Wie der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress zur Bühne der E/E-Branche wurde
1992 diskutierte die Branche in Augsburg über Elektronikstrukturen, Modularisierung und Diagnose. Aus dieser E/E-Pionierzeit entstand der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress, der bis heute zeigt: Ohne Systemdenken fährt kein Auto.
Dr. Martin LargeDr. MartinLargeCvD Online all-electronics.de / Redakteur aIT/AP
6 min
Der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress hat die Entwicklung von Elektrik und Elektronik im Fahrzeug von frühen Steuergeräte- und Bordnetzfragen bis zu heutigen E/E-Architekturen begleitet. Der Rückblick zeigt, warum Systemdenken auch im softwaredefinierten Fahrzeug entscheidend bleibt.Matthias Baumgartner
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Wer heute über Software-defined Vehicles (SDV), zonale
Architekturen, KI im Fahrzeug oder leistungsfähige Zentralrechner spricht,
vergisst leicht, dass die große E/E-Debatte nicht erst mit dem Begriff SDV
begonnen hat. Schon Anfang der 1990er-Jahre stellte sich der Branche eine
Frage, die erstaunlich vertraut klingt: Wie lässt sich die wachsende
Komplexität im Fahrzeug beherrschen?
Ein Blick in die Unterlagen zur Konferenz
„Automobilelektronik“ am 29. und 30. Januar 1992 in Augsburg wirkt deshalb fast
wie eine Zeitreise mit Déjà-vu-Effekt. Auf dem Programm standen
„Elektronikstrukturen im Wandel der Fahrzeuge“, „Modularisierung des
Automobils“, „Automobile lernen sehen“, „Kfz-Mikrocontroller“, „Zuverlässigkeit
automobiler Elektronik“, Diagnose, Verdrahtungssysteme und integrierte
Antriebssteuerung. Die Begriffe waren andere, die Grundfragen nicht:
Architektur, Integration, Zuverlässigkeit, Diagnosefähigkeit und
industrietaugliche Umsetzung.
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Heinz Leiber, einer der prägenden Köpfe hinter der frühen
E/E-Debatte und später dem AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress, ordnet im Gespräch
mit der Redaktion die Situation Anfang der 90er nüchtern ein. In Deutschland
habe es für Elektrik und Elektronik im Fahrzeug keine wirklich vergleichbare
Plattform gegeben. In den USA, etwa mit der Convergence in Detroit, habe man
bereits gesehen, wie wichtig spezialisierte Konferenzen für Elektrik- und
Elektronikthemen sein konnten. „Da war für mich klar: So etwas muss auch in
Europa entstehen“, erinnert sich Leiber. Es ging also nicht nur um ein neues
Veranstaltungsformat. Es ging darum, einer Disziplin Sichtbarkeit zu geben, die
längst begonnen hatte, das Auto von innen heraus zu verändern.
Save the date: 30. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress
Am 16. und 17. Juni 2026 findet zum 30. Mal der Internationale AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress (AEK) statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt nun zusätzlich die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art "automobiles Familientreffen" bezeichnet.
Heinz Leiber (r.) ist regelmäßiger Besucher des AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongresses.Matthias Baumgartner
Der Bedarf war offensichtlich, auch wenn er damals noch
nicht in heutigen Schlagworten formuliert wurde. Elektronik war nicht mehr nur
Beiwerk. Sie griff in Fahrdynamik, Komfort, Sicherheit, Antrieb, Diagnose und
Fertigung ein. Gleichzeitig waren die Zuständigkeiten in den Unternehmen
traditionell gewachsen: Hier das Steuergerät, dort der Kabelsatz, da der
Sensor, daneben der Lieferant, der seine eigene Lösung mitbrachte. Was fehlte,
war eine Bühne, auf der diese Welt als Gesamtsystem diskutiert werden konnte.
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Leiber spricht rückblickend von einer ausgesprochen
„breitbandigen“ Elektrik-/Elektronik-Welt. In den frühen Jahren sei der
Kongress in Fachkreisen ohnehin eher als E/E-Konferenz verstanden worden: also
Bordnetze, Stecksysteme, Sensoren, Motoren, Steuergeräte, Bussysteme,
Halbleiter, Mikrocontroller und natürlich auch Software. Aber eben nicht
Software allein. „Früher reichten die Vorträge vom Elektromotor bis zum
integrierten Schaltkreis“, sagt Leiber. „Diese Breite war wichtig.“
Genau diese Breite war aus Leibers Sicht entscheidend. Die
Idee wurde in der Branche nach seiner Erinnerung vor allem dort gut
aufgenommen, wo Entscheider den Wandel bereits spürten. Geschäftsführer,
Entwicklungsleiter und technische Führungskräfte suchten Orientierung. Welche
Technologien werden relevant? Welche Kompetenzen müssen OEMs selbst behalten?
Welche Rolle spielen Zulieferer? Und wie verhindert man, dass immer mehr
Elektronik zu immer mehr Unübersichtlichkeit führt?
Dass die Anfangszeit auch Aufbauarbeit bedeutete, klingt in
Leibers Erinnerungen deutlich mit. Fachkundige Referenten zu finden, sei
anfangs nicht trivial gewesen. Die Automobilelektronik war noch kein bequem
sortiertes Fachgebiet mit fest eingespielten Expertengremien. Viele Themen
lagen zwischen den Disziplinen. Genau darin lag aber auch ihr Reiz.
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Die frühen Programme des AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongresses lesen sich wie ein Vorgriff
Das Programm von 1992 zeigt, wie breit der Ansatz war. Dort
ging es nicht um einzelne Bauteile oder neue elektronische Funktionen allein,
auch Strukturen standen im Mittelpunkt. Schon der Programmpunkt
„Elektronikstrukturen im Wandel der Fahrzeuge“ zeigt: Die Branche ahnte, dass
die alte Logik einzelner Funktionen und einzelner Steuergeräte an Grenzen
stoßen würde.
Auch die Modularisierung des Automobils war mehr als ein
Organisationswort. Sie berührte Produktstrategie, Variantenvielfalt,
Plattformdenken und Lieferketten. Mikrocontroller wiederum waren der Schlüssel,
um komplexere Funktionen überhaupt abbilden zu können. Leiber erinnert sich an
Vorträge über Halbleiter, integrierte Schaltkreise und Mikrocontroller. Erst
durch solche Technologien seien neue Funktionsumfänge möglich geworden. Im
Rückblick klingt das fast bescheiden. Tatsächlich war es die Grundlage für vieles,
was heute selbstverständlich erscheint.
Das Titelblatt der Konferenz „Automobilelektronik“ von 1992 zeigt den frühen Anspruch, Fahrzeugtechnik und Elektronik gemeinsam zu betrachten. Hersteller und Zulieferer diskutierten in Augsburg über Entwicklung, Marketing, Innovation und Investition in der Automobilelektronik.Heinz Leiber
Die Programmseite vom 29. Januar 1992 zeigt, wie breit die frühe Debatte zur Automobilelektronik angelegt war. Themen wie Elektronikstrukturen, Modularisierung, Mikrocontroller, Zuverlässigkeit und Steckverbindungen verweisen bereits auf spätere E/E-Architekturfragen.Heinz Leiber
Heinz Leiber
Besonders spannend ist der frühe Fokus auf Zuverlässigkeit
und Diagnose. Schon damals musste die Branche lernen, dass Elektronik im Auto
anderen Regeln folgt als im Labor. Temperatur, Vibration, Feuchtigkeit, EMV,
Lebensdauer und Sicherheitsanforderungen machten aus jeder schönen Schaltung
eine industrielle Bewährungsprobe. Wer Automobilelektronik sagte, musste immer
auch über Robustheit sprechen.
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In diesem Sinne war der Kongress früh mehr als ein
Schaufenster für neue Technik. Er war eine Art Verständigungsplattform: Was
bedeutet Elektronik im Fahrzeug wirklich? Welche Konsequenzen hat sie für
Architektur, Organisation und Verantwortung? Und wie bringt man Innovation in
Serie, ohne das Auto in ein rollendes Experimentierfeld zu verwandeln?
Als Gesamtvernetzung Standing Ovations bekam
Wie konkret dieses Systemdenken Mitte der 1990er-Jahre
bereits wurde, zeigt ein Punkt, den Leiber in seinen Ergänzungen ausdrücklich
hervorhebt: die Einführung der E/E-Gesamtvernetzung bei Mercedes-Benz. Für ihn
war das ein Meilenstein, weil Elektrik und Elektronik damit nicht länger als
Sammlung einzelner Steuergeräte betrachtet wurden. Aus vielen Funktionsinseln
wurde eine vernetzte Gesamtarchitektur.
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Er verweist in seinen Notizen auf die Umsetzung 96/97 in einem
deutschen Serienfahrzeug, auf CAN-Vernetzung und auf mehrere Bussysteme und Gateways.
Gemeint ist der Schritt, unterschiedliche elektronische Systeme des Fahrzeugs
über eine gemeinsame Architektur zusammenzuführen – Komfort, Antrieb,
Sicherheit, Kommunikation und Diagnose wurden damit stärker als Teile eines
Gesamtsystems gedacht. Was heute nach selbstverständlicher Architekturarbeit
klingt, war damals ein erheblicher technischer und organisatorischer Sprung.
Besonders eindrücklich ist seine Erinnerung an die
internationale Wahrnehmung dieses Schritts. 1998 habe der damalige
Daimler-Benz-Entwicklungsvorstand Helmut Petri die Gesamtvernetzung auf der Convergence in Detroit vorgestellt
und dafür Standing Ovations erhalten – „eine Seltenheit zu damaliger Zeit“
erinnert sich Leiber. Der Applaus galt damit nicht irgendeinem weiteren
Steuergerät, sondern einem Architekturgedanken: dem Fahrzeug als vernetztem
E/E-Gesamtsystem.
Genau hier liegt die Brücke zum AEK. Denn die frühen
Kongresse drehten sich nicht nur um neue Bauteile, Mikrocontroller oder
Bussysteme. Sie gaben einer Entwicklung Raum, die das Auto grundlegend
veränderte: Elektrik und Elektronik wurden von der Ausstattungsebene zur
Strukturfrage. Aus Komponenten wurden Architekturen. Aus Einzelinnovationen
wurde Systemverantwortung.
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Was machte den Geist der frühen Jahre aus?
Heinz Leiber nennt zwei Dinge, die den Kongress prägten:
fachkundige Referenten und den Austausch unter Entscheidern. Die Vorträge
sollten nicht nur informieren, sondern Orientierung geben. Zugleich war die
Veranstaltung ein Ort, an dem sich die kleine, aber wachsende E/E-Community
persönlich begegnete.
Anfangs war der Kreis überschaubar. Er kannte nach eigener
Aussage über viele Jahre einen Großteil der Teilnehmer persönlich. Dieser Fakt
sagt etwas über die Funktion des Kongresses aus: Wer sich kannte, sprach anders
miteinander. Direkter, vertraulicher, manchmal wohl auch unbequemer. Automobilelektronik
war damals noch kein Massenmarkt der Konferenzindustrie, sondern eine Fachwelt
im Aufbau. Man traf Kolleginnen und Kollegen, Wettbewerber, Zulieferer, Kunden
und Mitstreiter und nicht selten Menschen, mit denen man an anderer Stelle
gerade über Schnittstellen, Verantwortlichkeiten oder Kosten stritt.
Eine besondere Rolle spielte dabei der VIP-Abend. Für den
Veteran gehört er zu den prägenden Erinnerungen. „Dort wurde ohne Protokoll
gesprochen“, sagt er. Vertraulicher als auf der Bühne, direkter und oft näher
an den eigentlichen Fragen der Branche. Genau solche Gespräche machten den Wert
der Veranstaltung aus. Auf dem Podium wurden Strategien, Technologien und
Programme präsentiert. Am Abend aber ging es darum, was die Branche wirklich
bewegte: Wo drückt es in der Entwicklung? Welche Technologie kommt? Welcher
Zulieferer gewinnt an Bedeutung? Was funktioniert in der Organisation, was
nicht?
Man könnte sagen: Der Kongress hatte zwei Programme. Das
offizielle begann morgens mit Vorträgen. Das zweite begann am Abend, wenn die
Krawatten etwas lockerer saßen und die Sätze weniger pressefest wurden. Für
eine Branche im Umbruch war beides wichtig.
Das Programm des AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress zeigt die ganze Bandbreite von Stecksystemen bis Mikrocontrollern
Was heute im Rückblick auffällt: Die frühen Themen waren oft
weniger glamourös als heutige Keynotes über KI oder SDV, aber unmittelbar
serienrelevant. Stecksysteme, Kabelsätze, Bordnetze, Sensorik, Halbleiter und
Steuergerätetechnologien entschieden darüber, ob eine Architektur funktionierte
oder eben nicht.
Im Gespräch betont Leiber, dass die Vorträge früher vom
Elektromotor bis zum integrierten Schaltkreis reichten. Genau darin sieht er
eine Qualität, die ihm heute teilweise fehlt. Damals wurde nicht nur über die
oberste Architekturebene gesprochen, auch die technischen Bausteine darunter
zählten. Ein neues Bussystem war nicht einfach eine Linie im Blockdiagramm,
sondern musste mit Steckverbindern, Leitungen, Steuergeräten, Diagnose und EMV
zusammenspielen. Ein Mikrocontroller war nicht nur Rechenleistung, sondern
eröffnete neue Funktionen – brachte aber zugleich neue Anforderungen an
Zuverlässigkeit, Softwarequalität und Testbarkeit mit.
In dieser Breite steckt auch eine kleine Warnung an die
Gegenwart. Denn wer nur über Software spricht, übersieht leicht, dass Software
im Auto immer auf Hardware trifft. Sie läuft auf Steuergeräten, kommuniziert
über Netze, verarbeitet Sensorsignale, beeinflusst Aktoren und hängt an einem
Bordnetz, das unter allen Betriebsbedingungen funktionieren muss. Der Satz, der
aus den Erinnerungen heraussticht, ist so einfach wie wirksam: „Software ist
wichtig – aber das Auto muss auch noch fahren.“
Wichtig ist dabei: Er argumentiert nicht gegen Software.
Seine Kritik richtet sich gegen einen zu engen Blick. Die E/E im Fahrzeug
umfasst Software, Hardware, Bordnetz, Sensorik, Stecksysteme, Halbleiter,
Mechatronik, Energieversorgung und Sicherheitskonzepte. Gerade beim automatisierten
Fahren, bei Brake-by-Wire, Steer-by-Wire oder hochverfügbaren Bordnetzen reicht
es nicht, nur über Algorithmen und Zentralrechner zu sprechen. Entscheidend
ist, ob Energieversorgung, Kommunikation, Redundanz, Diagnose und Fehlersicherheit
im Gesamtsystem funktionieren.
Für den AEK der kommenden Jahre wünscht er sich deshalb
wieder mehr sichtbare Systembreite. Ein moderner Kongress müsse Software,
Elektrik, Elektronik, Bordnetz, Sensorik, Stecksysteme, Halbleiter und
Mechatronik zusammendenken. Ein Überblicksvortrag „News aus der Elektrik“ wäre
aus seiner Sicht kein nostalgischer Rückgriff, sondern ein notwendiger
Realitätscheck. Denn die Transformation zum Software-defined Vehicle findet
nicht im luftleeren Raum statt. Sie fährt auf Kupfer, Silizium, Steckern,
Sensoren, Aktoren und Energieversorgung.
Die Geschichte des AEK ist kein reiner Rückblick auf alte
Programme, bekannte Namen und Branchentreffen mit Abendgesprächen. Sie erzählt,
wie eine technische Disziplin erwachsen wurde. Aus einzelnen
Elektronikfunktionen entstand eine E/E-Welt, aus Steuergeräten wurden
Architekturen, aus Bauteilfragen wurden Strategiefragen.
Was sollte aus dieser Entstehungszeit bleiben? Sicher nicht
die Vorstellung, dass früher alles einfacher war. Das war es nicht. Die Themen
waren nur anders verteilt, die Community kleiner und die Fachgrenzen
sichtbarer. Bewahrenswert ist vielmehr der Anspruch, E/E im Fahrzeug als
Gesamtsystem zu verstehen. Dazu gehören exzellente Software, robuste Hardware,
sichere Energieversorgung, gute Architekturentscheidungen, starke Zulieferer
und OEMs, die wissen, welche Kompetenzen sie selbst beherrschen müssen.
Der AEK war stark, wenn er genau diese Breite zeigte. Und er
bleibt relevant, wenn er das auch künftig tut. Denn das Auto der Zukunft wird
softwaredefiniert sein. Aber es bleibt ein Fahrzeug – mit Rädern, Bremsen,
Bordnetz, Sensoren, Aktoren und jeder Menge Physik. Oder, um es im Geist der
frühen E/E-Pioniere zu sagen: Ohne Code geht nichts mehr. Ohne
Systemverständnis aber auch nicht.
Über Heinz Leiber
Heinz Leiber zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der Automobilelektronik. Nach Stationen bei Teldix und Bosch, wo er maßgeblich an der Entwicklung des ABS für Pkw und Lkw beteiligt war, wechselte er 1985 zu Mercedes-Benz. Dort verantwortete er Vorentwicklung, Fahrdynamiksysteme sowie später die Gesamtverantwortung Elektrik/Elektronik.
Sein Wirken reicht vom ABS über integrierte Steuerungssysteme bis zu E/E-Architekturen, Bussystemen und sicherheitskritischen Fahrzeugfunktionen. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem NHTSA Safety Award, dem Elmer Sperry Award, dem Bundesverdienstkreuz am Bande und der Dieselmedaille in Gold.
Im Umfeld des Automobil-Elektronik-Kongresses gilt Leiber als früher Impulsgeber einer E/E-Community, die Elektrik, Elektronik, Software, Hardware, Bordnetz und Systemarchitektur zusammendenkt. Seine Botschaft wirkt heute aktueller denn je: Software ist wichtig – aber das Auto bleibt ein Gesamtsystem.