300-mm-Halbleiterfertigung für Leistungshalbleiter und Mixed-Signal-Bausteine
Infineon eröffnet Smart Power Fab in Dresden
Mit der Eröffnung der Smart Power Fab erweitert Infineon seine 300-mm-Halbleiterfertigung in Dresden um eine der modernsten Produktionsstätten Europas. Bei der feierlichen Eröffnung waren auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, anwesend.
Am 2. Juli 2026 wurde die neue Smart Power Fab von Infineon in Dresden eröffnet. Die Halbleiterfabrik wurde drei Monate früher als geplant fertiggestellt.Infineon, Copyright Lichtwerke
Anzeige
Die Smart Power Fab ist die bislang größte Einzelinvestition in der Geschichte von Infineon. Rund fünf Milliarden Euro flossen in den Ausbau des Dresdner Standorts, der bereits heute zu den wichtigsten Halbleiterclustern Europas zählt. Mit der neuen Fabrik baut das Unternehmen seine Fertigungskapazitäten für energieeffiziente Halbleiter auf 300-mm-Wafern erheblich aus und reagiert auf die weltweit steigende Nachfrage nach Power-Halbleitern. Durch die Smart Power Fab entstehen am Standort 1000 neue High-Tech-Arbeitsplätze.
Die Smart Power Fab in Zahlen
29.000 Quadratmeter Gebäudegrundfläche
150.000 Kubikmeter Transportbeton
25.000 Tonnen Bewehrungsstahl
2600 Bauleute
"Wir eröffnen unser Werk genau zur richtigen Zeit." sagt Jochen Hanebeck, CEO von Infineon, bei der Eröffnungsfeier der Smart Power Fab in Dresden.
Fokus auf Leistungshalbleiter für Zukunftsmärkte
Anzeige
Produziert werden in der Smart Power Fab insbesondere Leistungshalbleiter sowie Mixed-Signal-Bauelemente für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Energieeffizienz und Leistungsdichte. Die Bausteine kommen unter anderem in folgenden Bereichen zum Einsatz:
Traktionswechselrichter und Bordnetze für Elektrofahrzeuge
Ladeinfrastruktur und Batteriespeicher
Photovoltaik- und Windenergieanlagen
KI-Rechenzentren und Servernetzteile
Industrieautomation sowie intelligente Stromversorgungen
Auch wenn die Fab erst in 3 oder 4 Monaten vollständig in die Fertigung einsteigt, wurde dieser Wafer bereits dort gefertigt.
Mit der Smart Power Fab erweitert Infineon seine bestehende 300-mm-Fertigung am Standort Dresden. Das Unternehmen verfolgt dabei eine hochautomatisierte Produktionsstrategie, die eine flexible Skalierung unterschiedlicher Halbleitertechnologien ermöglicht. Die neue Fabrik ist auf hohe Volumina und kurze Innovationszyklen ausgelegt.
Anzeige
Jochen Hanebeck, CEO von Infineon: „Mit der Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft – von der Energieversorgung von KI-Rechenzentren über software-definierte Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien. Infineon setzt damit einen wichtigen Impuls, um die globale KI-Revolution zu ermöglichen und Lieferketten in kritischen Industrien abzusichern. Wir festigen mit diesem Schritt unsere globale Spitzenposition als führender Hersteller von Leistungshalbleitern und Analog-/Mixed-Signal-Technologien.“
Baustein für resilientere Lieferketten
Mit der neuen Fertigung stärkt Infineon die europäische Halbleiterproduktion in einem Marktsegment, das für die Energie- und Mobilitätswende strategisch immer wichtiger wird. Leistungshalbleiter bilden die Grundlage für effiziente Energieumwandlung in Elektrofahrzeugen, erneuerbaren Energiesystemen, Industrieanlagen und Rechenzentren.
Anzeige
Die Smart Power Fab wird im Rahmen des European Chips Act sowie des Förderprogramms IPCEI ME/CT unterstützt. Ziel der Förderung ist der Ausbau strategischer Fertigungskapazitäten innerhalb Europas und eine höhere Resilienz gegenüber globalen Lieferketten.
Nach Unternehmensangaben stammen bereits heute rund ein Drittel der in Europa gefertigten Chips aus Dresden. Mit der neuen Fab baut Infineon diese Position weiter aus und stärkt gleichzeitig den Halbleiterstandort Silicon Saxony.
Nachhaltigkeit in der Halbleiterfertigung
Auch die Infrastruktur der Smart Power Fab wurde auf einen ressourceneffizienten Betrieb ausgelegt. Für die Produktion wird kein Trinkwasser eingesetzt; stattdessen nutzt Infineon Industriewasser, das in geschlossenen Kreisläufen mehrfach aufbereitet wird. Langfristig soll die Wasserrecyclingquote auf bis zu 45 Prozent steigen. Darüber hinaus erfüllt die Fabrik hohe Anforderungen an Energieeffizienz und nachhaltiges Gebäudedesign. Eine Zertifizierung nach dem LEED-Standard ist vorgesehen.