Software als Schlüsselfaktor in modernen SMT-Linien

Smarte SMT-Fertigung beschleunigt

Yamaha erweitert seine SMT Software: Neue Funktionen für YSUP PG, Lotpastendrucker und Intelligent Factory Tools sollen die Programmierung beschleunigen, die Qualität verbessern und die Produktivität erhöhen.

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Der YSUP-PG CAM-Konverter erzeugt detailgetreu simulierte Leiterplattenbilder

Mit gleich zwei Softwareupdates erweitert Yamaha Robotics SMT seine Lösungen für die smarte Elektronikfertigung. Im Mittelpunkt stehen Weiterentwicklungen der Programmiersoftware YSUP PG sowie Optimierungen für die Druckerreihe YRP10/YSP10 und die Yamaha Intelligent Factory Tools. Das Ergebnis: schnellere Programmierung, optimierte Prozesse in Druck und Bestückung sowie eine verbesserte Interaktion zwischen Maschine, Bediener und Fabriksteuerung. Damit reagiert Yamaha auf Anforderungen von EMS-Dienstleistern, OEMs und High Mix Low Volume-Herstellern, die verstärkt auf durchgängige Softwareunterstützung setzen, um Time to Market und Prozesskosten zu reduzieren.

Beschleunigte NPI Prozesse bei YSUP-PG

Der Programmgenerator YSUP PG erhält ein Update, das die Einführung neuer Produkte (NPI) erleichtert. Besonders die Datenkonvertierung aus gängigen EDA Formaten wie ODB++ verläuft nun schneller und automatisierter. Die Benutzeroberfläche bietet klar strukturierte, anklickbare Aufgabenlisten, während aktualisierte Bauteil- und Layoutbilder in Echtzeit eingeblendet werden. Dadurch können Bediener Arbeitsschritte bes-ser nachvollziehen und Fehler frühzeitig erkennen.

Neu ist zudem, dass AOI-Bibliotheken direkt aus CAD-Informationen automatisch erzeugt werden. Dadurch lassen sich Bestückungs- und AOI -Programme parallel erstellen, was die Einführungszeit neuer Produkte verkürzt und die Synchronität zwischen Bestückung und Inspektion verbessert.

Präzise Simulationen für AOI und Setup-Optimierung

Mit überarbeiteten Gerber- und CAM-Konvertern generiert YSUP PG hochpräzise simulierte Leiterplattenbilder. Das System kombiniert Gerber - und CAD-Daten, um die exakte Geometrie der Leiterplatte digital abzubilden. Daraus berechnet die Software automatisch optimale Positionen für Unterstützungspins, was bislang häufig manuell anhand physischer Baugruppen erfolgen musste. Diese digitale Simulation ermöglicht eine umfassende „Desk-top Testbestückung“: Koordinaten, Polaritäten und Bauteilwinkel lassen sich vor Produktionsbeginn überprüfen. Das senkt den Bedarf an Testboards und unterstützt einen sofort fehlerfreien Produktionsstart.

Auto-Teach-Funktionen

Mit der Erweiterung des YSUP PG Visual Data Editors führt Yamaha neue Auto-Teach-Funktionen ein. Die Software lernt automatisch optimale X/Y-Positionen, Bestückungswinkel, Bauteilpolaritäten sowie Ausrichtung anhand von Fiducialmarken. Durch Funktionen wie Echtzeit-Zeichnen und visuelle Simulation sehen Anwender sofort, wie Programme arbeiten. Fehler, die früher erst an der Maschine auffielen, werden heute im digitalen Zwilling sichtbar.

Neuer „Belly Roll“ verbessert Druck

Auch beim Lotpastendruck stellt Yamaha neue Funktionen vor. Die aktuelle Software für die Druckersysteme YRP10, YRP10e und YSP10 führt einen optimierten Ablauf ein, bei dem die Rakel beim Richtungswechsel permanent Kontakt mit der Lotpastenrolle hält. Dieser „Belly Roll“-Mechanismus reduziert die Zeit zwischen den Druckzyklen, sorgt für gleichmäßige Lotpastenbedingungen und senkt den Pastenverbrauch – ein entscheidender Faktor in hochvolumigen SMT-Linien.

Automatische Bauteildatenbank reduziert Umrüstzeiten

Die automatische Anpassung der Bauteildatenbank ist eines der praxisrelevantesten Updates. Die Software erkennt gleichwertige Bauteile verschiedener Hersteller trotz abweichender Gehäusemaße. Das System justiert X/Y-Koordinaten selbstständig und verhindert manuelle Korrekturen. Für Produktionslinien bedeutet dies kürzere Umrüstzeiten und eine stabilere End of Line Ausbeute – besonders wertvoll für EMS-Dienstleister und OEMs, die mit einem hohen Teile-Mix arbeiten.

Mobile Benachrichtigungen und Remote-Steuerung

Eine weitere Stärke der neuen Softwaregeneration liegt im Bereich der Fabrikkommunikation. Über die Intelligent Factory Tools sendet das System nun Benachrichtigungen direkt an Mobilgeräte der Bediener – inklusive Warnungen zu Restmengen, Feedern, Nozzeln und weiteren kritischen Parametern.

Neue Tools erleichtern außerdem die Übergabe von Aufgaben zwischen Mitarbeitern, etwa zwischen Bedienern und Wartungspersonal. Die mobilen Remote Steuerungsfunktionen wurden erweitert: Fehlerbilder und Statusinformationen sind nun direkt aus der Ferne abrufbar, was die Wiederanlaufzeiten im Störfall reduziert.

Weiterentwicklung für die smarte SMT-Fertigung

Die Updates bauen auf der YSUP Suite auf, die bereits Programmierung, Materialmanagement, Produktionsüberwachung, Rückverfolgbarkeit und Wartung vereint. Yamaha fördert damit konsequent das Ziel der vollständig integrierten Smart Factory, in der alle Prozesse – vom Lotpastendruck über die Bestückung bis zur Inspektion – digital vernetzt und optimiert sind.

Softwareupdates optimieren SMT-Prozesse

Mit den aktuellen Softwareupdates erweitert Yamaha die technische Funktionalität entlang der SMT-Prozesskette. Verbesserungen in der Programmiergeschwindigkeit, der Datenaufbereitung, im Lotpastendruck, in der automatisierten Bauteilverarbeitung sowie in den mobilen Monitoring und Remote-Funktionen führen zu effizienteren Abläufen in SMT-Linien. Die Änderungen verkürzen Einrichtzeiten, erhöhen die Prozessstabilität und unterstützen eine konsistente Produktionsqualität. Damit zeigt sich, dass Software zunehmend ein zentraler Faktor für technische Optimierungen in der Elektronikfertigung ist.

Autorin

Petra Gottwald nach Unterlagen von Yamaha Robotics