ASMPT hat sich gegen einen Verkauf seiner SMT-Sparte entschieden, obwohl bereits Investoren Interesse gezeigt hatten. Den Ausschlag geben veränderte Erwartungen an das KI-Geschäft und ambitionierte Ziele bis 2027.
Dr. Martin LargeDr. MartinLargeCvD Online all-electronics.de / Redakteur aIT/AP
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Das SMT-Geschäft von ASMPT bleibt im Konzern: Steigende Nachfrage aus der KI-Infrastruktur gibt den Ausschlag für die Entscheidung gegen einen Verkauf. Zum Portfolio gehören Produktionslinien wie die durchgängige Highspeed-SiP-Produktionslinie, die Lotpastendruck, Inspektion und die Bestückung von Bauelementen und Dies verbindet.ASMPT SMT Solutions
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ASMPT hat die im Januar 2026 eingeleitete Prüfung strategischer Optionen für sein Segment SMT Solutions beendet. Die Sparte bleibt Teil des Konzerns. Geprüft wurden unter anderem ein Verkauf, ein Gemeinschaftsunternehmen, eine Abspaltung und ein Börsengang. Ausschlaggebend für die Entscheidung des Verwaltungsrats sind nach Unternehmensangaben die erwartete Geschäftsentwicklung und die Aussicht auf höhere Profitabilität durch die Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Damit steht die künftige Konzernstruktur fest: ASMPT hält sowohl am Halbleitergeschäft mit SEMI Solutions als auch an der Elektronikfertigung mit SMT Solutions fest. Die beiden Bereiche bedienen unterschiedliche Stufen der Hardwarefertigung für KI-Anwendungen.
Bassel Haddad, Group CEO von ASMPT: „Für unser Segment SMT Solutions schafft die KI-getriebene Nachfrage die Voraussetzungen für eine deutliche Veränderung seiner finanziellen Kennzahlen.“ASMPT
ASMPT begründet die Entscheidung mit einer veränderten Nachfragebasis. Investitionen in KI-Infrastruktur schaffen demnach zusätzlichen Bedarf bei Servern, Netzwerktechnik, optischen Komponenten und Stromversorgung. Zugleich steigen die Anforderungen an die Integration auf Systemebene und an die dafür eingesetzten Fertigungsprozesse.
Für die SMT-Sparte ergeben sich daraus nach Einschätzung des Unternehmens zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten bei Anwendungen, die höhere Anforderungen an Flexibilität, Geschwindigkeit, Inspektion und Prozessleistung stellen. Bassel Haddad, seit August Konzernchef, sieht in dieser Entwicklung die Grundlage für deutlich veränderte Umsatz- und Ertragsperspektiven.
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Den für SMT Solutions adressierbaren Markt erwartet ASMPT zwischen 2024 und 2027 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 20 Prozent. Dabei handelt es sich um eine unternehmenseigene Einschätzung des adressierbaren Marktes.
Der Einfluss von KI-Anwendungen zeigt sich laut ASMPT bereits in der Zusammensetzung der Bestellungen. Ihr Anteil am Auftragseingang der SMT-Sparte stieg von zwölf Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2024 auf mehr als 50 Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2026. Damit entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der Bestellungen auf KI-bezogene Anwendungen.
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Auch bei den Marktanteilen meldet das Unternehmen Zuwächse. Den eigenen Anteil am Markt, gemessen am Auftragseingang, beziffert ASMPT für 2025 auf rund 24 Prozent und für den bisherigen Jahresverlauf 2026 auf etwa 31 Prozent.
Advanced Packaging gewinnt innerhalb von SMT Solutions ebenfalls an Gewicht. In diesem Geschäft erreichte der Auftragseingang 2026 bislang rund 340 Millionen US-Dollar. Das entspricht nach Unternehmensangaben etwa einem Viertel der Bestellungen des Segments.
Welche Rolle spielen die beiden Konzernsparten?
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Mit dem Verbleib von SMT Solutions deckt ASMPT weiterhin mehrere Fertigungsstufen für KI-Hardware ab. SEMI Solutions liefert Technik für das Halbleiter-Packaging, dessen Komplexität mit den Anforderungen an KI-Systeme zunimmt. SMT Solutions unterstützt die Integration auf Systemebene, unter anderem für KI-Server, Netzwerktechnik und Stromversorgungsanwendungen.
Der Konzern sieht darin zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten über beide Segmente hinweg. Konkrete gemeinsame Entwicklungsprojekte oder daraus erwartete Synergieeffekte beziffert die Mitteilung nicht.
Für SMT Solutions erwartet ASMPT bis 2027 einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden US-Dollar. Das entspräche nach Unternehmensangaben einer Verdopplung gegenüber 2025. Im selben Zeitraum soll die Bruttomarge von einem Wert im niedrigen 30-Prozent-Bereich auf etwa 40 Prozent steigen. Für die Segmentergebnismarge stellt ASMPT bis 2027 einen Wert von 20 Prozent in Aussicht.
Die erwartete Verbesserung führt das Unternehmen auf steigende Geschäftsvolumina und einen höheren Anteil anspruchsvoller Anwendungen zurück. Mit zunehmendem Umsatz sollen Skaleneffekte die Ertragsentwicklung unterstützen. Die genannten Umsatz- und Margenwerte sind Prognosen des Unternehmens.