
Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor wie der Si7005 von Silicon Labs messen die relative Luftfeuchtigkeit in Haarhygrometern mit nichtlinearer Skala. Aber wie funktionier das eigentlich? (Bild: Silicon Labs)
„Man ist das schwül hier drin.“ Vor allem im Sommer hat jeder diesen Satz schon einmal gesagt oder gehört. Der Mensch fühlt die Luftfeuchtigkeit, ohne sie in Zahlen fassen zu können. Doch dafür gibt es Geräte, die sich im Laufe der Jahre geändert haben. Hier werfen wir einen Blick darauf, was die relative Luftfeuchtigkeit eigentlich ist, wie man sie messen kann und wie Sie daheim ihre eigene Messstation aufbauen können.
Das sind die Grundlagen der Luftfeuchtigkeitsmessung
Die Menge an Wasserdampf, die sich in der Luft befindet, kann erheblich variieren: von nahezu Null bis zum Sättigungspunkt. Unzureichende oder übermäßige Luftfeuchtigkeit beziehungsweise starke Änderungen können empfindliche Materialien und Objekte beschädigen. Menschen sind ebenfalls empfindlich gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit, die zu Unbehagen führt. Der menschliche Körper nutzt die Verdunstungskühlung als primärer Temperatur-Regelmechanismus. Ist die relative Luftfeuchte hoch, nimmt auch die Menge an verdampftem Schweiß auf der Hautoberfläche zu, da sich die Dampfmenge in der Luft bereits nahe an der Sättigung befindet.
Der Mensch fühlt mehr den Wärmetransport weg vom Körper als die Temperatur selbst: wir empfinden es wärmer, wenn die relative Luftfeuchtigkeit hoch ist. Ist die Luftfeuchte so hoch, dass der Schweiß nicht mehr verdunsten kann, überhitzt sich der Körper, was zu Unbehagen führt. Eine Kombination aus hoher Temperatur und niedriger Luftfeuchtigkeit ermöglicht eine effektivere Kühlung.
Messung der Luftfeuchtigkeit auf einen Blick
Die Messung der Luftfeuchtigkeit beruht auf der Messung von Temperatur, Druck, Masse oder einer mechanischen oder elektrischen Änderung in einer Substanz, sobald Feuchtigkeit absorbiert wird. Eine Feuchtigkeitsmessung kann dann aus der Kalibrierung und Berechnung einer gegebenen Messgröße hergeleitet werden. Hygrometer verwenden ein Haar zur Messung der Luftfeuchte, wobei sich die Haarlänge mit dem Feuchtigkeitsanteil ändert.
Heute kommen moderne elektronische Feuchtigkeitsmesser zum Einsatz, die die Kondensationstemperatur oder Änderungen elektrischer Kapazitäten oder Widerstände nutzen, um Feuchtigkeitsänderungen mit wesentlich höherer Genauigkeit zu messen.
So lässt sich die Luftfeuchtigkeit messen
Luftfeuchtigkeit lässt sich auf verschiedene Arten quantifizieren. Der wichtigste Messwert für Umgebungsqualität ist die relative Luftfeuchtigkeit. Dabei handelt es sich um das Verhältnis tatsächlich vorhandenen Wasserdampfs in der Luft zu der Menge an Wasserdampf, die bei Sättigung vorhanden wäre, wenn die Luft keine weitere Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die absolute Luftfeuchtigkeit definiert hingegen die Menge an Wasserdampf, die sich in einem Gesamtvolumen feuchter Luft bei einer bestimmten Temperatur und einem bestimmten Druck befindet.
Prinzipiell erfolgt die Messung der relativen Luftfeuchte direkt. In der Praxis ist sie jedoch nicht so einfach. Einige Messgeräte bieten eine schlechte Genauigkeit und weichen über der Zeit ab (driften). Andere verschmutzen im Laufe der Zeit oder unterliegen einer Hysterese, zeigen den tatsächlichen Wert also erst nach einer Verzögerung an. Für viele herkömmliche Geräte ist daher eine regelmäßige Kalibrierung erforderlich, die umständlich und teuer sein kann.
Wie funktioniert die Luftfeuchtigkeitsmessung?
Die Feuchtigkeitsmessung erfolgt durch verschiedene Methoden und Technologien, die jeweils auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien basieren. Hier sind die gängigsten Methoden und deren Funktionsweisen:
- Kapazitive Sensoren
- Prinzip: Änderung der elektrischen Kapazität.
- Funktionsweise: Diese Sensoren bestehen aus zwei Elektroden mit einem hygroskopischen Dielektrikum (Material, das Feuchtigkeit anzieht) dazwischen. Wenn die Luftfeuchtigkeit steigt, absorbiert das Dielektrikum Wasser, was zu einer Änderung der Kapazität führt. Diese Änderung wird gemessen und in einen Feuchtigkeitswert umgerechnet.
- Resistive Sensoren
- Prinzip: Änderung des elektrischen Widerstands.
- Funktionsweise: Ein hygroskopisches Material ändert seinen elektrischen Widerstand, wenn es Wasser absorbiert. Ein Stromkreis misst diesen Widerstand, und die Änderung wird verwendet, um die Luftfeuchtigkeit zu bestimmen.
- Thermische Hygrometer
- Prinzip: Wärmeleitfähigkeit.
- Funktionsweise: Diese Sensoren messen die Änderung der Wärmeleitfähigkeit der Luft, die durch die Menge an Wasserdampf beeinflusst wird. Ein kleiner Heizelement wird verwendet, und die Energie, die benötigt wird, um eine konstante Temperatur zu halten, variiert mit der Feuchtigkeit.
- Taupunkt-Sensoren
- Prinzip: Kondensationstemperatur.
- Funktionsweise: Diese Sensoren kühlen eine Oberfläche ab, bis der Wasserdampf in der Luft darauf kondensiert. Die Temperatur, bei der Kondensation auftritt, ist der Taupunkt und wird zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit verwendet.
- Psychrometer
- Prinzip: Verdunstungskühlung.
- Funktionsweise: Ein Psychrometer besteht aus zwei Thermometern: einem trockenen und einem feuchten Thermometer (mit einem befeuchteten Docht). Durch Verdunstung kühlt das feuchte Thermometer ab. Der Temperaturunterschied zwischen beiden Thermometern wird verwendet, um die relative Luftfeuchtigkeit zu berechnen.
- Haar-Hygrometer
- Prinzip: Längenänderung von Haaren.
- Funktionsweise: Diese Sensoren verwenden menschliche oder tierische Haare, die sich bei Feuchtigkeitsänderungen in der Länge verändern. Diese Längenänderung wird mechanisch auf einen Zeiger übertragen, der die Luftfeuchtigkeit anzeigt.
Die Feuchtigkeitsmessung erfolgt durch verschiedene Methoden, die jeweils physikalische Eigenschaften wie Kapazität, Widerstand, Wärmeleitfähigkeit oder Kondensation nutzen. Moderne Sensoren kombinieren oft mehrere dieser Prinzipien, um genaue und zuverlässige Messungen zu gewährleisten. Sie werden in vielen Bereichen eingesetzt, von der Wettervorhersage über die industrielle Prozesskontrolle bis hin zur Überwachung von Wohn- und Arbeitsumgebungen.
Das bekannteste Instrument zur Messung der relativen Luftfeuchtigkeit ist das Psychrometer. Es ist eher durch seine „Trocken-/Feuchtkugel“-Methode bekannt. Ein Psychrometer besteht aus zwei Thermometern: eines mit einer herkömmlichen Trockenkugel und eines mit einem feuchten Tuch, das die Kugel umhüllt, genannt Feuchtkugel. Die Verdunstung aus dem feuchten Tuch senkt die Temperatur des Feuchtkugel-Thermometers.
Das Feuchtkugel-Thermometer zeigt eine niedrigere Temperatur als das Trockenkugel-Thermometer, wenn die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt ist. Aus einer Tabelle lässt sich dann die relative Luftfeuchtigkeit über die beiden Temperaturmessungen herleiten. Mit einem Mikrocontroller lässt sich dies automatisieren – der Nachteil eines psychrometrischen Sensors ist jedoch die langsame Ansprechzeit und die physikalische Größe. Auch die Wartung ist problematisch, da eine Thermometer-Kugel stets feucht gehalten werden muss und eine ausreichende Luftzirkulation erforderlich ist.
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Wie funktioniert ein Hygrometer?
Die genaueste Methode zur Feuchtigkeitsmessung erfolgt über ein Hygrometer mit gekühltem Spiegel. Dabei kommt ein optoelektronischer Mechanismus zum Einsatz, der Kondensation auf der Spiegeloberfläche feststellt. Der Spiegel wird auf einer genau gemessenen Temperatur gehalten und gekühlt, damit sich Kondensation bilden kann. Die Kondensation streut das Licht einer LED, was zu einem plötzlichen Abfall des Ausgangssignals der Empfänger-Fotodiode führt. Die Temperatur, bei der die Kondensation beginnt, stellt den Taupunkt dar, aus dem sich der Feuchtigkeitswert ableitet. Mit einer Mikrocontroller-basierten Rückkopplungsschleife lässt sich der Taupunkt kontinuierlich verfolgen. Allerdings muss der Spiegel stets sauber gehalten werden, und auch eine Möglichkeit, die Kondensation nach der Messung zu beseitigen, muss bestehen. Durch ihre mechanischen Systeme sind Hygrometer mit gekühltem Spiegel sehr sperrig, teuer und unpraktisch für Großserien in Consumer-, Automotive- und häuslichen Anwendungen.
Mechanische Hygrometer sind wesentlich kleiner, aber weniger genau – meist im Bereich ±10 %. Gängige Geräte enthalten ein Haar, das unter Spannung gehalten wird. Steigt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft wird das Haar flexibler und dehnt sich aus. Diese Änderung lässt sich mit einem Dehnungsmesser erfassen. Mit steigender Feuchtigkeit dehnt sich das Haar zunehmend.
Welche Sensoren gibt es zur Feuchtigkeitsmessung?
Zur Feuchtigkeitsmessung gibt es verschiedene Arten von Sensoren, die jeweils auf unterschiedlichen physikalischen Prinzipien basieren:
- Kapazitive Sensoren: Messen die Änderung der elektrischen Kapazität eines hygroskopischen Materials.
- Resistive Sensoren: Bestimmen die Änderung des elektrischen Widerstands eines Materials bei Feuchtigkeitsaufnahme.
- Thermische Hygrometer: Erfassen die Veränderung der Wärmeleitfähigkeit der Luft durch Feuchtigkeit.
- Taupunkt-Sensoren: Bestimmen die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit kondensiert.
- Psychrometer: Nutzen zwei Thermometer (trocken und feucht) zur Bestimmung der relativen Feuchtigkeit durch Verdunstungskühlung.
Diese Sensoren werden in verschiedenen Anwendungen wie Meteorologie, Klimakontrolle, industrielle Prozesse und viele mehr eingesetzt.
So hängen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zusammen
Der Sättigungsgrad wird je nach Temperatur als Taupunkt oder Frostpunkt bezeichnet. Der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit kann sich selbst bei geringen Temperaturänderungen erheblich unterscheiden: Bei einer Temperaturänderung um 1 °C (bei 35 °C und 75 % relative Luftfeuchte) ändert sich der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit um 4 %. Eine höhere Temperatur erhöht die Fähigkeit der Luft, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen; eine niedrigere Temperatur verringert diese Möglichkeit.
Die Fähigkeit der Luft, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen, steigt mit höheren Temperaturen. Somit nimmt auch die relative Luftfeuchte zu, sobald die Luft wärmer wird. Wird feuchte Luft gekühlt, sinkt deren Möglichkeit, Feuchte aufzunehmen, während sich die relative Luftfeuchte erhöht. Die Menge an Wasserdampf in der Luft, die erforderlich ist, damit der Taupunkt erreicht wird, nimmt mit steigender Temperatur zu. Ein Taupunkt bei 10 °C entspricht zum Beispiel einer relativen Luftfeuchte von 31 % bei 32 °C.
Welche elektronischen Luftfeuchtigkeitsmessung gibt es?
Elektronische Geräte zur Messung der Luftfeuchtigkeit erübrigen die genannten Größen- und Kostenprobleme älterer Techniken. Aber auch hier weisen herkömmliche Designs bestimmte Einschränkungen auf. Um Luftfeuchtigkeit zu messen, kommen meist Techniken zum Einsatz, die auf der Änderung des Widerstandes oder der Kapazität eines hygroskopischen Materials beruhen. Diese Art von Sensor findet sich heute in den meisten Anwendungen, da der technologische Fortschritt hier eine genaue, kompakte, stabile und stromsparende Lösung ermöglicht hat.
Ein kapazitiver Sensor besteht aus zwei Elektroden, die durch ein Dielektrikum getrennt sind. Sobald der Wasserdampf-Anteil in der Luft steigt, folgt auch die dielektrische Konstante des Sensors. Die Kapazität ändert sich proportional zum Feuchtigkeitsgrad. Ein Widerstandssensor besteht aus zwei Elektroden, die durch eine leitfähige Schicht voneinander getrennt sind. Die Leitfähigkeit der Messschicht ändert sich dabei in Bezug auf eine veränderte Luftfeuchtigkeit.
Neue Techniken zur Fertigung dünner Folien machen diese Sensoren genau, stabil und einfach in großen Mengen herstellbar. Die Materialwahl ermöglicht schnelle Reaktionszeiten mit geringer Hysterese. Ein Polyimid-Film, der in Dicken von weniger als 5 µm gefertigt wird, reagiert in weniger als 10 s auf Änderungen der Luftfeuchtigkeit und bietet eine hohe Stabilität.
Die Genauigkeit eines elektronischen Sensors ist durch seine Drift über der Zeit begrenzt. Diese entsteht durch große Temperatur- und Feuchtigkeitsabweichungen oder durch Verschmutzungen. Solche Faktoren müssen von den Entwicklern bei der Wahl der geeigneten Sensorlösung mit beachtet werden.
Um die Genauigkeit bei der Messung der relativen Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist es hilfreich, die Umgebungstemperatur zu messen und eine Temperaturkompensation im Host-Rechner durchzuführen (eine einfache Berechnung zweiter Ordnung). Um den Taupunkt oder die absolute Luftfeuchtigkeit zu bestimmen, muss auch die Umgebungstemperatur gemessen werden. Mit der genauen Messung der Umgebungstemperatur erhöht sich auch die Genauigkeit der Luftfeuchtigkeits-Messung. Ein Fehler von 1 °C bei der Temperaturmessung bedeutet in etwa ein Fehler von 1 °C bei der Berechnung des Taupunkts. Um eine genaue Messung zu erzielen, sollte die Temperatur- und Luftfeuchtigkeits-Messung so nahe wie möglich zusammen erfolgen – idealerweise auf dem gleichen Chip. Diese Nähe ist in herkömmlichen elektronischen Sensordesigns nur schwierig zu erreichen.
So nimmt der Mensch relative Luftfeuchtigkeit wahr
Taupunkt (°C) | Relative Luftfeuchte bei 32°C | Menschliche Wahrnehmung |
24 und mehr | 62 % und mehr | äußert unangenehm |
21 bis 23 | 52 bis 61% | sehr unangenehm |
18 bis 20 | 44 bis 52% | etwas unangenehm |
15 bis 18 | 37 bis 46% | angenehm aber schwül |
13 bis 15 | 31 bis 41% | angenehm |
10 bis 12 | 31 bis 37% | sehr angenehm |
9 und weniger | 30% und weniger | etwas trocken |
Warum sollte die Luftfeuchtigkeit gemessen werden?
Nicht nur Mensch reagiert auf eine zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit, auch Materialien können mit der Wasser in der Luft reagieren. Daher ist auch die Messung der Luftfeuchtigkeit seit geraumer Zeit immer wichtiger geworden. Früher waren viele Umgebungen nämlich meist nur temperaturüberwacht.
Eine Kontrolle der Luftfeuchtigkeit ist vor allem in den Bereichen Wohnung, Lagerung und Fertigung von Bedeutung. Die Reglung von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit ist entscheidend für die Konservierung vieler Materialien wie Medikamente, Lebensmittel, Stoffe und Holzprodukte.
Inakzeptable Luftfeuchtigkeitswerte tragen vor allem zusammen mit extremen Temperaturen zu einem hohen Materialverschleiß bei. Wärmeeinwirkung verschlechtert die Leistungsfähigkeit und hohe Luftfeuchte unterstützt schädliche chemische Reaktionen. Zusammen kann dies zu Schädlings- und Schimmelbefall führen. Eine extrem niedrige Luftfeuchte kann ebenfalls schädigende Auswirkungen haben: empfindliche Materialien trocknen aus und werden brüchig. Hohe Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchte verursachen ebenfalls Schäden durch Ausdehnung und Kontraktion, was zu einem schnelleren Verschleiß führt.
Der Einbau und Betrieb geeigneter Klimaanlagen hilft, Normalbetriebs- und Konservierungsstandards einzuhalten, was den Materialverschleiß erheblich verringert. Um die Luftfeuchtigkeit zu regeln, Schäden oder Unbehagen zu vermeiden, oder um Ereignisse zu erkennen, die zu Produktschäden bei der Lagerung oder während des Transports entstehen, ist eine genaue Messung der Luftfeuchtigkeit entscheidend. Diese Messung sollte mit einer Komponente möglich sein, die sich einfach und kostengünstig in eine elektronische Regelung integrieren lässt.
Beispiel für die Entwicklung elektronischer Sensoren zur Messung der Luftfeuchtigkeit
Viele der heutigen elektronischen Sensoren basieren auf diskreten Widerstands- und Kapazitätssensoren, Hybrid- und Multichip-Modulen (MCMs) (Bild 2). Dieser herkömmliche Ansatz hat die Nachteile hohe Bauteilanzahl, große Stellfläche und eine arbeitsintensive kundenseitige Kalibrierung. Ein weiteres Problem bei diskreten Sensoren ist, dass sie meist nicht kompatibel zu SMD-Fertigungsabläufen sind.
Diskrete und Modul-Lösungen weisen einen hohen Stromverbrauch auf und nehmen viel Platz auf der Leiterplatte ein, was die Integration in Geräte erschwert. Dies kann problematisch für Anwendungen wie das Asset Tracking und in tragbaren medizintechnischen Geräten sein. Ein Feuchtigkeitssensor sollte idealerweise ein monolithisches Design aufweisen, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen und den Stromverbrauch sowie die Größe zu verringern.
Ein monolithischer Sensor muss aber auch heutige Fertigungstechnik unterstützen. Da das Sensorelement der Umgebung ausgesetzt ist (um seine Funktion zu gewährleisten), können auch Beschädigungen oder Verschmutzungen auftreten – vor allem während der Leiterplattenmontage. Der Sensor muss sauber und unbeschädigt bleiben. Eine Möglichkeit ist, die Sensoröffnung vor der Leiterplattenmontage mit einer temperaturfesten Schutzfolie abzudecken und anschließend wieder zu entfernen. Dies ist aber sehr arbeitsintensiv und erhöht die Fertigungsdauer und -kosten.
Selbst mit einem solchen Schutz sind einige Sensoren nicht kompatibel zu hochvolumigen Reflow-Lötprozessen. Der extreme Temperaturzyklus beim Löten kann die Leistungsfähigkeit des Luftfeuchtigkeitssensors verschieben – ein Effekt, der in den Genauigkeitsspezifikationen des Herstellers nicht immer enthalten ist. Die maximale Genauigkeit wird somit nur erzielt, wenn sich der Sensor in einem Sockel befindet. Ein Sockel erhöht allerdings wieder die Stückliste und die Arbeitskosten, da der Sensor nach dem Löten der Leiterplatte in den Sockel gesteckt werden muss.
Der Luftfeuchtigkeitssensor benötigt auch einen Schutz während der gesamten Produktlebensdauer. Eine Art von Abdeckung oder Filter ist erforderlich, was die Sensor-Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen kann. Ein sorgfältiges Design der Sensor-Abdeckung kann dieses Problem verringern und auch den Schutz des Sensors während der Fertigung erübrigen.

Neueste Sensorlösung mit Schutzabdeckung
Der Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensor Si7005 von Silicon Labs adressiert viele Design- und Fertigungsherausforderungen diskreter, hybrider und modularer Sensorlösungen. Der Si7005 verwendet eine hydrophobe Abdeckung, die als lebenslanger Schutzmechanismus für den empfindlichen Sensor darunter dient. Die Abdeckung aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE) ist ein hydrophober Filter und schützt gegen Staub und die meisten Flüssigkeiten. Wasserdampf wird durchgelassen, was sicherstellt, dass der Filter die Ansprechzeit des Sensors nicht beeinträchtigt. Da die optionale Abdeckung für den Si7005 (Bild 3) ab Werk installiert ist, muss bei der Leiterplattenmontage keine Zeit und kein Arbeitsaufwand zum Aufbringen oder Entfernen einer Schutzfolie aufgewendet werden. Und die Abdeckung muss nicht in das Produktdesign mit einbezogen werden.
Der Si7005-Sensor basiert auf einer Polyimid-Folie, um Feuchtigkeit zu erkennen. Diese dünne, empfindliche Folie wird über einem Metallfinger-Kondensator aufgebracht. Ein Präzisions-Bandlückenreferenz-Schaltkreis befindet sich auf dem gleichen Die wie der Feuchtigkeitssensor und sorgt für die Temperaturmessung. Das gemeinsame Unterbringen auf dem gleichen Die garantiert, dass die Temperatur und die Feuchtigkeit nahe beieinander gemessen werden, was eine hohe Messgenauigkeit gewährleistet.
Welche neuen Technologien und Innovationen gibt es bei Feuchtigkeitssensoren?
- MEMS-Technologie (Micro-Electro-Mechanical Systems):
MEMS-basierte Feuchtigkeitssensoren verwenden mikroskopische mechanische und elektrische Komponenten zur Messung der Luftfeuchtigkeit. Diese Sensoren sind extrem klein, haben eine hohe Empfindlichkeit und niedrigen Stromverbrauch. Sie werden häufig in tragbaren Geräten, Smartphones und IoT-Anwendungen verwendet. - Graphen-basierte Sensoren:
Graphen, ein Material aus einer einzigen Schicht von Kohlenstoffatomen, hat außergewöhnliche elektrische und mechanische Eigenschaften. Sensoren, die auf Graphen basieren, bieten eine hohe Empfindlichkeit und schnelle Reaktionszeiten. Diese Sensoren sind vielversprechend für den Einsatz in extremen Umgebungen und für präzise wissenschaftliche Messungen. - Flexible und tragbare Sensoren:
Flexible Feuchtigkeitssensoren bestehen aus dehnbaren Materialien und können auf Kleidung oder direkt auf der Haut getragen werden. Sie bieten eine kontinuierliche Überwachung der Hautfeuchtigkeit und können in tragbare Gesundheitsmonitore integriert werden. - Drahtlose Sensoren und IoT-Integration:
Moderne Feuchtigkeitssensoren sind oft mit drahtlosen Kommunikationsmodulen ausgestattet, die es ermöglichen, die Daten in Echtzeit an Cloud-Dienste oder IoT-Plattformen zu senden. - KI-gestützte Sensoren:
Künstliche Intelligenz (KI) wird verwendet, um Sensordaten zu analysieren und vorherzusagen. KI-Algorithmen können komplexe Muster in den Daten erkennen und genauere Feuchtigkeitsmessungen liefern. - Nanotechnologie:
Nanomaterialien werden verwendet, um die Empfindlichkeit und Genauigkeit von Feuchtigkeitssensoren zu verbessern. Diese Sensoren können geringste Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit erkennen.
Die neuesten Technologien und Innovationen bei Feuchtigkeitssensoren zielen darauf ab, die Empfindlichkeit, Genauigkeit und Vielseitigkeit der Sensoren zu erhöhen, während gleichzeitig der Energieverbrauch gesenkt und die Integration in vernetzte Systeme erleichtert wird. Diese Fortschritte ermöglichen neue Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Umweltüberwachung und Industrie.
Der auf dem Chip befindliche Temperatursensor garantiert hohe Genauigkeit, wenn der Si7005 im Bereich des Umgebungs-Taupunkts eingesetzt wird. Falls sich auf dem Sensor Kondenswasser sammelt, lässt sich eine integrierte Heizung aktivieren, um den Sensor zu trocknen und den Betrieb wieder herzustellen, sobald der Sensor den Taupunkt überschritten hat. Der Temperatursensor garantiert auch, dass die MCU, die die Feuchtigkeits-Messdaten verarbeitet, die Heizung aktiviert.
Die langfristige, alterungsbedingte Messdrift des Si7005 beträgt weniger als 0,25 % der relativen Luftfeuchte pro Jahr. Dieser Wert ist weniger als die Hälfte der Drift anderer Bausteine. Die angegebene Genauigkeit berücksichtigt die Auswirkungen des Reflow-Lötens. Als monolithische Lösung wird der Si7005-Sensor ab Werk kalibriert. Dieser arbeitsreiche Schritt erübrigt sich somit beim Kunden nach der Leiterplattenmontage.
Für daheim: Der einfache Einstieg in Arduino & Co. 21: Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Der Si7005 mit seiner monolithischen Integration vereinfacht das Systemdesign und bietet die Funktionen sonst wesentlich größerer Module in einem kompakten IC-Gehäuse (4 mm x 4 mm QFN). Neben den Sensorelementen enthält der Si7005 auch einen A/D-Wandler (ADC), Signalverarbeitung, nichtflüchtigen Speicher für Kalibrierdaten und eine I²C-Schnittstelle (Bild 4). Die hohe Integration erhöht die Robustheit und Zuverlässigkeit, verringert die Kosten und Entwicklungszeit und vereinfacht das Leiterplattendesign. Das monolithische Design verringert auch den Stromverbrauch auf 1 µA, wenn eine Temperatur- und Feuchtigkeitsmessung pro Minute erfolgt. Der Sensor eignet sich damit für stromsparende Anwendungen.
Die gesamte Stückliste des Si7005 für die Messung der relativen Luftfeuchtigkeit besteht aus nur zwei Überbrückungskondensatoren – im Vergleich zu Dutzenden von Bauteilen, die für eine diskrete Lösung mit gleicher Funktion erforderlich sind.
