Elektronik Entwickler Karriere

Nora Pohle, Infineon: „Ich liebe an meinem Beruf vor allem seine Vielfältigkeit: kein Tag ist wie der andere und der Job hält immer wieder neue Herausforderungen bereit, wodurch ich mich immer weiterentwickeln kann." (Bild: Hüthig/Infineon/Adobe Stock)

Welche Tätigkeit haben Sie?

Nora Pohle: Ich bin als Senior Engineer Digital Concept and Design in der Chip-Entwicklung bei der Infineon Technologies AG tätig, dem größten deutschen Halbleiterhersteller. Zum Beispiel entwickle ich neue Funktionalitäten für unseren automotive Mikrocontroller AURIX, das „Gehirn“ für viele elektronische Systeme im Auto wie Airbag, Abstandskontrolle oder Motorsteuerung.

Was machen Sie bei Infineon?

Nora Pohle: Unsere Abteilung bietet Design Services für alle Geschäftsbereiche an. Ich bin verantwortlich für die Entwicklung sogenannter digitaler funktionaler Blöcke, die in unsere Produkte integriert werden: Als Concept Engineer erstelle ich aus abstrakten Anforderungen an das Modul eine genauere Beschreibung seiner Architektur. Das Design Engineering umfasst dann die tatsächliche Implementierung in einer Hardware-Beschreibungssprache, also VHDL und SystemVerilog. Anschließend überprüfen unsere Verifikationsingenieur*innen noch einmal die Implementierung und wir tauschen uns darüber aus. Das ist wichtig, um eine hohe Qualität zu gewährleisten und systematische Fehler zu vermeiden. Schließlich unterstütze ich die Integration dieser Blöcke in die Produkte.

Wir bauen bei Infineon hochleistungsfähige Chips, die sehr komplexe Funktionen ausführen können und die wir bezüglich Performanz, Fläche und Energieverbrauch optimieren. Eine Herausforderung dabei ist, gewisse Komponenten dennoch so generisch zu entwickeln, dass wir sie in weiteren Produkten wiederverwenden können. Dahinter steht das Ziel, eine schnellere Time-to-Market zu erreichen und Entwicklungskosten zu reduzieren. Meine Erfahrungen aus dem Digitaldesign bringe ich daher in einem Methodik-Projekt ein, mit dem wir unsere Entwicklungsprozesse mit Blick auf Wiederverwendbarkeit weiter verbessern.

Was angehende Elektronik-Entwickler wissen müssen

ELektronik-Entwicklerin bei der arbeit, Testen und Löten.
(Bild: Scanrail @ AdobeStock)

Kaum eine Branche ist gerade so gefragt wie die Elektronik-Industrie, da sie aktuelle Trendmärkte enorm prägt. Entsprechend hoch ist auch die Nachfrage nach Entwicklern. Wie wird man also Elektronik-Entwickler und welche Karriere-Chancen gibt es? Wir haben das Wichtigste zusammengefasst.

Wie sieht der Arbeitsalltag als Senior Engineer Digital Concept and Design aus?

Nora Pohle: Glücklicherweise sehr vielfältig. An manchen Tagen habe ich relativ viele Meetings, gerade wenn Abstimmungen mit verschiedenen Projekten anstehen oder bei der Integration eines Moduls Fragen aufkommen. An anderen Tagen konzentriere ich mich auf die Entwicklungsarbeit, zum Beispiel um in einem meiner digitalen Blöcke eine neue Funktion zu implementieren.

Was haben Sie studiert bzw. erlernt?

Nora Pohle: Ich habe Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU München studiert und mich im Master auf den Schwerpunkt „Design of Electronic Circuits and Systems“ fokussiert. Parallel dazu habe ich an der Ludwig-Maximilians-Universität München noch einen Bachelorabschluss in Philosophie und Psychologie erworben, was für mich persönlich sehr bereichernd war.

Was macht der Job mit dem Privatleben?

Nora Pohle: Infineon achtet auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Wenn Überstunden anfallen, können diese durch Freizeit abgegolten werden. Außerdem gewinne ich durch die Möglichkeit, auch im Home-Office zu arbeiten, einiges an Flexibilität.

Was macht eigentlich ein...? – Jobs in der Elektronik

Elektronik Entwickler Karriere
(Bild: golubovy @ AdobeStock)

Kaum ein Industriezweig bietet so viele verschiedene Karrieremöglichkeiten wie die Elektronikbranche. Ob Programmierer in der Automatisierung, Entwickler für Elektronik-Systeme, Chip-Designer oder vielleicht doch lieber technischer Redakteur in Marketing und PR – die Auswahl an Jobs in der Elektronik ist riesig. Wir haben mit ein paar Entwicklern und Elektrotechnikern gesprochen:

 

Welche Eigenschaften braucht man für den Job?

Nora Pohle: Wichtig ist in erster Linie natürlich ein Interesse für die Chipentwicklung und die Fähigkeit, sich tiefgehend einzudenken und sich selbstständig neue technische Zusammenhänge zu erschließen. Dazu gehört auch die Bereitschaft mit vielen Tools und Software zu arbeiten und die Geduld, die Entwicklung sauber zu dokumentieren. Aber auch Teamfähigkeit und Offenheit sind in diesem internationalen Umfeld unverzichtbar.

Welche Highlights bringt der Job mit sich?

Nora Pohle: Ich liebe an meinem Beruf vor allem seine Vielfältigkeit: kein Tag ist wie der andere und der Job hält immer wieder neue Herausforderungen bereit, wodurch ich mich immer weiterentwickeln kann. Eine Besonderheit an der Arbeit in der Zentralabteilung ist sicherlich, dass wir mit sehr vielen unterschiedlichen Entwicklungsprojekten und Teams an den verschiedensten Standorten von Indien und China bis zu den USA zusammenarbeiten, was unsere Arbeit besonders spannend und vielseitig macht. Es ist faszinierend zu sehen, wie hunderte Ingenieur*innen weltweit miteinander vernetzt zusammenarbeiten, um einen Chip zu entwickeln, der beispielsweise sehr komplexe Steuerungsaufgaben im Fahrzeug übernimmt und uns dem autonomen Fahren ein Stück näherbringt.

Wie haben Sie den Beruf gefunden?

Nora Pohle: Ich hatte während des Studiums schon die Möglichkeit als Praktikantin und Werkstudentin in die Berufspraxis bei Infineon hinein zu schnuppern. Ich wollte sehen, wie man die im Studium erlernte Theorie einsetzt, um tatsächlich einen Chip zu entwickeln. Dabei haben mich sowohl die Aufgaben im Digitaldesign als auch Infineon als Arbeitgeber überzeugt. Während des Studiums frühzeitig praktische Erfahrungen in der Industrie zu sammeln, lohnt sich auf jeden Fall. Das motiviert nicht nur für das Studium, sondern hilft auch sehr bei der Orientierung, in welche Richtung man sich spezialisieren möchte.

Warum sind Sie in die Elektronik gegangen?

Nora Pohle: Mathe und Physik fand ich schon in der Schule sehr spannend. Allerdings hatte ich an einem humanistischen Gymnasium wenig weitere Berührungspunkte mit dem Ingenieurwesen. In meinem Umfeld waren viele über meine Studienwahl überrascht, zum Teil auch weil die Elektrotechnik leider immer noch eine Männerdomäne ist. Insofern war das Studium ein kleiner Sprung ins Ungewisse, im Nachhinein aber sicherlich die richtige Wahl. Gerade mathematisch-interessierten Schülerinnen kann ich diesen spannenden und zukunftsweisenden Bereich sehr empfehlen.

Was verdient man in der Branche?

Nora Pohle: Generell sind die Chancen am Arbeitsmarkt in der Halbleiterbranche sehr gut und daher auch die Gehälter äußerst attraktiv. Darüber hinaus bietet Infineon viele weitere Benefits von der Kinderbetreuung bis zur Altersvorsorge.

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