Matthias Sester seit Januar 2026 im Ruhestand
Generationswechsel bei Fritsch Elektronik
48,5 Jahre Elektronik, ein Abschied mit Weitblick und eine neue Doppelspitze, die bereits Verantwortung trägt: Fritsch Elektronik vollzieht den Generationswechsel und zeigt, wie Unternehmensnachfolge im Mittelstand gelingen kann.
Matthias Sester, langjähriger Geschäftsführer bei Fritsch Elektronik, ist seit dem 1. Januar 2026 im Ruhestand. Der geplante Generationswechsel wurde bereits 2024 mit der neuen Geschäftsführung vollzogen – künftig bleibt mehr Zeit für persönliche Leidenschaften wie das Motorradfahren.
Fritsch Elektronik
Der Fertigungsdienstleister für elektronische Komponenten Fritsch Elektronik hat den geplanten Generationswechsel in der Unternehmensführung laut einem LinkedIn-Post abgeschlossen. Matthias Sester, langjähriger Geschäftsführer und Unternehmensinhaber, hat sich zum 1. Januar 2026 nach fast fünf Jahrzehnten in der Elektronikindustrie aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und ist in den Ruhestand gegangen.
Geschäftsführung bereits seit Juli 2024 neu aufgestellt
Die operative Verantwortung bei Fritsch Elektronik liegt bereits seit dem 1. Juli 2024 bei einer neuen Doppelspitze.
Vanessa Cardellino, zuvor Leiterin des Auftragszentrums, übernahm die kaufmännische Geschäftsführung. Die technische Geschäftsführung liegt bei Milosch Fürst, der zuvor als Einkaufsleiter tätig war.
Im Rahmen dieser Übergabe fungierte Matthias Sester bis Ende 2025 noch als Sprecher der Geschäftsführung, um Kontinuität gegenüber Kunden, Partnern und Mitarbeitenden sicherzustellen. Mit seinem Ausscheiden zum Jahreswechsel ist der Generationswechsel nun formell abgeschlossen.
Fast 50 Jahre Elektronikindustrie aktiv begleitet
„17.653 Tage – rund 48,5 Jahre“: Mit dieser Zahl beschreibt Matthias Sester selbst die Dauer seiner beruflichen Laufbahn. Als er seine Karriere begann, gab es weder öffentliches Internet noch eine etablierte SMD-Fertigung, und die blaue LED galt als reine Zukunftsvision. Über Jahrzehnte hinweg erlebte und gestaltete er den technologischen Wandel der Elektronikfertigung aktiv mit.
Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem zu Bosch Telecom, Marconi, Elcoteq und zur BMK Group, bevor er 2010 zu Fritsch Elektronik wechselte. Dort prägte er das Unternehmen zunächst als Technischer Leiter, später als Geschäftsführer und schließlich als Inhaber. Fachlich lagen seine Schwerpunkte insbesondere in der Prozessoptimierung, im Test Engineering sowie im strategischen Ausbau des EMS-Geschäfts.
Übergabe mit Weitblick statt unter Druck
Der Rückzug erfolgte laut eigenen Angaben bewusst in einer Phase, in der das Unternehmen stabil und zukunftsfähig aufgestellt ist. „Wer in guten Zeiten geht, hinterlässt Gestaltungsspielraum, nicht Reparaturbedarf“, bringt Sester seine Haltung auf den Punkt. Die neue Geschäftsführung sei eingearbeitet und agiere eigenverantwortlich – ein Vorgehen, das in der EMS-Branche angesichts vieler ungeklärter Nachfolgeregelungen als positives Beispiel gelten kann.
Zahlreiche Reaktionen aus der Elektronik- und EMS-Community unterstreichen die Wertschätzung für Sesters Wirken. Neben seiner fachlichen Kompetenz werden insbesondere der partnerschaftliche Führungsstil, der offene Austausch und der faire Umgang mit Kunden und Wettbewerbern hervorgehoben.
Neuer Lebensabschnitt jenseits der Elektronikfertigung
Mit dem Eintritt in den Ruhestand beginnt für Matthias Sester ein neuer Lebensabschnitt. Statt neuer Elektronikprojekte stehen nun Motorradtouren und kreative Arbeiten mit Holz im Fokus. Der Blick zurück fällt dabei bewusst positiv aus: Technik nicht nur erlebt, sondern über Jahrzehnte hinweg aktiv mitgestaltet zu haben, beschreibt Sester selbst als ein besonderes Privileg.