Durchbruch in der Materialforschung

Fraunhofer IPMS beschleunigt Testprozess

Neue Maßstäbe in der Materialanalyse soll der neu entwickelte Messadapter des Fraunhofer IPMS setzen. Der Chip kann erstmals mehrere Elektrodenpaare gleichzeitig kontaktieren und beschleunigt damit Testprozesse.

FraunhoferIPMS_Messsadapter
Messadapter für die gleichzeitige Kontaktierung von bis zu acht Interdigitalelektrodenpaaren

Ein neu entwickelter Messadapter des Fraunhofer IPMS ermöglicht erstmals die gleichzeitige Kontaktierung von bis zu acht Interdigitalelektrodenpaaren. Dafür sorgt ein Chip auf Basis von Interdigitalelektroden, mit dem sich empfindliche und neuartige Materialien deutlich effizienter analysieren lassen. Dazu zählen unter anderem Materialien für organische Leuchtdioden (OLEDs), organische Solarzellen, organische Feldeffekttransistoren (OFET) sowie metalloxidbasierende Gassensoren. Das vereinfacht den Testprozess und verkürzt Entwicklungszeiten.

FraunhoferIPMS_Explosionszeichnung_Messadapter
Explosionszeichnung des Messadapters mit Position des AX1580 Chips. Die roten Buchsen kontaktieren das Gate, die SMA-Buchsen kontaktieren je ein Source-Drain-Paar.

Materialforscher können mit den maßgeschneiderten Chips zentrale Kenngrößen wie Leitfähigkeit, Feldeffekt, Kontaktwiderstand und Ladungsträgerbeweglichkeit präzise messen und optimieren. Um diese Leistungsfähigkeit gezielt an unterschiedliche Anwendungen anzupassen, arbeitete das Fraunhofer IPMS in den vergangenen Jahren eng mit Partnern und Auftraggebern zusammen. Die Chips wurden kontinuierlich weiterentwickelt, etwa durch neue Elektrodengeometrien, unterschiedliche Elektrodenmaterialien sowie Anpassungen von Gateoxidmaterial und -dicke. Bislang stellte insbesondere die einfache und parallele Kontaktierung mehrerer Elektroden eine Herausforderung dar. Der neue Messadapter ermöglicht jetzt die parallele Kontaktierung mehrerer Interdigitalelektrodenpaare und schließt damit diese Lücke.

Eine Auswahl der Interdigitalelektroden-Chips sowie der neue Messadapter stellt das Institut auf der Analytica 2026 (24. - 27. März, München) vor.