Fachkräfte für die Halbleiterindustrie

Dresden baut Berufsschulzentrum für 102 Millionen Euro

In Dresden entsteht ein neues Berufsschulzentrum für Elektrotechnik. Der Campus soll rund 2.250 Schüler aufnehmen und den Fachkräftebedarf der wachsenden Halbleiterindustrie decken. Die Grundsteinlegung ist erfolgt.

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Dresden baut ein Berufsschulzentrum für Elektrotechnik. Rund 2.250 Schüler sollen dort für die Halbleiterindustrie ausgebildet werden.
Dresden baut ein Berufsschulzentrum für Elektrotechnik. Rund 2.250 Schüler sollen dort für die Halbleiterindustrie ausgebildet werden.

Am 2. November 2026 wurde in Dresden Prohlis der Grundstein für ein neues Berufsschulzentrum für Elektrotechnik gelegt. Auf dem Gelände an der Boxberger Straße 1 entstehen ein Schulgebäude, eine Vierfeldsporthalle sowie Sportflächen und Freiflächen. Die Kosten für das Schulbauvorhaben belaufen sich laut Stadtverwaltung auf rund 102 Millionen Euro. Davon sind bislang 77,5 Millionen Euro aus dem europäischen Förderprogramm EFRE/JTF bewilligt.

Mit dem Neubau reagiert die Stadt auf den steigenden Bedarf an qualifizierten Beschäftigten in der sächsischen Mikroelektronik und Halbleiterindustrie im Silicon Saxony. Insbesondere die Ansiedlung neuer Chipfabriken und der Ausbau bestehender Produktionsstandorte erhöhen den Bedarf an Fachkräften für Fertigung, Anlagenbetrieb und Instandhaltung.

Ausbildung für die Mikroelektronik und Halbleiterfertigung

Das neue Berufsschulzentrum ist für rund 2.250 Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Mehr als 100 Lehrkräfte sollen dort in verschiedenen technischen Berufen unterrichten. Zu den angebotenen Ausbildungsgängen gehören Mikrotechnologie, Mechatronik, Elektrotechnik und Informatik.

Vor allem die Ausbildung von Mikrotechnologen ist für die Halbleiterindustrie von Bedeutung. Sie arbeiten unter anderem in der Herstellung von Halbleiterbauelementen, überwachen Fertigungsprozesse und bedienen Produktionsanlagen. Auch Mechatroniker, Elektroniker und IT Fachkräfte werden für den Betrieb moderner Chipfabriken benötigt.

Das Berufsschulzentrum übernimmt dabei die schulische Ausbildung im dualen System. Voraussetzung für diesen Bildungsweg ist ein Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen.

Technisches Abitur und duale Berufsausbildung

Neben der klassischen Berufsausbildung bietet das Berufsschulzentrum ein Berufliches Gymnasium mit technischem Schwerpunkt. Schülerinnen und Schüler können dort innerhalb von drei Jahren die allgemeine Hochschulreife erwerben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Abitur mit einem anerkannten Berufsabschluss zu verbinden. Diese Ausbildung dauert vier bis viereinhalb Jahre und wird in den Fachrichtungen Mechatronik, Fachinformatik und IT Systemelektronik angeboten.

Bei der Errichtung des Campus setzt die Stadt auf eine Holzhybridbauweise. Aufbereitetes Material aus dem Abbruch des bisherigen Gebäudes soll vor Ort wiederverwendet werden, um den Transportaufwand und den Bedarf an neuen Baustoffen zu reduzieren.

Dresden will Fachkräfte langfristig an den Standort binden

Mit dem Neubau soll die Ausbildungskapazität an die Entwicklung des Halbleiterstandorts im Silicon Saxony angepasst werden. Der Bildungscampus soll bis Ende 2028 fertiggestellt werden. Der Schulbetrieb ist für 2029 vorgesehen. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert betont die Bedeutung des Projekts für die wirtschaftliche Entwicklung der Region: „Mit dem Neubau verfolgen wir gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen nicht nur das Ziel, die schulische Infrastruktur in der beruflichen Ausbildung zu modernisieren, sondern auch gezielt auf den steigenden Fachkräftebedarf in der Region zu reagieren. Das Berufsschulzentrum Elektrotechnik nimmt eine zentrale Rolle bei der Ausbildung von Fachkräften im Bereich der Mikroelektronik ein. Die Ansiedlungen im Dresdner Norden sind eine große Chance für unsere Stadt: Sie stärken den Wirtschaftsstandort und eröffnen neue Perspektiven. Damit diese Entwicklung gelingt, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte – und müssen gemeinsam daran arbeiten, Talente für Dresden zu gewinnen und langfristig hier zu halten. Dieses Berufsschulzentrum ist dafür eine wichtige Basis.“