Smart-Home: LED-Technik wird kompakter und smarter
Vernetzte LED-Leuchten bilden oft den Einstieg ins Smart-Home – mit neuen integrierten Designansätzen wird ihre Entwicklung nun deutlich effizienter. Technische Innovationen ermöglichen kompaktere, kostengünstigere und leistungsfähigere Lösungen.
Marton KomancsikMartonKomancsik
5 min
Wie verändert integriertes LED-Design das Smart-Home? Neue Ansätze sparen Platz und Kosten, ohne Abstriche bei Qualität oder Funktion.miss irine - stock.adobe.com
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Die Leuchtdiode (LED) hat
die Innenbeleuchtung in vielerlei Hinsicht revolutioniert. Die Lichtausbeute
heutiger LED-Leuchten ist früheren Generationen von Glüh-, Halogen- und
Leuchtstofflampen weit überlegen. Durch die längere Lebensdauer der LEDs müssen
die Lampen auch seltener ausgetauscht werden. Und die einfachere Steuerung
ihrer Lichtleistung macht sie auch ästhetisch ansprechender.
Da die Beleuchtung eine
wichtige Rolle bei der Innenraumgestaltung und dem Wohnkomfort spielt,
entscheiden sich Verbraucher oft für LED-Beleuchtung, wenn sie mit der
Einrichtung ihres Smart Homes beginnen. Über Funk lässt sich die
Lichtintensität und Farbe von LED-Leuchten steuern, um unterschiedliche
Stimmungen und Komfortstufen zu schaffen.
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Beleuchtungslösungen als Einstieg ins Smart Home
Der Kauf und die
Installation funkgesteuerter LED-Lampen fördern das Wachstum des
Smart-Home-Marktes. Diese Form der Beleuchtung ist ein guter Einstieg in den
Aufbau eines Mesh-Netzwerks, das auch andere Smart-Home-Geräte nutzen können.
Lampen finden sich in praktisch jedem Raum des Hauses und bieten aufgrund ihrer
Installationshöhe eine hervorragende Sichtverbindung zu anderen Geräten im
selben Raum.
LED-Lampen unterstützen
einfachste Heimnetzwerke, bei denen ein Smartphone oder ein ähnliches Gerät als
Host fungiert. Es muss kein separater Netzwerk-Hub installiert werden. Derzeit
sind jedoch nur etwa 10 Prozent der installierten LED-Lampen vernetzt. Dies bietet
Anbietern große Wachstumschancen in einem Markt, in dem der Absatz von LED-Beleuchtung
jährlich um 20 Prozent steigt. Entscheidend ist, die Produktions- und Montagekosten zu
minimieren und so den Verbrauchern niedrigere Preise zu bieten.
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Anforderungen an Beleuchtungslösungen
Diese Kostensenkung darf
jedoch nicht zu Lasten der Qualität oder Zuverlässigkeit gehen, um das Versprechen
von LED-Beleuchtung – längere Lebensdauer und Betriebssicherheit – zu erfüllen.
Bei der Entwicklung von LED-Beleuchtungen gibt es mehrere wesentliche
Einschränkungen. In den meisten Fällen müssen diese Komponenten in eine streng
definierte und kompakte Form passen. Auch die Betriebsbedingungen sind aus Sicht
der HF-/Funkansteuerung anspruchsvoll. Das Design muss die Reichweite der Funkübertragung
und des Empfangs maximieren, Wände durchdringen und Störungen durch WLAN und
andere Netzwerke, die denselben Frequenzbereich nutzen, unterbinden.
Gleichzeitig sind die strengen Emissionsgrenzwerte außerhalb des Zielspektrums
einzuhalten.
Die HF- und
Steuerungsschaltungen müssen über einen weiten Temperaturbereich in einem
Gehäuse neben wärmeerzeugenden LED- und Stromversorgungskomponenten zuverlässig
funktionieren. Ein sicherer Betrieb ist dabei eine Grundvoraussetzung. Die
Stromversorgung der LED-Arrays und aller Steuerungsschaltungen erfolgt direkt
über eine Hochspannungsquelle.
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Diesen Anforderungen steht
die Notwendigkeit niedriger Kosten gegenüber, die nicht nur auf die Stückliste
(BoM), sondern auch die Art der Leiterplatte, auf der sie montiert werden, abzielt.
Ältere LED-Lampen, die keine Funksteuerung und Anbindung bieten, verfügen über zwei
Leiterplatten. Die Hochleistungs-LEDs sitzen auf einer Metallleiterplatte,
während die Treiberelektronik auf einer separaten herkömmlichen FR4-Platine
untergebracht ist. Ein solches Dual-Board-Design erhöht die BoM- und
Montagekosten, weshalb Hersteller auf integrierte Treiber (Driver-on-Board) übergehen,
um eine einzige kombinierte Leiterplatte zu verbauen.
In Smart-Bulb-Designs ist
nun eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Heutige leistungsstarke vernetzte
LED-Lampen weisen eine Metallleiterplatte für die LED-Elemente und eine
separate Steuerplatine mit einem zusätzlichen AC/DC-Wandler auf, der das Funkmodul
für die Datenanbindung mit Strom versorgt. Solche Module vereinfachen das
Design, da sie Antennen integrieren und mit der erforderlichen Vorzertifizierung
für die Funkschaltung geliefert werden. Dies ist jedoch mit Kosten verbunden,
die sich mit einem integrierten Treiber vermeiden lassen.
Bild 1: Blockdiagramm des Multiprotokoll-Wireless-SoC EFR32MG24 (Serie 2) von Silicon Labs.Silicon Labs
Entwicklung hochintegrierter LED- und Funkmodule
Silicon Labs hat
untersucht, wie sich ein hochintegriertes LED- und Funkmodul entwickeln lässt,
das die mit integrierten Treibern verbundenen niedrigen Kosten bietet. Ein
wichtiger erster Schritt ist die Verwendung eines System-on-Chip (SoC) mit
einem Mikrocontroller-/MCU-Core, der die Systemfunktionen als auch die Funkanbindung
übernimmt. Eine geeignete Wahl ist der EFR32MG24 von Silicon Labs (Bild 1). Der
Baustein unterstützt die Funkanbindung und steuert eine lineare
LED-Treiberschaltung, was einen dedizierten LED-Treiber-IC erübrigt.
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Damit bleiben nur noch die
LEDs, die Treibertransistoren und die Leistungswandlung, um den Rest der BoM zu
vervollständigen. Hinsichtlich des Platzbedarfs ist eine einzelne Leiterplatte
eine praktikable Option.
Simulation als Schlüssel für ein erfolgreiches HF-Design
Entscheidend für den Erfolg
eines solchen Designs sind elektromagnetische Simulationstools, um ein
HF-Design zu erstellen, das mit der LED-Schaltung und einer einlagigen Metallleiterplatte
kompatibel ist. Wie der Name schon sagt, besteht der Kern dieser Leiterplatte
aus Aluminium oder Kupfer und nicht aus dem Glasfaserlaminat herkömmlicher
FR4-Platinen. Über dem Metallkern befindet sich eine dünne, nur 0,1 mm dicke dielektrische
Schicht. Die Verbindungen zwischen den Bauteilen werden auf einer einzigen Signalschicht
auf diesem Dielektrikum realisiert. Zwar ist es möglich, Durchkontaktierungen (Vias)
zur Unterseite zu bilden, doch dies erhöht die Kosten, weshalb diese
Verbindungen nach Möglichkeit minimiert werden sollten. Mit nur einer
Signalschicht ist ein kompaktes Routing schwierig, was ein Grund dafür ist,
dass viele Designs mehr als eine Leiterplatte benötigen.
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Bild 2: HF-Design für eine LED-Steuerung im Smart Home.Silicon Labs
Ein auf sorgfältiger
Simulation und Experimenten basierender Entwicklungsansatz ermöglicht jedoch
die Nutzung einer Trägertechnologie, die keine direkte Masseverbindung zu den
darüber liegenden Schaltkreisen herstellen kann und zudem eine hohe parasitäre
Kapazität mit sich bringt. Auch wichtig bei Metallleiterplatten für komplexere
Elektronik ist die sorgfältige Auswahl der Bauelemente. Während bei einem
herkömmlichen Leiterplattenlayout nur Vias verwendet werden, um Signalleitungen
zu kreuzen, ist eine wenig beachtete Option der Einsatz passiver Bauelemente wie
SMD-Widerstände. Ein 0402-Gehäuse beispielsweise verfügt über die erforderliche
externe Isolierung und Größe, um Leiterbahnen auf einer einlagigen Leiterplatte
effektiv zu überbrücken.
Bild 3: Beispiel für ein mehrlagiges Leiterplatten-Layout.TKalinovskaya/Shutterstock.com
Das leisten aktuelle Metallkern-Leiterplatten
Bypass-Kondensatoren
ermöglichen die Filterung bestimmter Frequenzen. An kritischen Punkten
platziert, sind die Kondensatoren Teil von Resonanzfiltern, die Störungen bei
harmonischen Frequenzen unterdrücken, die entweder durch Simulation oder
Nahfeldabtastung eines Prototyps ermittelt wurden.
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Der SoC selbst kann das elektrische
Verhalten der Leiterplatte steuern. Ungenutzte Universal-I/O-Pins können zusammen
mit einem freiliegenden Massepad kurzgeschlossen werden. Dieses Pad bildet das Zentrum
eines sternförmig verlegten Netzwerks, das die Bildung von Masseschleifen
reduziert und die Störunterdrückung verbessert.
Da keine dedizierte
niederohmige Masseschicht vorhanden ist, erfordert das Layout einen
niederohmigen Rückweg für hochfrequente Masseströme. Die einzige Option ist dabei
die äußere Schicht. Kupferfüllungen und breite Leiterbahnen können die
erforderlichen niederohmigen Pfade bereitstellen und die Erdung des Metallkerns
unterstützen.
Die Erdung des Metallkerns
beeinflusst das Antennendesign. Der Metallkern hat den Vorteil, dass er die
effektive Massefläche vergrößert, was zu einer größeren Antennenfläche und
damit zu mehr Leistungsfähigkeit führt. Der Rest der Antenne muss über der
Leiterplatte angeordnet sein, damit der Metallkern nicht als Abschirmung wirkt.
Eine Leiterbahn-/PCB-Antenne funktioniert daher nicht. Einige kostengünstige
Optionen für die erhöhte Antenne sind eine Helixantenne mit Spiralfeder, eine
gestanzte Metallstruktur oder ein in das Gehäuse integrierter Draht (Bild 4).
Parasitäre Kapazitäten können
ein Problem darstellen, lassen sich jedoch optimieren. Zusammen mit der
Antennenimpedanz bildet die parasitäre Kapazität der Verbindung zum
Leiterplattenpad einen parallelen RLC-Resonator, der wie ein Bandpassfilter
wirkt. Mit den richtigen Bauteilwerten wird eine Zielfrequenz erreicht, die für
Heimautomatisierungsnetzwerke in der Regel bei 2,4 GHz liegt.
Bild 4: Leiterplattenlayout für ein tragbares Gerä.raulpd/Shutterstock.com
Abhängigkeiten des Designs von der Leiterplatte und
der Antennenstruktur
Aufgrund dieser
Abhängigkeiten des Designs von der Leiterplatte und der Antennenstruktur ist
die Simulation ein wichtiges Tool. Es hilft beim Abstimmen der Anpassungs-/Filternetzwerke
und beim Überprüfen der Stromverteilung für die Leistungsbauteile. Bauteilmodelle
müssen entsprechend behandelt werden: Die von den Anbietern bereitgestellten
Modelle beziehen sich häufig auf eine Art Massefläche, die in diesem Layout
nicht verfügbar ist. Da der Platz in diesen Designs oft sehr begrenzt ist,
müssen einige der größeren Leistungsbauelemente (Induktivitäten und
Kondensatoren) unter der Leiterplatte platziert werden. Vias können über einen
Durchkontaktierungsadapter mit der gegenüberliegenden Signallage verbunden
werden. In einigen Bereichen ist der Abstand zwischen Leitungen mit hoher
Spannung kleiner als allgemein empfohlen. Daher kann eine konforme Beschichtung
oder Vergussmasse erforderlich sein.
Bild 5: Sinkender Stromverbrauch und kompakte Designs tragen dazu bei, dass LED-Steuerungen in tragbare Geräte Einzug halten.Gorodenkoff Productions OU
Wie entwickelt sich die Technologie weiter?
Mit fortschreitender
Technologie trägt der sinkende Stromverbrauch von SoCs dazu bei, den
Leistungsbedarf der Stromversorgung zu senken und so den Gesamtplatzbedarf für
Komponenten zu reduzieren. Auch die Leiterplattenfertigung schreitet voran, was
neue Möglichkeiten für eine kostengünstige Platzierung von Bauteilen eröffnet.
Da die Nachfrage nach
kostengünstiger Hausautomation anhält, helfen neue Designansätze auch den
Herstellern von LED-Beleuchtung, von diesem schnell wachsenden Markt zu
profitieren. Die Entwicklungsanstrengungen von Zulieferern wie Silicon Labs ebnen
den Herstellern dabei den Weg zu verbesserten Lösungen. (na)