Produktionsnetzwerks abgebildet werden.

Variosystems hat seinen Hauptsitz in Steinach in der Schweiz und beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 2.800 Mitarbeitende. Das 1993 gegründete Unternehmen bietet Dienstleistungen von Engineering und Rapid Prototyping über Leiterplattenbestückung, Gerätebau und Kabelbaumfertigung bis zu Life-Cycle-Services an.