EMS-Dienstleister wächst durch Zukäufe

Scanfil steigert Umsatz und Ergebnis deutlich

Scanfil wächst im zweiten Quartal 2026 um 28 Prozent. Neben einem organischen Plus treiben vor allem die Übernahmen von MB Elettronica und ADCO Circuits das Geschäft.

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Scanfil wächst in Südeuropa: Der Hauptsitz von MB Elettronica in Italien wird Teil des erweiterten Fertigungsnetzwerks des EMS-Dienstleisters.

Der finnische Elektronikfertigungsdienstleister Scanfil hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert. Einen wesentlichen Anteil am Wachstum hatten die übernommenen Unternehmen MB Elettronica und ADCO Circuits.

Von April bis Juni erzielte Scanfil einen Umsatz von 259 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 28,1 Prozent. Organisch wuchs der Umsatz um 4,7 Prozent, während Akquisitionen 22,1 Prozentpunkte zum Wachstum beitrugen.

Das vergleichbare EBITA stieg um 30,8 Prozent auf 18,6 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich leicht von 7,0 auf 7,2 Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich um 5 Prozent auf 11 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie von 0,16 auf 0,17 Euro.

Zukäufe treiben Wachstum im ersten Halbjahr

Im gesamten ersten Halbjahr kam Scanfil auf einen Umsatz von 488 Millionen Euro. Das waren 23,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Organisch betrug das Wachstum 5,6 Prozent. Die Akquisitionen von ADCO Circuits und MB Elettronica steuerten zusammen 71,8 Millionen Euro zum Halbjahresumsatz bei.

Das vergleichbare EBITA legte in den ersten sechs Monaten um 27,7 Prozent auf 34,2 Millionen Euro zu. Die Marge erreichte 7,0 Prozent nach 6,8 Prozent im Vorjahr. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in Amerika: Der Umsatz stieg dort im zweiten Quartal um 68 Prozent, die Profitabilität habe sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt, erklärte CEO Christophe Sut.

Auch der Bereich Aerospace & Defense entwickelte sich nach Unternehmensangaben positiv. Im zweiten Quartal sicherte sich Scanfil neue Projekte mit einem erwarteten Umsatzvolumen von rund 72 Millionen Euro. Der größte Einzelkunde stand zuletzt für weniger als 10 Prozent des Konzernumsatzes.

Gleichzeitig investiert der EMS-Dienstleister in seine Produktionsstruktur. In China hat die Erweiterung des Werks in Suzhou begonnen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2027 vorgesehen. In Deutschland schloss Scanfil die angekündigte Restrukturierung seiner Aktivitäten ab.

Der operative Cashflow ging im ersten Halbjahr allerdings von 34 auf 5,9 Millionen Euro zurück. Als Gründe nennt das Unternehmen vor allem den höheren Bedarf an Betriebskapital durch das Wachstum. Durch die Akquisitionen stieg zudem das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 0,19 auf 1,60.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Scanfil weiterhin einen Umsatz zwischen 940 Millionen und 1,06 Milliarden Euro. Das vergleichbare EBITA soll zwischen 64 und 78 Millionen Euro liegen. Das Unternehmen rechnet mit einem stärkeren zweiten Halbjahr, getragen von der Integration der Zukäufe, neuen Kundenprojekten und dem Wachstum im Luftfahrt- und Verteidigungsbereich.