Wenn Material knapp wird

Leiterplatten-Basismaterialien werden zum Engpass

Während sich die Aufmerksamkeit der Elektronikindustrie in den vergangenen Jahren vor allem auf Halbleiter richtete, hat sich im Hintergrund bereits der nächste kritische Engpass entwickelt: Leiterplatten-Basismaterialien sind weltweit knapp.

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Weltweite Engpässe bei Leiterplatten-Basismaterialien belasten die Branche
Weltweite Engpässe bei Leiterplatten-Basismaterialien belasten die Branche

Der Markt für Leiterplatten-Basismaterialien befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Bei einer Reihe wichtiger Materialien übersteigt die Nachfrage inzwischen das verfügbare Angebot, sodass Hersteller ihre Kapazitäten zunehmend priorisieren und langfristig vergeben. Für Elektronikunternehmen bedeutet das: Beschaffung wird planungsintensiver, Lieferzeiten werden länger und die Verfügbarkeit wichtiger Materialien lässt sich deutlich schwerer vorhersagen.

Besiegeln die Partnerschaft: Daniel Jacob, CEO von Starteam Global und Manuel Mairhofer, Mitglied des Management Boards bei Würth Elektronik
Besiegeln die Partnerschaft: Daniel Jacob, CEO von Starteam Global und Manuel Mairhofer, Mitglied des Management Boards bei Würth Elektronik

Besonders anspruchsvoll ist die gleichzeitige Verknappung mehrerer Schlüsselmaterialien. Neben kupferkaschierten Laminaten (CCL) geraten Kupferfolien, Prepregs, Spezialharze und sogar Verbrauchsmaterialien wie Wolframkarbid für Bohrer und Fräser unter Druck. Als besonders kritisch gilt die Versorgung mit Glasgewebe, bei der Branchenexperten erst ab 2028 mit einer spürbaren Entspannung rechnen.

Die Folgen sind steigende Preise, längere Lieferzeiten und eine zunehmende Kontingentierung. Gleichzeitig sinkt die Flexibilität bei kurzfristigen Bedarfsänderungen, da viele Produktionskapazitäten bereits Monate im Voraus verplant sind.

Damit verändert sich der Markt grundlegend. An die Stelle einer jederzeit verfügbaren Materialversorgung tritt zunehmend ein allokationsgesteuertes Umfeld. Unternehmen ohne belastbare Forecasts, langfristige Lieferantenbeziehungen oder qualifizierte Materialalternativen müssen mit höheren Kosten und steigenden Beschaffungsrisiken rechnen.

Versorgungssicherheit entwickelt sich dadurch zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Gefragt sind frühzeitige Beschaffungsstrategien, verlässliche Bedarfsprognosen und eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette. Gleichzeitig gewinnen die Qualifizierung alternativer Materialien und eine vorausschauende Projektplanung an Bedeutung.

„Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden, Materiallieferanten und Technologiepartnern erhalten wir frühzeitig Einblicke in Veränderungen bei Materialverfügbarkeit, Fertigungskapazitäten und der Stabilität globaler Lieferketten. Diese Transparenz ermöglicht es uns, frühzeitig auf Entwicklungen zu reagieren und unsere Kunden bestmöglich zu unterstützen“, sagt Manuel Mairhofer, Mitglied des Management Boards bei Würth Elektronik.

Daniel Jacob, CEO von Starteam Global, ergänzt: „Die enge Vernetzung entlang der gesamten Lieferkette hilft uns dabei, Trends und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen. Gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln wir nachhaltige Lösungen, um die Anforderungen zukünftiger Märkte erfolgreich zu meistern.“

electronica 2026: Würth: Halle B6, Stand 102
                                    Starteam: Halle A1, Stand 163   

Partnerschaft von Starteam Global und Würth Elektronik

Starteam Global und Würth Elektronik engagieren sich gemeinsam für die Weiterentwicklung der Leiterplattenindustrie. Neben der Fertigung fördern beide Unternehmen den technologischen Austausch innerhalb des PCB-Ökosystems, unter anderem durch die Integration neuer Technologien bei FST Italy und die Beteiligung an der s.mask-Initiative gemeinsam mit der Peters Group.

Die Initiative unterstützt den Wissenstransfer zwischen Industriepartnern und beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen der Leiterplattenfertigung sowie Ansätzen für eine intelligentere und flexiblere Produktion. Nach einer erfolgreichen Roadshow zur Productronica wurde der fachliche Austausch Ende 2025 mit weiteren technischen Dialogformaten fortgeführt.