Mehr Leistung für KI-Rechenzentren

Hohe Leistungsdichten: Stromversorgung für KI-Server neu gedacht

KI-Server treiben Leistungsaufnahme und Wärmedichte in neue Dimensionen. Effiziente Leistungshalbleiter, digitale Regelung und intelligentes Wärmemanagement werden damit zum Schlüssel für skalierbare und zuverlässige Stromversorgungen im Rechenzentrum.

5 min
Wie gelingt die Stromversorgung für KI-Server? SiC, digitales Power Management und intelligente Kühlung meistern steigende Leistungsdichten.
Wie gelingt die Stromversorgung für KI-Server? SiC, digitales Power Management und intelligente Kühlung meistern steigende Leistungsdichten.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert Branchen rasant und treibt Innovationen in allen Bereichen voran – vom Gesundheitswesen über den Finanzsektor bis hin zu autonomen Fahrzeugen und der Verarbeitung natürlicher Sprache. Diese Revolution wird von KI-Servern angetrieben, die eine beispiellose Rechenleistung bieten. Das exponentielle Wachstum der KI-Workloads – einschließlich der weit verbreiteten Nutzung großer Sprachmodelle (LLM) – hat jedoch zu einem drastischen Anstieg des Stromverbrauchs geführt und stellt Rechenzentren weltweit vor neue Herausforderungen. Da KI-Modelle immer komplexer werden und die Zahl der KI-Server wächst, steigt der Bedarf an robusten, effizienten und skalierbaren Stromversorgungen.

Bild 1: Da KI-Modelle immer komplexer werden und die Zahl der KI-Server wächst, steigt der Bedarf an robusten, effizienten und skalierbaren Stromversorgungen.
Bild 1: Da KI-Modelle immer komplexer werden und die Zahl der KI-Server wächst, steigt der Bedarf an robusten, effizienten und skalierbaren Stromversorgungen.

Heutige Rechenzentren entwickeln sich weiter, um diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Der Fokus verlagert sich auf höhere Energieeffizienz, fortschrittliches Energiemanagement und die Integration von Halbleitern mit großer Bandlücke wie Siliziumkarbid (SiC) und in einigen Fällen Galliumnitrid (GaN), um Energieverluste zu reduzieren.

Sicherheit hat weiterhin höchste Priorität, gerade weil KI-Anwendungen riesige Mengen sensibler Daten verarbeiten. Diese Umgebung erfordert robuste Maßnahmen wie hardwarebasierte Verschlüsselung und sicheres Booten sowie eine wachsame Echtzeit-Bedrohungserkennung. Um der Rechenintensität von KI-Inferenz und -Training gerecht zu werden – insbesondere bei Workloads mit großen Sprachmodellen – setzen Rechenzentren auf neue Ansätze bei der Stromversorgung und Spannungsregelung sowie auf fortschrittliches Wärmemanagement. Skalierbarkeit und Flexibilität gewinnen zunehmend an Bedeutung, weshalb Rechenzentren modulare Infrastrukturen einführen und innovative Kühlstrategien erproben. Während sich diese Trends weiterentwickeln, sind KI-gesteuerte Rechenzentren in der Lage, eine höhere Effizienz und Sicherheit zu erreichen und die für zukünftige Entwicklungen notwendige Agilität zu bewahren.

Bild 2: Der Fokus verlagert sich auf höhere Energieeffizienz, fortschrittliches Energiemanagement und die Integration von Halbleitern mit großer Bandlücke wie Siliziumkarbid (SiC) und in einigen Fällen Galliumnitrid (GaN), um Energieverluste zu reduzieren.
Bild 2: Der Fokus verlagert sich auf höhere Energieeffizienz, fortschrittliches Energiemanagement und die Integration von Halbleitern mit großer Bandlücke wie Siliziumkarbid (SiC) und in einigen Fällen Galliumnitrid (GaN), um Energieverluste zu reduzieren.

Warum benötigen KI-Server leistungsfähigere Stromversorgungen?

KI-Server bilden das Rückgrat aktueller Rechenzentren und treiben komplexe Aufgaben wie Deep Learning, maschinelles Lernen, große Sprachmodelle und Echtzeitanalysen voran. Diese Server benötigen deutlich mehr Strom als herkömmliche Enterprise-Server. Mit dem Ausbau ihrer KI-Fähigkeiten stehen Rechenzentren vor der Herausforderung, ausreichend Strom bereitzustellen und die Effizienz aufrechtzuerhalten, um Kosten zu kontrollieren und die Umweltbelastung zu minimieren. Der Energieverbrauch in Rechenzentren ist sprunghaft angestiegen, wobei KI-Workloads diesen im Vergleich zu herkömmlichen Aufgaben potenziell verdoppeln. Der weltweite Energiebedarf von Rechenzentren wächst jährlich um 10-15 Prozent, wobei KI mittlerweile 10-20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs ausmacht. KI-Beschleunigerserver mit hoher Rechenlast sind die Hauptenergieverbraucher innerhalb dieser Infrastruktur.

Bild 3: KI-Server bilden das Rückgrat heutiger Rechenzentren und treiben komplexe Aufgaben wie Deep Learning, maschinelles Lernen, große Sprachmodelle und Echtzeitanalysen voran.
Bild 3: KI-Server bilden das Rückgrat heutiger Rechenzentren und treiben komplexe Aufgaben wie Deep Learning, maschinelles Lernen, große Sprachmodelle und Echtzeitanalysen voran.

Der Übergang von herkömmlichen CPU-zentrierten Architekturen zu GPUs und spezialisierten Beschleunigern treibt den Strombedarf kontinuierlich an. Aktuelle KI-Server verbrauchen heute zwei- bis dreimal so viel Strom wie herkömmliche Enterprise-Server, wobei Hochleistungs-KI-Racks mehr als 50 kW pro Rack verbrauchen, verglichen mit 5-15 kW pro Rack in herkömmlichen Rechenzentren. Allein GPUs können 300-700 W pro Karte verbrauchen. Mit zunehmenden KI-Workloads müssen Rechenzentren der nächsten Generation fortschrittliche Stromverteilungsarchitekturen, hocheffiziente Spannungsregler und innovative Kühllösungen implementieren, um die betriebliche Effizienz und Zuverlässigkeit aufrechtzuerhalten.

Microchip begegnet dem steigenden Strombedarf mit hocheffizienten MOSFETs, SiC-FETs und intelligenten Gate-Treibern. Diese Leistungshalbleiter sind für optimale Schaltleistung, geringere Leitungs- und Schaltverluste sowie ein verbessertes Wärmemanagement ausgelegt – entscheidend, um die von KI-Servern geforderten hohen Leistungsdichten abzudecken. SiC-MOSFETs von Microchip ermöglichen höhere Schaltfrequenzen, um Größe und Gewicht magnetischer Komponenten zu reduzieren, was zu kompakteren und effizienteren Stromversorgungsdesigns führt. Intelligente Gate-Treiber bieten präzise Steuerung, integrierte Schutzfunktionen und robuste Diagnosefunktionen und sorgen so für einen zuverlässigen Betrieb selbst unter hoher Rechenlast. In Rechenzentren lassen sich so leistungsstärkere KI-Server einsetzen, ohne die Leistungs- oder thermischen Grenzen zu überschreiten.

Bild 4: Der Energieverbrauch in Rechenzentren ist sprunghaft angestiegen, wobei KI-Workloads diesen im Vergleich zu herkömmlichen Aufgaben potenziell verdoppeln.
Bild 4: Der Energieverbrauch in Rechenzentren ist sprunghaft angestiegen, wobei KI-Workloads diesen im Vergleich zu herkömmlichen Aufgaben potenziell verdoppeln.

Digitale Leistungsregelung und Wärmemanagement für KI-Server

Mit steigender Leistungsdichte müssen Rechenzentren mehr Leistung auf gleicher oder kleinerer Fläche bereitstellen. Herkömmliche Netzteile und Luftkühlung stoßen dabei zunehmend an Grenzen, da höhere Leistungsdichten mehr Wärme erzeugen und Energieverluste verstärken können. Eine ineffiziente Stromumwandlung erhöht nicht nur die Betriebskosten, sondern vergrößert auch den CO2-Fußabdruck, der von Kunden und Regulierungsbehörden immer stärker beachtet wird. Effektives Wärmemanagement ist daher entscheidend, um Überhitzung zu verhindern, die Systemzuverlässigkeit zu sichern und die Lebensdauer kritischer Komponenten zu verlängern. Rechenzentren müssen folglich die Effizienz steigern, Wärme zuverlässig abführen und zugleich Nachhaltigkeitsziele erfüllen.

Die dsPIC Digital Signal Controller (DSCs) von Microchip unterstützen digital geregelte Stromversorgungen, indem sie die Echtzeitsteuerung einer MCU mit der schnellen Signalverarbeitung eines DSP kombinieren. Die dsPIC33A-Reihe bietet hohe Taktraten, PWM-Ausgänge und hochauflösende A/D-Wandler und ermöglicht damit eine präzise Leistungssteuerung, schnelles Einschwingverhalten und komplexe digitale Regelalgorithmen.

Intelligentes Wärmemanagement und Leistungsüberwachung umfassen Temperatursensoren, Lüftersteuerungen und ICs zur Leistungsüberwachung, was eine Echtzeit-Verfolgung thermischer und elektrischer Parameter ermöglicht. Diese Bausteine lassen sich nahtlos mit den DSCs integrieren, um Regelkreise für die Kühlung zu implementieren, Lüfterdrehzahlen zu optimieren und bei anormalen Zuständen Warnmeldungen auszulösen oder das System abzuschalten. So wird ein sicherer und effizienter Betrieb von AI-Servern mit hoher Dichte gewährleistet.

Secure Boot und Hardware-Root-of-Trust für KI-Server

Bild 5: Der Übergang von herkömmlichen CPU-zentrierten Architekturen zu GPUs und spezialisierten Beschleunigern treibt den Strombedarf kontinuierlich an.
Bild 5: Der Übergang von herkömmlichen CPU-zentrierten Architekturen zu GPUs und spezialisierten Beschleunigern treibt den Strombedarf kontinuierlich an.

Da KI-Server große Mengen sensibler Daten verarbeiten, sind robuste Sicherheitsmechanismen unverzichtbar. Wachsende Risiken durch Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen machen hardwarebasierte Schutzmaßnahmen, sichere Boot-Prozesse und die Einhaltung strenger Standards wie NIST 800-193, Common Criteria (CC) und FIPS 140-3 erforderlich. Auch das Open Compute Project (OCP) setzt hohe Anforderungen an Hardware-Root-of-Trust, Firmware-Integrität und Secure Boot. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass KI-Datenserver Hardware und Software vor dem Betrieb verifizieren und authentifizieren und so Cyberrisiken reduzieren.

Microchip integriert entsprechende Sicherheitsfunktionen direkt in Controller und Power-Management-ICs, darunter Hardware-Root-of-Trust, Secure Boot, kryptografische Beschleuniger und Unterstützung relevanter Branchenstandards. Hardware-Root-of-Trust lässt nur verifizierte Firmware und Software zu, während Secure Boot die Ausführung unbefugten Codes beim Start verhindert. Kryptografische Beschleuniger ermöglichen schnelle hardwarebasierte Ver- und Entschlüsselung und schützen sensible Daten im Ruhezustand sowie bei der Übertragung. Damit unterstützen diese Funktionen Rechenzentren dabei, moderne Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, sich gegen neue Cyberbedrohungen zu schützen und Integrität sowie Vertraulichkeit von KI-Workloads zu gewährleisten.

Wie lassen sich Stromversorgungen für KI-Rechenzentren skalieren?

Die wachsende Komplexität von KI-Workloads verlangt von KI-Datenservern mehr Skalierbarkeit und Flexibilität. Große Sprachmodelle, Echtzeitanalysen und KI-gesteuerte Anwendungen benötigen Infrastrukturen, die sich dynamisch an steigende Rechenanforderungen anpassen lassen. KI-Trainingscluster wachsen schnell; in einigen Hyperscale-Rechenzentren kommen bereits GPU-Architekturen mit mehr als 100 kW pro Rack zum Einsatz. Modulare Serverarchitekturen ermöglichen es, Hardware gezielt aufzurüsten oder neu zu konfigurieren, ohne ganze Systeme auszutauschen. Das senkt Kosten und erhöht die Anpassungsfähigkeit.

Bild 6: Die dsPIC Digital Signal Controller unterstützen digital geregelte Stromversorgungen, indem sie die Echtzeitsteuerung einer MCU mit der schnellen Signalverarbeitung eines DSP kombinieren.
Bild 6: Die dsPIC Digital Signal Controller unterstützen digital geregelte Stromversorgungen, indem sie die Echtzeitsteuerung einer MCU mit der schnellen Signalverarbeitung eines DSP kombinieren.

Skalierbare Infrastrukturen weisen Rechen-, Speicher- und Netzwerkressourcen bedarfsgerecht zu und sorgen dafür, dass KI-Datenserver mit neuen Modellen und Anwendungen mitwachsen können. Die modularen Power-Management-Lösungen von Microchip – darunter Digitalcontroller, Leistungsmodule und Referenzdesigns – unterstützen diese Anforderungen. Sie lassen sich in modulare Serverarchitekturen integrieren und helfen Rechenzentren, ihre Stromversorgungsinfrastruktur entsprechend der jeweiligen Rechenlast zu skalieren. So lassen sich Ressourcen effizienter nutzen, Kosten reduzieren und KI-Datenserver flexibel für künftige Workloads auslegen.

Referenzdesigns und Entwicklungstools für KI-Netzteile

Die rasante Entwicklung der KI erfordert von Rechenzentrumsbetreibern und Serverherstellern schnellere Entwicklungszyklen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Entwickeln, Validieren und Bereitstellen fortschrittlicher Stromversorgungssysteme für KI-Server ist komplex und kann ohne die richtigen Ressourcen zu Verzögerungen und erhöhten Kosten führen. Um die Markteinführung zu beschleunigen und das Designrisiko zu mindern, ist der Zugang zu bewährten Referenzdesigns, robusten Entwicklungstools und fachkundigem technischen Support unerlässlich.

Leistungselektronik für energieeffiziente KI-Rechenzentren

Der stark wachsende Energiebedarf von KI-Servern stellt Rechenzentrumsbetreiber und Technologieanbieter vor große Herausforderungen. Mit fortschrittlichen Leistungsbauelementen, effizienten Kühllösungen, robusten Sicherheitsprotokollen und intelligentem, digital geregeltem Power Management kann die Branche diese Anforderungen wirksam bewältigen. Die effizienten MOSFETs, modernen Gate-Treiber und dsPIC-DSCs mit leistungsfähigen DSP-Funktionen von Microchip Technology unterstützen die Entwicklung von Stromversorgungen, die hohe Leistung und Energieeffizienz vereinen.

Durch den Einsatz fortschrittlicher Leistungshalbleiter, digitaler Controller, integrierter Sicherheitsfunktionen und passender Entwicklungstools können Rechenzentrumsbetreiber und Serverhersteller Stromversorgungssysteme realisieren, die den hohen Anforderungen von KI-Workloads – einschließlich großer Sprachmodelle – gerecht werden. Diese Technologien steigern Effizienz, Leistungsdichte und Zuverlässigkeit und verbessern zugleich Wärmemanagement, Sicherheit, Skalierbarkeit, Flexibilität und Entwicklungszeiten. Kontinuierliche Innovationen in der gesamten Branche tragen dazu bei, dass Rechenzentren der nächsten Generation neue Maßstäbe bei Leistung, Effizienz und Sicherheit setzen und die Weiterentwicklung der KI-Infrastruktur vorantreiben. (na)




Autor:

Josue Navarro, Produktmarketing dsPIC Digital Signal Controller bei Microchip