Zwischen Stabilität, Anpassungsdruck und Innovation
Elektronikentwicklung in der Schweiz 2026
Gedämpftes Wachstum, harter Kostendruck, steigende Komplexität: Die Elektronikentwicklung in der Schweiz steht vor einem Spagat zwischen Innovationsstärke, Effizienzzwang und globalem Technologiewettkampf.
Nicole AhnerNicoleAhnerredaktionelle Leitung elektronik Industrie
Blickpunkt Schweizgmstockstudio - stock.adobe.com
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Die
wirtschaftliche Lage in der Schweiz war 2025 von einer spürbaren Abkühlung
geprägt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nur unterdurchschnittlich, mit
Prognosen in einer Bandbreite von rund 0,8 bis 1,7 Prozent. Gleichzeitig
zeigte sich die hohe Abhängigkeit vom Exportgeschäft, das durch geopolitische
Unsicherheiten und handelspolitische Spannungen beeinflusst wurde. Temporäre
Effekte wie vorgezogene Exporte stabilisierten die Zahlen kurzfristig, konnten
jedoch die strukturelle Schwäche nicht überdecken.
Für
die Elektronikentwicklung bedeutete dies eine Phase erhöhter
Kostensensibilität. Entwicklungsbudgets wurden stärker hinterfragt, Projekte
priorisiert und Markteinführungszeiten verkürzt. Gleichzeitig blieb die
Innovationsbasis intakt, getragen durch eine weiterhin hohe
Forschungsintensität.
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2026:
Stabilisierung mit begrenzter Dynamik
Im
Jahr 2026 zeigt sich eine leichte Stabilisierung, allerdings auf moderatem
Niveau. Die offizielle Prognose geht von einem Wirtschaftswachstum von rund 1,0
Prozent aus. Andere Institute sehen die Entwicklung in einem ähnlichen Korridor
zwischen etwa 0,6 und 1,2 Prozent. Damit bleibt die Expansion weiterhin unter
dem langfristigen Potenzial. Parallel dazu steigt die Arbeitslosenquote leicht
an und signalisiert eine verhaltene Indus-
triekonjunktur. Für Entwicklungsabteilungen bedeutet dies einen anhaltenden
Effizienzdruck. Gleichzeitig wächst der Bedarf an hochqualifizierten
Fachkräften, insbesondere in Bereichen wie Embedded Software,
Leistungselektronik und Systemintegration.
Technologisch
verschiebt sich der Fokus weiter in Richtung komplexer Gesamtsysteme. Hardware
und Software wachsen enger zusammen, während Anforderungen an Energieeffizienz,
funktionale Sicherheit und regulatorische Konformität bereits in frühen
Entwicklungsphasen berücksichtigt werden müssen. Forschung und Entwicklung
bleiben dabei ein zentraler Stabilitätsanker, da sie die Grundlage für
Differenzierung in einem zunehmend preissensitiven Markt bilden.
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Forschung
und Entwicklung als
strukturelle Stärke
Die
Schweiz behauptet ihre Rolle als einer der weltweit führenden
Innovationsstandorte. Forschung und Entwicklung sind breit in Industrie und
Wissenschaft verankert und sichern langfristig die technologische
Wettbewerbsfähigkeit. Diese starke F&E-Basis wirkt konjunkturellen
Schwankungen entgegen, da sie kontinuierliche Innovationszyklen ermöglicht.
Inhaltlich
verschieben sich die Schwerpunkte zunehmend in Richtung energieeffizienter
Systeme, Miniaturisierung und digitaler Architekturen. Gleichzeitig gewinnen
Themen wie Edge Computing, KI-Integration und robuste Softwareplattformen an
Bedeutung. Entwicklungsprozesse werden stärker datengetrieben und
interdisziplinär organisiert.
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Ausblick
bis 2030: Moderate Expansion bei steigendem Wettbewerbsdruck
Bis
2030 wird für die Schweizer Wirtschaft eine Rückkehr zu moderatem Wachstum
erwartet, mit einem langfristigen Potenzial von etwa 1,5 Prozent jährlich. Die
Elektronikentwicklung dürfte von dieser Stabilisierung profitieren, steht
jedoch gleichzeitig unter wachsendem internationalem Wettbewerbsdruck. Die
Herausforderung verschiebt sich zunehmend von der reinen Innovationsfähigkeit
hin zur effizienten Skalierung. Entwicklungsprozesse müssen schneller,
kosteneffizienter und stärker standardisiert werden. Plattformstrategien,
modulare Architekturen und softwarezentrierte Ansätze gewinnen weiter an
Bedeutung.
Damit
bleibt die Schweiz ein technologisch führender Standort, dessen Stärke weniger
in der Massenproduktion liegt, als in der Entwicklung anspruchsvoller,
hochintegrierter Systeme. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen setzen jedoch
klare Grenzen, innerhalb derer Innovation zunehmend wirtschaftlich gedacht
werden muss.
Schweizer
Chip-Initiative
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Halbleitertechnologien,
Mikroelektronik und das IC-Design sind ein Schlüsselfaktor für Wissenschaft und
Industrie in der Schweiz. Im internationalen Umfeld zeichnen sich bei
wirtschaftspolitischen Großakteuren wie USA, China, Indien und der EU derzeit
jedoch technologische Entkopplungstendenzen ab, die darauf abzielen, primär die
je eigene digitale Souveränität zu
sichern. So haben zum Beispiel sowohl die USA 2022 als auch die EU 2023 neue
Fördergesetze erlassen, um ihre Halbleiter-Produktion anzukurbeln (US CHIPS
Act, EU Chips Act). Diese Fokussierung auf die eigene Binnenproduktion kann
sich nachteilig auf die Position auswirken, die die Schweiz heute in Forschung
und Innovation von Halbleitern, Mikroelektronik und IC-Design hat. Erschwerend
kommt hinzu, dass die Schweizer Forschung und Industrie aufgrund des
Teilausschlusses aus dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm
Horizon, respektive dem Vollausschluss aus dem neuen Programm „Digital-Europe“,
derzeit nur einen deutlich eingeschränkten Zugang hat zu der für innovatives
Chip-Design benötigten europäischen Forschungsinfrastruktur. Für die
Durchführung von SwissChips ist die ETH Zürich verantwortlich. SwissChips will
das starke Schweizer Netzwerk vorantreiben. Seine Infrastruktur und Technologie
stehen allen Schweizer Universitäten, Fachhochschulen und
Forschungsinstitutionen zur Verfügung.
Zwangsgeführte
Relais als Systemkomponente
Die Relais der SID-Reihe halbieren die Bestückungsfläche auf der PCB.Elesta
Relais
werden häufig isoliert betrachtet: Funktionalität, Leistungsaufnahme, Preis.
Dabei entscheidet die Bauteilwahl über Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
der gesamten Steuerung. Die 3- bzw. 4-poligen Doppelankerrelais der SID-Serie
von Elesta ersetzt zwei klassische Relais durch die Integration von
zwangsgeführten Kontaktsätzen nach IEC 61810-3 in einem Gehäuse. Die
Bestückungsfläche auf der Leiterplatte halbiert sich. Anschlusspins,
Lötprozesse und Verdrahtungsaufwand sinken entsprechend. Der Kunststoffeinsatz
reduziert sich um 23 Prozent, die Spulennennleistung um 37 Prozent gegenüber
konventionellen Konstruktionen. Zweikanalige Sicherheitsapplikationen bis SIL 3
/ PL e benötigen weniger periphere Bauelemente. Der Materialeinsatz ist
reduziert, und der Energiebedarf der gesamten Steuerung
sinkt. Nachhaltigkeit bei Produkten bis hin zum Betrieb beim Endkunden und
Wirtschaftlichkeit gehen bei diesen Produkten Hand in Hand. Die Bauteilauswahl
ist der erste Schritt!
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Carrier-Boards
mit Edge-KI für leistungsfähige Embedded Systeme
Die Plattform kombiniert hohe Rechenleistung mit flexiblen Schnittstellen und einem steckbaren COM-Modul.Iftest
Edge-KI
erobert die Märkte für Medizin- und Automatisierungstechnik. Intelligente
Algorithmen werden direkt auf Embedded-Systemen wie Industrie-Controllern oder
Medizingeräten ausgeführt, ohne Cloud-Anbindung und mit voller Kontrolle über
Daten und Prozesse. Die lokale Verarbeitung minimiert Latenzen, erhöht die
Ausfallsicherheit und schützt sensible Prozess- sowie Patientendaten. Gerade in
der Maschinen- und Medizintechnik, wo Echtzeitfähigkeit, Validierbarkeit und
regulatorische Anforderungen entscheidend sind, entsteht so ein klarer
technologischer und wirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil. Basis dafür ist das
leistungsfähige, modulare Carrier-Board von Iftest. Diese Plattform kombiniert
hohe Rechenleistung mit flexiblen Schnittstellen und einem steckbaren COM-Modul
für zukünftige Skalierbarkeit und langfristiges Life-Cycle-Management.
Rugged
High-Performance Embedded Computer für anspruchsvollste Umgebungen
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Das IP67-zertifizierte MIL-Gehäuse schützt zuverlässig vor Staub, Wasser und mechanischen Belastungen.MPL
Der
kompakte Embedded Computer CEC24 von MPL kombiniert hohe Rechenleistung,
lüfterlosen Betrieb und ein vollständig gekapseltes IP67-MIL-Gehäuse mit
D38999-Stecker, entwickelt für extreme Umweltbedingungen in Defense-,
Railway-, Maritime- und Industrieapplikationen. Herzstück des CEC24 MIL ist der
Intel Atom x6425E Prozessor aus der Intel Atom x6000 Series. Mit vier
Kernen, Taktraten bis zu 3 GHz und einer TDP von nur 12 Watt bietet
das System eine optimale Balance zwischen Performance und Energieeffizienz.
Der lüfterlose Betrieb gewährleistet maximale Zuverlässigkeit bei
minimalem Wartungsaufwand, selbst bei hoher CPU und
Speicherauslastung. Der Arbeitsspeicher unterstützt bis zu 32 GB DDR4-3200
SO-DIMM inklusive optionaler IBECC-Unterstützung (In-Band ECC) für erhöhte
Datensicherheit. Onboard steht ein 120 GB NVMe-Flash zur Verfügung,
optional erweiterbar auf bis zu
1 TB. Die CEC24-MIL wurde für extreme Einsatzbedingungen konzipiert. Das
IP67-zertifizierte MIL-Gehäuse schützt zuverlässig vor Staub, Wasser und
mechanischen Belastungen. Der erweiterte Temperaturbereich von
-40 °C bis +85 °C ermöglicht den zuverlässigen Betrieb in Wüsten-, Offshore-
oder Hochgebirgsumgebungen.
Stromkompensierte
Drosseln für vertikale PCB-Montage
Durch den Einsatz nanokristalliner Kerne erreichen die Drosseln sehr hohe Induktivitätswerte bei kompakter Bauform.Schurter
Schurter
ergänzt sein Portfolio im Bereich elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) um
eine neue Serie stromkompensierter Drosseln für die vertikale
Leiterplattenmontage. Die DKCV‑1‑Baureihe ist für Ströme von 0,5 A bis 10 A ausgelegt und wurde
konzipiert, um auf PCB‑Level hohe Induktivitäten bei kleinem Bauraum zu
realisieren. Durch den Einsatz nanokristalliner Kerne erreichen die Drosseln
sehr hohe Induktivitätswerte bei kompakter Bauform
und gleichzeitig reduziertem Platzbedarf auf der Leiterplatte. Dies erleichtert
die Integration leistungsfähiger Filterelemente direkt im Leiterplattenlayout
und unterstützt die Unterdrückung elektromagnetischer Störungen in modernen,
energie-
effizienten Elektroniksystemen. Die vertikale Anordnung und ein einheitlicher
Footprint über alle Varianten tragen zur Designflexibilität bei, während der
offene Aufbau eine effektive Wärmeabfuhr ermöglicht. Die DKCV‑1‑Serie ist für
Spannungen bis 300 VAC bzw. 450 VDC ausgelegt und
verfügt über internationale Zulassungen (ENEC, cUR, UR). Typische
Einsatzbereiche sind Schaltnetzteile, Industrie‑, Medizin‑, Labor‑ und
Testgeräte, in denen hohe Dämpfung und kompakte Filterlösungen gefragt sind.
CFast‑Speicherkarten
für die Industrie
Die F-75 setzt auf TLCNAND und bietet Kapazitäten bis 512 GB für leseintensive oder gemischte Workloads.Swissbit
CFast
ist in industriellen Umgebungen weiterhin ein verbreitetes
Speicherkartenformat. SATA-Interface, robuste Bauform und langfristige
Verfügbarkeit unterstützen den Einsatz u. a. in Automatisierung, Transport,
Medizintechnik und Edge-Computing. Swissbit erweitert das Portfolio um die
CFast-Serien F-75 und F-78 auf Basis von industrietauglichem
112-Layer-3D-TLC-NAND, DRAM-Cache und einem widerstandsfähigen Design. Beide
Serien nutzen eine gemeinsame Plattform mit industriellem 3D‑NAND, erweitertem
Temperaturbereich, Power‑Fail‑Schutz, End‑to‑End‑Datenschutz sowie SRAM‑ECC zur
Absicherung des internen Controller‑Speichers. Die F‑75 setzt auf TLC‑NAND und
bietet Kapazitäten bis 512 GB für leseintensive oder gemischte Workloads wie
SPS‑Systeme, HMI‑Terminals oder Edge‑Gateways. Die F‑78 nutzt pSLC mit erhöhtem
Over‑Provisioning und ist für schreibintensive Anwendungen ausgelegt, etwa für
Sensordatenlogger oder Predictive‑Maintenance‑Systeme.
Neue
DC/DC-Wandler
Die kompakten SIP-8-Module liefern 3 W bzw. 6 W Leistung.Traco Power
Traco
Power stellt mit den neuen DC/DC-Wandler TEC 3UI und TEC 6UI zwei leistungsstarke Produkt-
linien vor, die durch ihren außergewöhnlich
breiten 8:1-Eingangsspannungsbereich von 9–75 VDC überzeugen.
Dieser ermöglicht den Einsatz über verschiedenen Busspannungen hinweg und
reduziert damit Variantenvielfalt, Entwicklungsaufwand und Lagerhaltung
deutlich. Die kompakten SIP-8-Module liefern 3 W bzw. 6 W Leistung und eignen sich ideal für
platzkritische Anwendungen. Beide Serien sind nach IEC/EN/UL 62368-1 zertifiziert, bieten
einen weiten Temperaturbereich von –40 °C
bis +80 °C
sowie integrierte Schutzfunktionen wie Kurzschluss- und Überstromschutz,
Unterspannungserkennung und Remote ON/OFF. Damit setzen TEC 3UI und TEC 6UI neue Massstäbe
für flexible und zuverlässige
DC/DC-Stromversorgungen.