Leerer Hörsaal

Allein das Fach Elektrotechnik kann man in Deutschland an über 50 Standorten studieren. Kein Wunder, denn die Berufschancen für Absolventen sind hoch – ob in der Wissenschaft oder in der Industrie. Wir zeigen Ihnen die sieben besten Hochschulen für diesen Studiengang laut World University Rankings 2021 des Magazins Times Higher Education. (Bild: Unsplash/Nathan Dumlao)

Vom Wissen der Reglungstechnik bis hin zur elektrischen Energieversorgung der Zukunft – das Studium der Elektrotechnik ist ein vielseitiges, technisches Studium. Für Absolventen öffnen sich viele Türen, etwa in der Elektro- und Elektronikindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau oder der Energietechnik, Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Elektrotechnik ist allgegenwärtig. In der Forschung arbeiten Elektrotechniker beispielsweise an universitären Einrichtungen und entwickeln neue Verfahren oder Anwendungen. In Elektrounternehmen beschäftigen sie sich in der Forschung, Entwicklung und Engineering mit der Produktion von Technik und dem Transfer von Technik.

In Darmstadt ist das Studium beispielsweise auf sechs Schwerpunkte aufgeteilt: Automatisierungstechnik (AUT), Computergestützte Elektrodynamik (CED), Datentechnik (DT), Elektrische Energietechnik (EET), Kommunikationstechnik und Sensorsysteme (KTS), Sensoren, Aktoren und Elektronik (SAE). Neben den fachspezifischen Qualifikationen werden auch fachübergreifende Kompetenzen, wie beispielsweise Projektmanagement, Sprachen und Wirtschaftswissenschaften vermittelt. Der Studiengang ist sowohl forschungs- als auch praxisorientiert. Im Rahmen von Laborpraktika werden während des gesamten Studiums theoretische Kenntnisse in der praktischen Anwendung erprobt.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Platz 10: Die Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel ist neu in den Top 10. An der CAU können Studierende Elektrotechnik und Informationstechnik als Ein-Fach-Bachelorstudiengang studieren. Dabei werden die Grundlagen und typischen Methoden des Studienfaches vermittelt. Die ersten Studiensemester bieten eine breite Ausbildung in den Grundlagen der Elektrotechnik sowie der Informatik, der Physik, der Mathematik, der Systemtheorie und der Materialwissenschaft. In Pflicht- oder Wahlmodulen zu verschiedenen Themenfeldern der Elektrotechnik, Energietechnik, Informationstechnik und Systemtheorie bauen Interessierte vertiefendes Wissen auf. Eine Stärken des Instituts für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Kieler Universität ist laut eigenen Aussagen die ausgewogene Mischung aus einer grundlagen- und industrieorientierten Forschung. Die Kieler Professorinnen und Professoren legen dabei besonderen Wert auf Forschendes Lernen, also Ihre direkte Mitarbeit an Forschungsprojekten. (Bild: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Karriere in der Elektronik: Welche Möglichkeiten es gibt und was sich verdienen lässt

Frau sitzt vor einem Monitor und schaut ein Leiterplatten-Layout. Ein Mann schaut mit ihr zusammen auf den Bildschirm

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Universität Duisburg-Essen
Platz 9: Ebenfalls neu in den Top 10 ist die Universität Duisburg-Essen. In den ersten drei Semestern des Vollzeitstudiengangs werden die später benötigten Grundlagen aus Mathematik, Physik, Elektrotechnik und Informationstechnik vermittelt. Darauf bauen anwendungsorientierte Lehrveranstaltungen auf, die spezifische Grundlagen verschiedener Anwendungsgebiete behandeln und exemplarisch Anwendungen aufzeigen.
Der Bachelor-Studiengang ist breit angelegt, mit wenig Wahlmöglichkeiten, um ausreichende Grundlagen sowohl für die vielfältigen beruflichen Tätigkeitsfelder und Anwendungsgebiete als auch für ein nachfolgendes Master-Studium zu vermitteln.
Nach Abschluss des Bachelor-Studiengangs empfiehlt die Uni das Studium des darauf aufbauenden Masterstudiengangs mit dem Abschluss Master of Science (M.Sc.) in einer von fünf Vertiefungsrichtungen empfehlenswert. (Bild: Universität Duisburg-Essen)
Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU).
Platz 8: Letztes Jahr noch Platz 6 fällt die Technischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) um zwei Plätze zurück. Am Department Elektrotechnik-Elektronik-Informationstechnik (kurz: EEI) – eines von sechs Departments der Technischen Fakultät der Uni Erlangen – können Studenten klassisch Elektrotechnik – Elektronik – Informationstechnik studieren und seit 2023 neu auch Autonomy Technologies. Das Department EEI ist eine der tragenden Säulen im neu gegründeten und einzigartigen Energie Campus Nürnberg, wo Kompetenzen unterschiedlicher Fachdisziplinen gebündelt werden. (Bild: FAU/Georg Pöhlein)

Welche Uni bildet ihre E-Technik-Studierenden für Ihre Bedürfnisse am besten aus?

Die Employer-Branding-Beratung Universum hat für das Uni-Ranking der WirtschaftsWoche rund 500 Personalverantwortliche aus Unternehmen mit zehn bis mehreren tausend Mitarbeitern befragt, wo sie am liebsten rekrutieren - und worauf sie dabei achten. 27,4 Prozent der befragten Personalverantwortlichen gaben an, dass sie ihre Absolventinnen und Absolventen am liebsten von der TU München rekrutieren. Auf Platz zwei folgt die TU Berlin (26,8 Prozent), gefolgt von der RWTH Aachen (25 Prozent), die im Vergleich zum Vorjahr 3,5 Prozentpunkte einbüßte und den Spitzenplatz verlor.

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer im Jahr 2023 durchgeführten Umfrage unter Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen zu den Universitäten in Deutschland, die ihre Studierenden in der Fachrichtung Elektrotechnik am besten ausbilden. 27,4 Prozent der befragten Personaler zählten die Technische Universität München zu den Universitäten, die ihre Studierenden in der Fachrichtung Elektrotechnik am besten ausbilden.
Der Studiengang Elektrotechnik hat ein Imageproblem und zieht immer weniger Studenten an. Mit einem Abschluss in diesem Fach ist die Karriere somit fast sicher. Besonders wenn man ihn in München, Aachen oder Berlin macht – das ist zumindest eine der Aussagen des Uni-Rankings der WirtschaftsWoche. (Bild: Statista)

KIT
Platz 7: Sogar um drei Plätze rutscht das Karlsruher Institut für Technologie in den Rangliste nach hinten. Die ersten vier Semester vermitteln Studierenden die Grundlagen in allen Bereichen der Elektro- und Informationstechnik sowie in Mathematik und Physik. Im 5. und 6. Semester können Interessierte in einer der Vertiefungsrichtungen und mit der Bachelorarbeit Schwerpunkte nach eigenen Interessen setzen. Die Vertiefungsrichtungen sind: Elektrische Energiesysteme und Elektromobilität | Informations- und Kommunikationstechnik | Automatisierung, Robotik und Systems Engineering | Mikroelektronik, Photonik und Quantentechnologien | Materialien der Elektrotechnik | Allgemeine Elektrotechnik und Informationstechnik
Von Anfang an gibt es nach Angaben des KIT Praxisbezug und Anwendungsmöglichkeiten in Form von Workshops, einer Projektarbeit sowie einem Industrie- oder Forschungspraktikum.
Übrigens: Das KIT gehörte 2006 zu den ersten drei sogenannten Eliteuniversitäten und trägt heute den Titel „Exzellenzuniversität“. (Bild: KIT)
Unigebäude TU Dresden
Platz 6: Für die TU Dresden geht um einen Platz nach vorne. Mit 29 Professuren und einer Juniorprofessur zählt die Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik mit ihrem Leitspruch "Denken in Systemen" zu den großen Fakultäten an der TU Dresden. Die Angebote in Lehre und Forschung sind entsprechend vielfältig und decken das gesamte Spektrum des Fachgebiets ab. Das Studium der Elektrotechnik an der TU Dresden vereint alle Inhalte des Bachelor- und Master-Studiengangs und kombiniert diese mit weiteren Kompetenzen in einem klassischen Diplomstudiengang. Ganz bewusst habe sich die Uni für die Beibehaltung des akademischen Grades Diplom-Ingenieur/in (Dipl.-Ing.) entschieden: So würden Diplom-Ingenieure einen sehr guten Ruf genießen und hätten eine ausgezeichnete Berufsperspektiven in Industrie und Wirtschaft.
Das Studium umfasst ein viersemestriges Grundstudium, das für alle Studierenden gleich ist, und ein nach Studienrichtungen gegliedertes Hauptstudium. Zusätzlich haben Studierende durch Wahlfächer die Möglichkeit, ihre Ausbildung den Interessen und Neigungen entsprechend weitgehend individuell zu gestalten. Während des Grundstudiums lernen die Studierenden die Grundlagen in: Elektrotechnik, Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Mikrorechentechnik, Systemtheorie, Automatisierungs- und Messtechnik, Elektroenergietechnik, Geräteentwicklung, Werkstoffe und Technische Mechanik, Mikroelektronik und Nachrichtentechnik. Im 5. Semester wählen die Studierenden eine der folgenden Studienrichtungen: Für Robotik-Faszinierte: Automatisierungs-, Mess- und Regelungstechnik, für Weltretter: Elektroenergietechnik, für Erfinder: Geräte-, Mikro- und Medizintechnik, für Kommunikationsvisionäre: Informationstechnik, für Game Changer: Mikroelektronik. (Bild: TUD/Eckold)

Das Nachwuchsproblem der Elektronikbranche: Wo der Schuh drückt und welche Lösungen es gibt

TU Berlin Hauptgebaeude
Platz 5: Die TU Berlin verliert den dritten Platz und damit das Treppchen. Der Bachelorstudiengang Elektrotechnik gliedert sich in Berlin in ein viersemestriges Grundlagenstudium und ein zweisemestriges Fachstudium, in das sich auch ein Auslandsaufenthalt integrieren lässt. Nachdem Studierende sich die Grundlagenkenntnisse in den Kernfeldern der Elektrotechnik sowie in den Bereichen Mathematik, Physik und Informatik angeeignet haben, können sie sich auf einen der drei Studienschwerpunkte Elektrische Energietechnik, Elektronik und Informationstechnik oder Automatisierungstechnik spezialisieren. Am Ende des Studiums verfassen sie eine Bachelorarbeit.

Bei der Planung des Studiums hilft der sogenannte Studienverlaufsplan. Dieser zeigt, in welchem Semester jedes Modul dieses Studiengangs besucht werden sollten, um das Studium in der Regelstudienzeit abzuschließen. Dieser Plan ist jedoch nicht verpflichtend, sondern vielmehr als eine Orientierungshilfe gedacht. (Bild: TU Berlin/Pressestelle)
Universität Ulm
Platz 4: Mit der Universität Ulm gibt es einen weiteren Neuling in den Top 10 der besten Elektrotechnik-Unis in Deutschland. Durch die fachliche Breite der Forschung der Ingenieurwissenschaften an der Universität Ulm ist auch das Studium breit und vielfältig ausgerichtet. Dies wird z.B. deutlich durch Themen der Forschung und Lehre in Bereichen wie: Regelungsverfahren und Fahrzeugsysteme, Integrierte Schaltungen und Hochfrequenzsysteme, Informationstheorie und Informationssystemtechnik sowie Nanomaterialien und Bauelemente.

Im Unterschied zu Hochschulen, die oft von Beginn an auf bestimmte Anwendungsbereiche spezialisieren, ist das Ingenieursstudium an der Universität Ulm bewusst breiter und allgemeiner angelegt. Den Studierenden wird ein intensives Grundlagenstudium geboten, in dem neben einer Ausbildung in Mathematik, Physik und Informatik alle elektrotechnischen Grundlagen vermittelt werden. Ab dem 3. Semester kommen dann immer mehr Vertiefungsmöglichkeiten dazu, die insbesondere als Vorbereitung auf ein spezialisiertes Masterstudium vorbereiten. (Bild: Universität Ulm)
Uni Freiburg
Platz 3: Von Platz 7 aufs Treppchen geht es für die Uni Freiburg. Dort gibt es zwar den klassischen Studiengang Elektrotechnik nicht, allerdings verbindet der Weg der Mikrosystemtechnik Elektronik, Elektrotechnik, Physik, Chemie, Materialwissenschaften und Herstellungstechniken (Bild: Uni Freiburg)
RWTH Aachen
Platz 2: Die Silbermedaille geht unverändert an die RWTH Aachen. Dort werden mit dem Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik zwei Fachrichtungen vereint
Diese Kombination eröffnet Studierenden viele Entwicklungsmöglichkeiten und bietet hohe disziplinäre und interdisziplinäre Flexibilität.
Eine Basisausbildung in Mathematik, Physik, Informatik und in den Grundgebieten der Elektrotechnik bildet das fachliche Fundament, auf das Studierende später bei jeder speziellen Aufgabenstellung zurückgreifen können. Nach diesem intensiven Grundlagenstudium wählen die Studierenden eines der vier Schwerpunktgebieten:

Die Energietechnik (ET) fokussiert auf sichere und ökologische Energieversorgung und schafft beispielsweise technische Voraussetzungen für die Energiewende.

Die Informations- und Kommunikationstechnik (IK) optimiert Signalverarbeitungen und -übertragungen, mobile Informationssysteme sowie deren funktionale Vernetzung.

Die Mikro- und Nanoelektronik (MN) trägt dem Bedarf an immer kleineren funktionierenden Bauelementen und Beschichtungen Rechnung. So wird aktuell zum Beispiel an zweidimensionalen Speicherelementen geforscht.

Die Biomedizinische Technik (BMT) entwickelt mit Hilfe von technischen Methoden und Geräten Lösungen für medizinische Problemstellungen, zum Beispiel bei der Weiterentwicklung von bildgebenden Diagnoseverfahren oder Herzschrittmachern. (Bild: RWTH Aachen)
Foyer des Neubaus Electrical Engineering an der TU München
Platz 1: An der Spitze steht auch weiterhin die TU München. Die Basis des Studiengangs Elektrotechnik und Informationstechnik bilden Inhalte aus der Elektrotechnik, Informationstechnik, Mathematik, Physik sowie aus dem Bereich Signale und Systeme. Diese werden wahlweise durch Vertiefungsmodule zum Beispiel in Elektromobilität, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik, Nanoelektronik, Robotik oder Computertechnik ergänzt. Ein weiterer zentraler Aspekt des Studiengangs ist die fächerübergreifende Einbindung anderer Fachdisziplinen wie Informatik oder Maschinenwesen. (Bild: Andreas Heddergott / TUM)

Daher stammen die Daten für das Ranking der Universitäten

Grundlage der Reihenfolge ist das World University Rankings 2023 von Times Higher Education (THE) aus Großbritannien. Das jährliche Ranking des britischen Magazin basiert auf den fünf Säulen Lehre, Internationales, Drittmittel, Forschung und Zitationen.

Die Gewichtungen für das Engineering-Ranking sind:

  • Lehre: die Lernumgebung 30 %
  • Forschung: Volumen, Einnahmen und Reputation 30 %
  • Zitationen: Einfluss der Forschung 27,5 %
  • Internationalität: Mitarbeiter, Studenten und Forschung 7,5 %
  • Brancheneinkommen: Innovation 5 %

Was macht eigentlich ein...? – Jobs in der Elektronik

Elektronik Entwickler Karriere
(Bild: golubovy @ AdobeStock)

Kaum ein Industriezweig bietet so viele verschiedene Karrieremöglichkeiten wie die Elektronikbranche. Ob Programmierer in der Automatisierung, Entwickler für Elektronik-Systeme, Chip-Designer oder vielleicht doch lieber technischer Redakteur in Marketing und PR – die Auswahl an Jobs in der Elektronik ist riesig. Wir haben mit ein paar Entwicklern und Elektrotechnikern gesprochen:

 

Die wichtigsten Abkürzungen im Bereich Elektronik und Allgemeines

Dieses Abkürzungsverzeichnis erklärt eine Fülle von Abkürzungen aus dem Bereich Elektronik und begleitenden Randbereichen. Dabei geht es primär um physikalische Größen, Funktionen, Normen, Organisationen und typische Elektronik- oder Automotive-Fachbegriffe.

Der Autor: Dr. Martin Large

Martin Large
(Bild: Hüthig)

Aus dem Schoß einer Lehrerfamilie entsprungen (Vater, Großvater, Bruder und Onkel), war es Martin Large schon immer ein Anliegen, Wissen an andere aufzubereiten und zu vermitteln. Ob in der Schule oder im (Biologie)-Studium, er versuchte immer, seine Mitmenschen mitzunehmen und ihr Leben angenehmer zu gestalten. Diese Leidenschaft kann er nun als Redakteur ausleben. Zudem kümmert er sich um die Themen SEO und alles was dazu gehört bei all-electronics.de.

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