Industrielle KI-Architektur für kritische Anwendungen

Dassault und NVidia bauen KI-Plattform für virtuelle Zwillinge

Die Partnerschaft von Dassault Systèmes und NVidia folgt der langfristigen Vision, industrielle KI im großen Maßstab zu entwickeln und einzusetzen. Die gemeinsame KI-Architektur kombiniert virtuelle Zwillinge mit einer hochskalierbaren KI-Infrastruktur.

Zwei Männer im Anzug und in Lederjacke geben sich vor Nvidia- + Dassault-Systèmes-Logos die Hand
„Gemeinsam entwickeln wir industrielle Weltmodelle, die virtuelle Zwillinge mit leistungsfähigem Computing verbinden“: Pascal Daloz (l.), CEO von Dassault Systèmes (li), und Jensen Huang, Gründer und CEO von NVidia.

Dassault Systèmes und NVidia haben eine langfristige strategische Partnerschaft angekündigt, mit dem Ziel, eine gemeinsame industrielle KI-Architektur für unternehmenskritische Anwendungen branchenübergreifend zu etablieren. Die Kombination der Virtual-Twin-Technologien von Dassault Systèmes mit der KI-Infrastruktur von NVidia sowie offenen Modellen und beschleunigten Softwarebibliotheken ermöglicht den Aufbau wissenschaftlich validierter industrieller Weltmodelle. Darüber hinaus schafft der Einsatz von Virtual Companions auf der agentenbasierenden 3Dexperience-Plattform von Dassault neue Arbeitsweisen für Fachkräfte.

Dassault Systèmes setzt KI-Fabriken im Rahmen einer nachhaltigen Cloud-Strategie über die Marke Outscale um. Outscale KI-Fabriken nutzen die aktuelle KI-Infrastruktur von NVidia und schaffen zusätzliche Möglichkeiten, KI-Modelle auf der 3Dexperience-Plattform zu betreiben. Gleichzeitig sind Datenschutz, der Schutz geistigen Eigentums sowie die Souveränität der Kunden gewährleistet.

KI-Fabriken breit einsetzen

NVidia verwendet das modellbasierende Systems Engineering (MBSE) von Dassault Systèmes für die Entwicklung von KI-Fabriken. Der Ansatz beginnt mit der Rubin-Plattform und ist in den Omniverse DSX Blueprint integriert, um den breiten Einsatz von KI-Fabriken zu ermöglichen. Diese Infrastruktur unterstützt die industriellen virtuellen Zwillinge von Dassault Systèmes unter Nutzung offener NVidia-Modelle und Softwarebibliotheken und erschließt neue Möglichkeiten in den Bereichen Biologie, Materialwissenschaften, Ingenieurwesen und Fertigung:

  • Förderung der Biologie- und Materialforschung: Die BioNeMo-Plattform von NVidia in Kombination mit wissenschaftlich validierten Weltmodellen von Biovia beschleunigt die Entdeckung neuer Moleküle und Materialien der nächsten Generation.

  • KI-gestütztes Design und Engineering: KI-basierende virtuelle Zwillinge von Simulia, unterstützt durch NVidias Cuda-X- und KI-Physikbibliotheken, ermöglichen präzise Vorhersagen in nahezu Echtzeit.

  • Virtuelle Zwillinge für jede Fabrik: Mit Delmia erstellte virtuelle Zwillinge globaler Produktionssysteme werden mit den Omniverse-Bibliotheken für „Physical AI“ kombiniert und bilden die Grundlage für autonome, softwaredefinierte Produktionssysteme.

  • Virtual Companions für Anwender von Dassault Systèmes: Die agentenbasierende 3Dexperience-Plattform verbindet KI-Technologien und offene Nemotron-Modelle von NVidia mit den industriellen Weltmodellen von Dassault Systèmes. Dadurch erhalten Virtual Companions Zugriff auf tiefgreifenden industriellen Kontext und liefern vertrauenswürdige, umsetzbare Intelligenz auf Industrieniveau.

Welche Auswirkungen hat die Nvidia-Ankündigung auf die Kapitalmärkte?

Die erweiterte Partnerschaft zwischen Dassault Systèmes und Nvidia unterstreicht den Anspruch, industrielle KI-Architekturen im großen Maßstab zu etablieren. GPU-basierte Infrastruktur, Omniverse-Technologien und offene Modelle bilden dabei das Fundament für virtuelle Zwillinge und sogenannte industrielle Weltmodelle.

Gleichzeitig reagierten Teile des Kapitalmarkts mit Zurückhaltung. Analysen aus dem Marktumfeld, unter anderem auf Basis eines LinkedIn-Posts aus der PLM-Community, verweisen weniger auf die technologische Substanz als auf die Frage der Umsetzung. Diskutiert wird insbesondere, wann konkrete Anwendungen verfügbar sind und wie schnell sich daraus zusätzliche, wiederkehrende Umsätze ableiten lassen.

Im Zentrum steht somit die zeitliche Dimension zwischen strategischer Ankündigung und messbarer Geschäftswirkung.

Welche Fragen stellen sich zur Monetarisierung und Positionierung?

Im Kontext der NVIDIA-Kooperation rückt die Monetarisierungslogik in den Vordergrund. Marktbeobachter thematisieren, ob der Wachstumspfad primär über Cloud-Migration, KI-basierte Zusatzmodule, branchenspezifische digitale Zwillinge oder eine Ausweitung bestehender Lizenzmodelle verlaufen soll.

Der genannte LinkedIn-Beitrag argumentiert, dass Kapitalmärkte weniger Konzepte als belastbare Ausführungsnachweise bewerten. Vor dem Hintergrund zunehmender Aktivitäten KI-nativer Simulationsanbieter sowie datengetriebener PLM- und IIoT-Plattformen gewinnt daher die Geschwindigkeit der Markteinführung an Bedeutung.

Entscheidend dürfte sein, wie rasch aus der infrastrukturellen Integration mit Nvidia konkrete Industrieanwendungen mit nachvollziehbarem wirtschaftlichem Effekt entstehen.