Ohne Raumfahrt kein funktionierender Alltag

TÜV Nord sichert Satellitentechnologie langfristig ab

Ob Navigation im Auto, Wettervorhersagen oder Kommunikation – zahlreiche Funktionen im Alltag wären ohne Satelliten im Weltraum nicht möglich. Die TÜV Nord Group baut deshalb die Aktivitäten im Bereich Relifing-Verfahren gezielt aus.

Für die Ausrichtung der Sonnensegel eines Satelliten kommen von Rodriguez maßgefertigte Wälzlager zum Einsatz, die auf die besonderen Kräfteverhältnisse und Umweltbedingungen im Weltraum ausgelegt sind.
Ein Ausfall von Satelliten kann sich negativ auf Funktionen im Alltag auswirken.

Viele Menschen unterschätzen, wie stark ihr Alltag von funktionierender Raumfahrt abhängt. Dabei kann ein Ausfall von Satelliten unmittelbare Auswirkungen auf Navigation, Kommunikation oder sogar die Katastrophenvorsorge haben. Eine zentrale Herausforderung der Raumfahrt liegt in den langen Entwicklungszyklen: Zwischen Planung und Start einer Mission vergehen häufig zehn bis fünfzehn Jahre oder mehr. Elektronische Komponenten müssen in dieser Zeit oft eingelagert werden und altern dabei auch ohne Nutzung.

Hier setzt das sogenannte Relifing an. In einem standardisierten Verfahren wird überprüft, ob elektronische, elektrische und elektromechanische Komponenten (EEE-Bauteile) auch nach jahrelanger Lagerung noch den hohen Anforderungen der Raumfahrt entsprechen.

Relifing ist ein wesentlicher Baustein für die Sicherheit und Verfügbarkeit moderner Infrastruktur. Es stellt sicher, dass Satelliten auch nach langen Vorlaufzeiten zuverlässig arbeiten – und damit die Dienste, auf die Wirtschaft und Gesellschaft täglich angewiesen sind.

Holger Krumme, Geschäftsführer von Alter | HTV

Die TÜV Nord Group führt diese Prüfungen gemeinsam mit Tochter Alter | HTV nach dem europäischen Raumfahrtstandard ECSS-Q-ST-60-14C durch. Der mehrstufige Prozess umfasst unter anderem visuelle Inspektionen, elektrische Funktionstests sowie weiterführende Prüfungen wie Dichtheits- oder Lötbarkeitstests.

Das Verfahren ist Teil eines umfassenden Obsoleszenz-Managements. Denn viele elektronische Bauteile sind nur begrenzte Zeit verfügbar, während Raumfahrtprojekte über Jahrzehnte geplant werden. Durch eine gezielte Langzeitlagerung, beispielsweise mit dem von Alter | HTV entwickelten TAB-Plus-Verfahren, das eine sichere Lagerung von Bauteilen für bis zu 50 Jahre ermöglicht, sowie durch regelmäßige Prüfungen lassen sich Risiken minimieren und wichtige Komponenten langfristig verfügbar halten.