Halbleiter-Wafer

Die Halbleiterfertigung ist aufwendig, zeit- und kostenintensiv, denn die Fertigung im untersten Nanometer-Bereich bedarf speziell entwickelter Technologien. Die Entwicklung dieser wird teurer, je niedriger die Technologie-Knoten gehen. (Bild: Laura Ockel @ Unsplash)

Nach dem Rekordjahr 2018 mussten die Halbleiterhersteller 2019 teilweise erhebliche Umsatzrückgänge verkraften, allerdings konnten sie sich bereits 2020 wieder davon erholen – trotz Corona-Pandemie. Das Rekordjahr 2018 entstand durch außergewöhnlich hohe Preise für Speichermedien, erst 2019 normalisierten sich die Preise wieder. Für 2021 sehen die Prognosen gut aus: Rund 460 Milliarden US-Dollar sollen die Halbleiterhersteller dann umsetzen, 20 Milliarden mehr als noch 2020.

Experten sagen der Branche auch weiterhin starkes Wachstum voraus, das vor allem durch die Trends des autonomen Fahrens und der künstlichen Intelligenz (KI) getrieben wird. Noch machen diese Märkte allerdings nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus. So belief sich der Umsatz mit Halbleiterprodukten für den Automobilbereich 2020 lediglich auf rund 33 Milliarden US-Dollar. Einen weitaus größeren Anteil am Umsatz der Halbleiterhersteller hatten die Speicherlösungen mit rund 119 Milliarden US-Dollar. Rund 68 Milliarden US-Dollar setzte der Bereich Mikroprozessoren und Mikrocontroller um.

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon hat den Sprung in die Top 10 knapp verpasst, ist allerdings Marktführer in verschiedenen anderen Märkten wie etwa bei Leistungshalbleitern, IGBTs oder MOSFETs.

Hier sind die laut Statista Top 10 der größten Halbleiterhersteller weltweit:

Halbleiterunternehmen investieren Millionen in R&D und Fertigung

Die Halbleiterfertigung ist teuer. So investierte Bosch rund 1 Milliarde Euro in sein 300-mm-Werk in Dresden. Rund 2,5 Jahre später laufen dort seit März 2021 die ersten Wafer durch die Fertigungsanlagen. Schon während der Bauphase ließen sich die Ausmaße des Halbleiterwerks erahnen. Am 7. Juni ist die Offizielle Eröffnung des Werks.

Da die eigene Halbleiterherstellung sehr kostenintensiv ist, haben sich viele Unternehmen in der Branche für ein Modell ohne eigene Fertigung (fabless) entschieden, in dem sie ausschließlich die Entwicklung übernehmen. Die Fertigung übernehmen dann Foundries, also Unternehmen, die sich ausschließlich auf die Herstellung von Halbleitern spezialisieren und eine Auftragsfertigung anbieten. Bekannt sind hier etwa TSMC, Samsung oder Globalfoundries. TSMC beispielsweise will eine zweistellige Milliardensumme in den Bau von Halbleiter-Fabs im US-amerikanischen Arizona investieren.

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Den Stellenwert von Halbleitern haben aber auch viele Länder erkannt. US-Präsident Joe Biden hat im März 2020 beispielsweise per Executive Order angeordnet, Lieferketten zu prüfen und die Halbleiterfertigung in den USA zu fördern. Auch die EU hat mit ECSEL ein Programm ins Leben gerufen, das die Mikroelektronik in der EU fördern soll. Auch Südostasien will seine Position am Halbleitermarkt weiter ausbauen. Südkoreanische Halbleiterhersteller wollen beispielsweise bis 2030 rund 450 Milliarden Euro investieren. Die Regierung unterstützt die Investitionen mit Steuervergünstigungen für die Unternehmen.

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