Miniaturisierte Ultraschallwandler für die Medizintechnik
Fraunhofer IPMS entwickelt Komponenten für MaxQ Medical
Das Zusammenspiel von Medizin- und Mikrosystemtechnik schafft neue Möglichkeiten für die Prostataversorgung. Die Partnerschaft vom Fraunhofer IPMS und MaxQ Medical zeigt, wie Mikrosystemtechnik neue Ultraschallanwendungen in der Medizin ermöglichen kann.
Jessica MoucheghJessicaMoucheghFREIE REDAKTEURIN
CMUT-Wafer vom Fraunhofer IPMS: Die mikromechanischen Ultraschallwandler sind technologische Grundlage kompakter Ultraschallsysteme.Fraunhofer IPMS
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Als Entwicklungspartner von MaxQ Medical entwickelt das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS miniaturisierte Ultraschallwandler für dessen Technologieplattform. Mit einer aktuellen Series-A-Finanzierung von 31,5 Millionen US-Dollar will das Unternehmen die Entwicklung der eigenen Plattform und das klinische Programm vorantreiben. Die Partnerschaft zeigt, wie Mikrosystemtechnik neue Ultraschallanwendungen in der Medizin ermöglichen kann.
Ultraschall spielt in der Medizin eine wichtige Rolle, um Strukturen und Gewebe im Körper sichtbar zu machen. Bei der Behandlung von Prostataerkrankungen sind kompakte Lösungen gefragt, die Ultraschalltechnik direkt in medizinische Instrumente integrieren. Dadurch lassen sich Bildgebung und therapeutische Anwendungen in einem System zusammenführen. Hier setzt die Technologieplattform von MaxQ Medical an: Das Unternehmen entwickelt ein transurethrales System, das Ultraschallbildgebung und therapeutische Anwendungen miteinander verbinden soll. Zunächst ist der Einsatz bei benigner Prostatahyperplasie (BPH), einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, vorgesehen. Perspektivisch soll die Plattform weitere medizinische Anwendungen ermöglichen.
CMUTs machen Ultraschall kompakt
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CMUTs (Capacitive Micromachined Ultrasonic Transducers) sind kapazitive mikromechanische Ultraschallwandler und die technologische Grundlage kompakter Ultraschallsysteme.Dabei handelt es sich um winzige Strukturen, die mit Verfahren der Mikrosystemtechnik hergestellt werden und elektrische Signale in Ultraschall umwandeln können. Umgekehrt lassen sich empfangene Ultraschallsignale wieder in elektrische Signale überführen.
Durch die geringe Größe und vielfältigen Integrationsmöglichkeiten bieten CMUTs interessante Voraussetzungen für medizinische Instrumente mit begrenztem Bauraum. Mehrere Wandler lassen sich zu Arrays zusammenfassen, wodurch kompakte Ultraschallsysteme mit zahlreichen Kanälen entstehen.
CMUT Evaluation-Kit vom Fraunhofer IPMSFraunhofer IPMS
Mikrosystemtechnik für die industrielle Anwendung
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Das Fraunhofer IPMS verfügt über umfangreiche Kompetenz in der Entwicklung von CMUTs. Die Arbeiten umfassen unter anderem das Design der Bauelemente, die Entwicklung geeigneter Fertigungsprozesse sowie die Herstellung und Charakterisierung. Damit kann das Institut die CMUT-Technologie gezielt an die Anforderungen unterschiedlicher Anwendungen anpassen.
Die Entwicklungspartnerschaft mit Orchard Ultrasound Innovation und dessen erster Ausgründung MaxQ Medical steht dabei beispielhaft für den Technologietransfer des Fraunhofer IPMS. Ziel ist es, Forschungsergebnisse nicht nur im Labor weiterzuentwickeln, sondern gemeinsam mit Industriepartnern an konkrete Anforderungen anzupassen und für neue Anwendungen nutzbar zu machen. Neben der Miniaturisierung spielen unter anderem Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und die Integration in bestehende Systemkonzepte eine wichtige Rolle. Die Entwicklung geeigneter CMUTs erfordert deshalb das Zusammenspiel von Mikromechanik, Halbleitertechnologie und Systementwicklung.
Das Einsatzpotenzial der CMUT-Technologie reicht über die Zusammenarbeit mit MaxQ Medical hinaus. In der Medizintechnik entwickelt das Fraunhofer IPMS Lösungen unter anderem für die medizinische Bildgebung und photoakustische Systeme. Weitere Einsatzmöglichkeiten eröffnen sich überall dort, wo Sensorik auf kleinem Raum nötig ist, beispielsweise in Wearables, kompakten Sensorsystemen und bei der Mensch-Maschine-Interaktion.