HDI trifft Prozesssicherheit in der Leiterplattenfertigung
Wie wird geprüfte Präzision in der Leiterplattenfertigung sichergestellt? Einblick in AOI, E-Test und Impedanzkontrolle bei HDI.
Petra GottwaldPetraGottwaldPetra GottwaldChefredakteurin Elektronik-Titel
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Elektrische Endprüfung: Jede Leiterplatte wird gegen die Netzliste geprüft – Unterbrechungen und Kurzschlüsse werden sicher erkannt.Krzyzanowska
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Die Fertigung hochverdichteter Leiterplatten (HDI) erfordert
neben einem abgestimmten Layout eine konsequente Prozesskontrolle. In der
industriellen Praxis umfasst dies optische und elektrische Prüfverfahren sowie
eine definierte Kontrolle der Impedanzwerte über den gesamten Lagenaufbau
hinweg. Precoplat integriert diese Elemente durchgängig in die Herstellung
unbestückter Leiterplatten in Deutschland – von der Innenlagenbelichtung bis
zur Endprüfung.
Welche Rolle spielt AOI in der Leiterplattenfertigung?
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Die automatische optische Inspektion (AOI) ist als fester
Bestandteil aller relevanten Fertigungsstufen implementiert. Geprüft werden
Strukturen bis zu einer Mindestbreite von 25 µm. Zum Einsatz kommt eine
Plattform der CIMS Galaxy 25-µ-Familie, die line/space-Geometrien bis 25 µm
abdeckt. Eine homogene Ausleuchtung durch Microlight Gen II sowie angepasste
Prüfalgorithmen unterstützen eine stabile Fehlererkennung bei reduzierter
False-Call-Rate.
Als Referenz dient die IPC-A-600, die Abnahme erfolgt gemäß
bestellter Klasse 2 oder 3. Ergänzende Optionen wie 2D-Metrologie, finale
Sichtprüfung oder Laser-Bohrloch-Inspektion erweitern das Prüfspektrum. Die
AOI-Daten werden dokumentiert und in den Gesamtprozess eingebunden.
Wie erfolgt die elektrische Endprüfung?
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Am Ende der Produktion steht die elektrische Prüfung gegen
die aus Kundendaten erzeugte Netzliste. Abhängig von Design und Losgröße wird
über Prüfadapter im Paralleltest oder mittels Flying-Probe-System geprüft.
Open-Tests erfolgen bei Widerständen über 10 Ω, Short-Tests bei Werten unter 10
MΩ zwischen unabhängigen Netzen.
Nicht eindeutig geprüfte oder fehlerhafte Leiterplatten
werden automatisiert separiert, protokolliert und nach einer Nacharbeit
vollständig erneut getestet. Produktions- und Prüfdaten werden gemäß interner
Richtlinien mindestens zehn Jahre archiviert. Ergänzend kommen Röntgenmessungen
zur Lagenregistrierung und Schichtdickenkontrolle zum Einsatz.
Im HDI-Umfeld ist das Via-Management ein zentraler
Bestandteil der Leiterplattenfertigung. Via-in-Pad-Lösungen mit Microfilling
ermöglichen kurze Signalwege in BGA- und CSP-Bereichen. Blind Vias werden
direkt im Pad positioniert, kupferverfüllt und planarisiert. Alternativ kann
eine Harzverfüllung (Plugging) zum Einsatz kommen, insbesondere bei
durchgehenden Bohrungen mit Durchmessern zwischen 0,10 mm und 2,00 mm.
Für Blind- und Micro-Vias gilt eine maximale Aspect Ratio
von 1:1. Parameter und Auslegungsregeln sind in den Technischen
Lieferbedingungen sowie in den Design Rules definiert und werden projektbezogen
im Design Rule Check geprüft.
Wie greifen AOI, E-Test und Impedanzkontrolle zusammen?
Die geprüfte Präzision in der Leiterplattenfertigung
entsteht durch das Zusammenspiel aller Prüfschritte. AOI liefert detaillierte
Fehlerbilder, der E-Test verifiziert die elektrische Integrität, während
Impedanzvorgaben im Lagenaufbau die Funktion unter realen Einsatzbedingungen
absichern. Durch die Verknüpfung dieser Verfahren entsteht ein geschlossener
Prüfkreislauf vom Muster bis zur Serie. Prozessdaten, Dokumentation und
Nachverfolgbarkeit bleiben dabei konstant.