Die Eigentümer von ANS Answer: Reiner Gölz (l.) und Sebastian Glitsch

Gehen Firmengründer in Rente, ist die Nachfolge eine kritische Situation. Erfahren Sie, wie die Eigentümer von ANS Answer Reiner Gölz (l.) und Sebastian Glitsch (r.) das bewerkstelligt haben. (Bild: ANS Answer)

ANS Answer ist als Familienunternehmen ein typischer Vertreter so genannter kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Anders als bei Konzernen, bei denen die Frage der Nachfolge oft gar nicht aufkommt, erwartet der Markt klare Zeichen vom Geschäftspartner, wie es in Zukunft weiter geht, wenn bei einem KMU die Gründergeneration das Rentenalter erreicht. Das Wissen um einen Nachfolger, der das Lebenswerk der Gründergeneration ohne Brüche fortführt, verschafft bei Partnern Sicherheit angesichts komplexer Systeme, die auch noch lange nach dem Kauf Support und Service erfordern.

Wie ANS die Nachfolgefrage langfristig angegangen ist

Das Aufkommen derlei Fragestellungen vermieden die führenden Köpfe bei ANS durch klare und frühzeitige Entscheidungen: Wenngleich noch reichlich Zeit zur Verfügung zu stehen schien, machte sich Hans-Jürgen Lütter als der ältere der beiden ANS-Inhaber bereits Anfang der 2000er-Jahre Gedanken darüber, wie für ihn der Generationenwechsel ohne Konflikt aussehen könnte. Als Glücksfall erwies sich in dieser Situation, dass er mit seinem Schwiegersohn Sebastian Glitsch einen kompetenten Kandidaten aus der Familie für die zukünftig anstehende Aufgabe gewinnen konnte. 2007 traf Glitsch nach seiner Ausbildung zum Fachinformatiker die Entscheidung, in das Unternehmen einzutreten.

Wer ist ANS Answer?

Bei ANS Answer in Limeshain blickt man auf eine Erfolgsgeschichte zurück: 1994 gegründet, haben die Eigentümer Reiner Gölz und Hans-Jürgen Lütter bei null beginnend das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten zu einem erfolgreichen Anbieter von Komplettlösungen für SMD-Bestückungslinien mit heute rund 20 Mitarbeitern aufgebaut. Durch jahrelange Erfahrung und spezialisiertes Wissen bei der Planung und Realisierung aller Prozessschritte kann das Unternehmen individuell zugeschnittene Lösungen zusammenstellen, bei welchen – angefangen beim Wareneingangskonzept über Handling-Systeme, Schablonendruck, Bestückung bis hin zum Löt- und Inspektionsprozess – alle Prozessschritte aus einer Hand kommen.

Anfang 2020 war es dann soweit: Sebastian Glitsch wurde in Abstimmung mit Reiner Gölz zum geschäftsführenden Gesellschafter benannt, Lütter zog sich komplett aus dem Tagesgeschäft zurück. Es war ein Wechsel an der Unternehmensspitze, wie es sich Firmeninhaber mittelständischer Unternehmen nicht besser vorstellen können: Langfristig mit mehrjähriger ´Warmlaufphase´ vorbereitet, aus der eigenen Familie heraus und darüber hinaus mit einem Nachfolger, der sich durch Erschließen neuer Bereiche als Innovationstreiber für das Unternehmen erweist.

Sebastian Glitsch in seinem Element: Das Aufzeigen und Planen von individuellen Bestückungslösungen im Dialog mit Kunden gehört zu seinen Stärken – immer unterstützt von seinem Team.
Sebastian Glitsch in seinem Element: Das Aufzeigen und Planen von individuellen Bestückungslösungen im Dialog mit Kunden gehört zu seinen Stärken – immer unterstützt von seinem Team. (Bild: ANS Answer)

Warum es eine Softwarelösung speziell für die Leiterplatten-Bestückung gibt

Als Fachinformatiker trat Sebastian Glitsch bei seinem Einstieg ins Unternehmen mit einer Vision an: Er wollte den immer wichtiger werdenden Bereich Software voranbringen. Im ersten Schritt betreute er die neu eingeführten Inspektionssysteme für Instrumente zur Qualitätssicherung und entwickelte diese Produktsparte in den Folgejahren weiter. „Wie überall werden auch Lösungen für die Leiterplatten-Bestückung zunehmend Software-lastiger“, erläutert Glitsch. So fiel die Entscheidung, eine hauseigenen Software-Abteilung aufzubauen, für die er vor acht Jahren grünes Licht erhielt.

Wie überall werden auch Lösungen für die Leiterplatten-Bestückung zunehmend software-lastiger.

Sebastian Glitsch, geschäftsführender Gesellschafter von ANS

„Digitaler Wareneingangstisch, Traceability über alle Prozessschritte hinweg, Software-Lösungen für die Inspektion oder Linien-Management, für alle diese Aufgaben in der Elektronikfertigung werden heute verstärkt Lösungen nachgefragt.“ Um diese Anforderungen erfolgreich beantworten zu können, rief Glitsch eine ANS-eigene, modulare Software ins Leben: everes. Sie eröffnet für die Leiterplatten-Bestückung weitreichende Möglichkeiten des Prozess-Monitorings und -Zugriffs sowie Speicherung aller Prozess- und Traceability-Daten in einer SQL-Datenbank. Auswertung von Performance-Daten, grafische Darstellung von Produktionsdaten und Stillstandzeiten, das Anlegen, Verwalten und die Durchführung von Wartungsplänen – Stichwort Predictive Maintenance – und der ortsunabhängige Zugriff auf die Software über Web-Browser sind weitere verwirklichte Attribute der Software.

everes Software
Das Software-Spektrum bei ANS umfasst Wareneingangslösungen und mit everes auch eine eigene, alle Prozessschritte einer Bestückungs-Linie umfassende, Fertigungs-Software. (Bild: ANS Answer)

So gelangen Daten von der Linienebene ins ERP-System

Sebastian Glitsch ergänzt: „Darüber hinaus sind wir in der Lage, sämtliche von uns angebotenen Systeme an übliche ERP-Lösungen anzubinden. Dazu werden die auf Linienebene vorteilhafteren Unique IDs der Produkte in für ERP-Systeme verarbeitbare Artikeldaten umgewandelt.“ So kann ANS für seine Maschinen und Linien – inklusive kundenseitig integrierter Fremdsysteme – ´mundgerecht´ aufbereitete Daten an gängige ERP-Systeme weitergeben.

Durch das Studium technisch geprägt, hat sich Glitsch allerdings auch immer schon für die betriebswirtschaftliche Seite des Investitionsgütergeschäfts interessiert. „Es war meine Absicht, nach dem Studium zum Fachinformatiker ein Aufbaustudium zum Wirtschaftsingenieur anzuhängen“, berichtet Glitsch über seine ursprünglichen Pläne und fährt fort: „Die Möglichkeit, bei ANS einzusteigen, eröffnete dann einen Weg, das Thema von der praktischen Seite her aufzurollen – was mir deutlich attraktiver erschien.“

So begann Glitsch neben der Software-Entwicklung schon früh, auch zu Kunden zu fahren, zusammen mit ANS-Technikern Maschinen und Linien zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Er führte Schulungen durch, war lange Zeit als Service-Techniker unterwegs und übernahm quer übers Portfolio hinweg auch klassische Aufgaben eines Produkt-Managers.

Wie langjährige Partnerschaften das Service-Know How sichern

In den vergangenen Jahren involvierte das Führungs-Duo Sebastian Glitsch bereits verstärkt in Themen zur Sicherung weiteren Wachstums. „Wir haben einiges bewegt“, holt Glitsch aus: „Im ersten Schritt haben wir den Vertrieb verstärkt und komplett neu strukturiert. Letztes Jahr sind wir in unser neues Gebäude umgezogen. Darüber hinaus haben wir das Portfolio stark erweitert.“ Wobei Glitsch Wert auf die Feststellung legt, dass es sich nicht um den Austausch von Lieferanten handelt, sondern um den Ausbau des Portfolios: „Langfristige Partnerschaften mit unseren Lieferanten sind uns wichtig. Wir arbeiten beispielsweise mit Yamaha bereits seit 28 Jahren zusammen, mit HIT seit rund neun Jahren, mit Pemtron seit etwa 13 Jahren“. Zum Vorteil der Partner: Portfolio-Wechsel bedingen immer auch einen Bruch im Auf- und Ausbau des Service-Know How – nicht so bei ANS.

Das neue Gebäude war aus mehreren Gründen ein notwendiger Schritt: Personelle Aufstockung, Schulungsräume, ein Demo-Center und darüber hinaus der Bedarf an mehr Lagerfläche, um durch Vorhalten von Maschinen kurze Lieferzeiten zu ermöglichen. Obwohl schon vor Corona, blockiertem Panama-Kanal und anderen unerfreulichen Ereignissen geplant, erwies sich ein gut gefülltes Lager längst als weise Voraussicht.

Servicetechniker arbeitet an Maschine
Durch Portfolio-Erweiterungen hat ANS das abdeckbare Spektrum seiner Bestückungslösungen nochmals erweitert – inklusive Service. (Bild: ANS Answer)

Welche Rolle das neue Democenter für den Systemlieferanten spielt

Das Democenter ist für Glitsch mehr als nur ein Show Room, vielmehr ein Baustein für den angesichts steigender Komplexität der Anlagen wachsenden Bedarf an Beratungsleistung: „Wir sind in Deutschland jetzt der Anbieter mit der größten Angebotsbreite, wir können eine Beratung leisten, an deren Ende für ein breites Anwendungsspektrum eine auf individuelle Bedürfnisse und Leistungsanforderungen optimierte SMD-Anlage steht. Und wir können das alles live bei uns im Gebäude in unserem 400 m² großen Democenter zeigen: Man kann mit eigenen Produkten zu uns kommen und auf den vorhandenen Anlagen vor Ort fertigen lassen.“ Natürlich sind produktionsnahe Demonstrationen auch per Internet im Live-Stream verfolgbar. „Das gehört heute einfach dazu“, kommentiert Glitsch diese Option.

Panoramaaufnahme des Ausstellungsraums bei ANS Answer
Panoramaaufnahme des Ausstellungsraums bei ANS Answer (Bild: Redaktion productronic)

Sebastian Glitsch ist zufrieden mit seiner damaligen Entscheidung, bei ANS einzusteigen: „Ich habe meine Kompetenz einbringen können und – ein wichtiger Punkt für meine persönliche Entwicklung – ich habe immer den Freiraum erhalten, den ich mir gewünscht habe.“ Mit Blick in die Zukunft hat er ein klares Ziel vor Augen: „Wir sind praktisch jedes Jahr gewachsen. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem das Ziel, die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum zu erlangen, realistisch erscheint.“ Der erfolgreiche Generationenwechsel im Hause ANS ist mit Sicherheit ein Baustein, der dazu beiträgt.

Ein weiterer Baustein ist, wie ANS Kunden bei technischen Problemen zur Seite steht und schnell zu einer Lösung beiträgt. Mehr dazu, lesen Sie in Kürze.

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