Tarifrunde Metall und Elektro 2026

Tarifrunde 2026: IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld

Jetzt steht die zentrale Forderung für die Tarifrunde 2026: Die IG Metall verlangt 5 Prozent mehr Geld. Zugleich will sie Jobs sichern und Beschäftigte in profitablen Unternehmen stärker am Erfolg beteiligen. Arbeitgeber halten bereits dagegen.

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Infografik der IG Metall zur Tarifrunde Metall und Elektro 2026 mit der Forderung nach 5 Prozent mehr Geld sowie Arbeitsplatz- und Standortsicherung, tariflicher Gewinnbeteiligung in Betrieben mit guter wirtschaftlicher Lage und einer sozialen Komponente für Beschäftigte mit niedrigen Einkommen, Teilzeitkräfte und Auszubildende.
Die IG Metall fordert für die Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektroindustrie 5 Prozent mehr Geld. Zusätzlich stehen Beschäftigungssicherung, eine tarifliche Gewinnbeteiligung für wirtschaftlich starke Betriebe und eine soziale Komponente für Beschäftigte mit niedrigeren Einkommen auf der Agenda.

Die IG Metall geht mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde 2026 der Metall- und Elektroindustrie. Der Vorstand der Gewerkschaft bestätigte am 23. September die zuvor von den regionalen Tarifkommissionen beschlossene Forderung. Beschäftigte in unteren Entgeltgruppen sollen zusätzlich bessergestellt werden.

Das Paket umfasst darüber hinaus zwei Punkte, die über eine klassische Entgeltrunde hinausgehen: eine tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung sowie erstmals eine tarifliche Gewinnbeteiligung für wirtschaftlich besonders erfolgreiche Unternehmen. Damit konkretisiert die Gewerkschaft ihre Linie für eine Tarifrunde, die seit Monaten von sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen geprägt ist. Bereits Ende Juni hatte die IG Metall die Entgelttarifverträge gekündigt und damit die Tarifbewegung 2026 eingeleitet.

Was fordert die IG Metall in der Tarifrunde 2026?

Im Mittelpunkt stehen 5 Prozent höhere Entgelte. Gleichzeitig sollen Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen stärker berücksichtigt werden. Wie diese soziale Komponente konkret ausgestaltet wird, ist Teil der regional geführten Verhandlungen.

Neu ist vor allem der Vorstoß für eine tarifliche Gewinnbeteiligung. Die IG Metall will erreichen, dass Beschäftigte in Unternehmen mit besonders guter wirtschaftlicher Lage zusätzlich am Erfolg beteiligt werden. Die Forderung soll im Flächentarifvertrag verankert werden.

Für Unternehmen in einer schwierigen Lage verfolgt die Gewerkschaft hingegen einen anderen Ansatz. Sie will überprüfen, ob der bestehende tarifliche Werkzeugkasten für Beschäftigungssicherung und Zukunftsinvestitionen ausreicht. Hintergrund ist, dass Beschäftigte in Krisenbetrieben nach Darstellung der IG Metall bereits heute auf tarifliche Leistungen verzichten, um Standorte und Arbeitsplätze zu sichern.

Unterschiedliche Ausgangslage in der Metall- und Elektroindustrie

Die Tarifrunde trifft auf eine stark gespaltene Branchenlage. Nach Angaben der IG Metall ist der Auftragsbestand in rund zwei Dritteln der Unternehmen gut oder sehr gut. Besonders günstig entwickelt sich die Nachfrage demnach im Schiff- und Schienenfahrzeugbau, in der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt sowie in der Rüstungsindustrie. Anders sieht es in Teilen der Automobilindustrie und des Maschinenbaus aus. Dort bewertet die Gewerkschaft die Auftragslage bei rund einem Drittel der Unternehmen als schlecht bis sehr schlecht.

Schon die Beschäftigtenbefragung der IG Metall unter rund 267.000 Beschäftigten hatte dieses gespaltene Bild gezeigt. 46,2 Prozent bewerteten die Situation ihres Unternehmens als gut oder sehr gut, 32,2 Prozent mit „geht so“. 21,6 Prozent bezeichneten sie als schlecht oder sehr schlecht. Besonders kritisch fiel die Einschätzung in der Automobilindustrie aus. In Anbetracht der Nachrichtenlage keine große Überraschung.

Welche Rolle spielt die Jobsicherheit für die IG-Metall?

Neben dem Entgelt ist die Beschäftigungssicherung zu einem zentralen Thema der Tarifrunde geworden. In der IG-Metall-Befragung machten sich jeweils mehr als die Hälfte der Beschäftigten Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz oder die Zukunft ihres Betriebs.

Die Gewerkschaft will deshalb den Spagat wagen und stärker zwischen Krisen- und Boomunternehmen unterscheiden. Auffällig ist, dass Stellenabbau inzwischen nicht nur Krisenbetriebe betrifft. Nach einer aktuellen Betriebsrätebefragung der IG Metall baut auch etwa jedes sechste Unternehmen mit guten oder sehr guten Aussichten Stammbelegschaft ab. Vor drei Jahren lag dieser Anteil nach Gewerkschaftsangaben noch bei 5 Prozent.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner bezeichnet die Linie als „kämpferischen Realismus“. Nach dem Automobilaktionstag am 21. September sieht sie die Beschäftigten für mögliche Auseinandersetzungen in der Tarifrunde mobilisiert.

Was sagen die Arbeitgeber zur 5-Prozent-Forderung?

Die Arbeitgeber bewerten die Lage deutlich kritischer. Gesamtmetall hält die Forderung nach 5 Prozent naturgemäß für zu hoch und verweist auf die schwache industrielle Entwicklung, Beschäftigungsverluste und den anhaltenden Kostendruck am Standort Deutschland. Bereits in den vergangenen Monaten hatten Arbeitgeberverbände vor hohen Energiepreisen, Bürokratie, Steuerbelastung und internationalem Wettbewerbsdruck gewarnt.

Die unterschiedlichen Einschätzungen von IG Metall und Arbeitgeberseite dürften damit zu einem zentralen Konflikt der Tarifrunde werden: Während die Gewerkschaft auf profitable Teilbranchen und eine teilweise bessere Auslastung verweist, betonen die Arbeitgeber die strukturellen Probleme großer Teile der Industrie.

Wie viel mehr Geld gab es zuletzt?

Die aktuelle Forderung folgt auf den Tarifabschluss von 2024. Dieser brachte in zwei Stufen insgesamt 5,1 Prozent höhere Tabellenentgelte: 2 Prozent ab April 2025 und weitere 3,1 Prozent seit April 2026. Dazu kamen eine Einmalzahlung von 600 Euro sowie höhere Ausbildungsvergütungen. Zusätzlich zu den Tabellenentgelten spielen in der Metall- und Elektroindustrie auch Sonderzahlungen wie T-ZUG und Transformationsgeld eine wichtige Rolle. Welche tariflichen Zahlungen 2025 und 2026 vorgesehen sind, hängt vom jeweiligen Anspruch und Tarifgebiet ab.

Wann beginnen die Tarifverhandlungen 2026?

Die regional geführten Tarifverhandlungen beginnen ab dem 7. Oktober 2026. Die bestehenden Entgelttarifverträge laufen am 31. Oktober aus. Gleichzeitig endet die Friedenspflicht.

Kommt bis dahin keine Einigung zustande, sind ab dem 1. November 2026 Warnstreiks möglich. Von der Tarifrunde sind bundesweit mehr als 3,7 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie betroffen.