Intelligente Beleuchtungssysteme für kritische Verkehrspunkte
KI-Embedded-Module für mehr Sicherheit am Zebrastreifen
Intelligente Beleuchtung an Zebrastreifen erhöht die Verkehrssicherheit und senkt zugleich den Energieverbrauch. Mit dem Embedded-Modul TQMa67xxL lassen sich KI-gestützte Erkennung, Auswertung und Steuerung direkt vor Ort realisieren.
Andreas WilligAndreasWillig
5 min
Wie steigert ein Embedded-System mit KI die Effizienz und Sicherheit adaptiver Beleuchtung an Fußgängerüberwegen – auch bei schwierigen Bedingungen?Ryhor Bruyeu (Grigory Bruev)
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Eine Warnbeleuchtung macht in vielen Situationen Sinn. Münden
etwa Gebäudegassen auf Zebrastreifen oder versperren (falsch) geparkte
Fahrzeuge die Sicht, ist die Reaktionszeit bei herausschießenden Fahrradfahrern
besonders kurz. Hier kann eine zusätzliche Vorwarnung – auch tagsüber – das
Unfallrisiko reduzieren. Auch in ihr Smartphone versunkene Fußgänger, die andere
Verkehrsteilnehmer nicht wahrnehmen oder Verkehrsteilnehmer, die sich mit zu
großer Geschwindigkeit einem Zebrastreifen nähern, könnten mit geeigneter
Akzentbeleuchtung aufmerksamer gemacht werden. Nachts wiederum hilft sie,
dunkel gekleidete Passanten besser sichtbar zu machen.
Allerdings müssen viele Kommunen sparen, um die meist
knappen Finanzhaushalte zu entlasten. Daher sollten Lichtleistung bzw.
Stromverbrauch bedarfsgerecht angepasst sein. Hinzu kommt, dass das Thema
„Lichtverschmutzung“ in der Bevölkerung zunehmend kritisch bewertet wird. Dies führt
ebenfalls zur Forderung, nur dann Licht einzusetzen, wenn es wirklich notwendig
ist – konventionelle Lösungen mit Näherungssensoren lösen zu häufig aus, da sie
nicht die Bewegungsrichtung und damit die Nutzungsabsicht erkennen können. Das
bedeutet: dynamische Konzepte sind gefragt. Dank des technischen
Fortschritts der letzten Jahre stehen jetzt alle Komponenten für eine
Smart-Lösung kostengünstig bereit:
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LED-Matrix-Lichter
für eine energieeffiziente Beleuchtung mit steuerbarem „Lichtkegel“
Kostengünstige und kompakte
Kameramodule zur Erfassung der Verkehrssituation
Embedded-Prozessormodule mit
integrierter Bildverarbeitung und KI-Beschleunigung
Die Komponenten der Beleuchtungssysteme müssen anspruchsvolleren Umweltbedingungen genügen, also von Frost bis hin zu sommerlicher Hitze problemlos arbeiten.TQ
All diese Komponenten müssen anspruchsvolleren Umweltbedingungen
genügen, also von Frost bis hin zu sommerlicher Hitze problemlos arbeiten. Der
Schutz vor Schnee und Regen verkompliziert die Einbausituation für die
Elektronik und deren Kühllösung. Somit ist es ratsam, dass die verwendeten
Komponenten nur einen minimalen Stromverbrauch und damit eine geringe
Wärmeentwicklung haben – eine passive Kühlung ist hier ideal. Auch die Baugröße
sollte möglichst kompakt sein, um verschiedene Modelle von Leuchten mit nur
einem Modul ausstatten zu können. Neben der anspruchsvollen Einbausituation
muss speziell die Auswertelektronik noch zahlreiche Parameter erfüllen, um ihre
Smart-Lighting-Aufgabe meistern zu können.
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Von der Performance bis hin zur
Schnittstellenauswahl muss alles stimmen
Da die Verkehrsteilnehmer aus allen vier Himmelsrichtungen
auf den Übergang zustreben, sind mehrere Kamera-Eingänge – mindestens vier –
notwendig, um die Umgebungssituation vollständig zu erfassen. Idealerweise
könnte hier die kostengünstige MIPI-CSI- Technologie zum Einsatz kommen, um an
den Stückzahlenvorteilen der Consumer-Welt zu partizipieren.
Die so ankommenden Bilddatenströme müssen in Echtzeit
aufbereitet und ausgewertet werden, damit sie die Beleuchtungselemente
entsprechend steuern können. Von der Bildvorverarbeitung über die
Objekterkennung bis hin zur Analyse der Bewegungsvektoren ist ein
anspruchsvolles Aufgabenprofil zuverlässig abzuarbeiten – und abschließend die
Steuerung der Matrix-Leuchten.
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Städtebauliche Maßnahmen wie Zebrastreifen geraten nahezu
unweigerlich in eine öffentliche Diskussion bzw. Kritik über ihren Sinn. Daher
kann es für die Verkehrsplaner hilfreich sein, wenn der smarte Zebrastreifen
auch die entsprechenden statistischen Daten ermittelt. Dies bedeutet aber auch
einen zusätzlichen Funktionsumfang einschließlich Datenübertragung, die die
Elektronik unterstützen muss.
Im Hinblick auf den Datenschutz ist es zudem ideal, wenn
die Bildverarbeitung ohne Speicherung oder Datenübertragung erfolgt. Ist eine
Datenübertragung zur Ermittlung der aktuellen Verkehrsdichte oder der
längerfristigen statistischen Werte (s.o.) gewünscht, sollten nur abstrakte
Information gesammelt werden, wie die Anzahl von LKW, PKW oder Fußgänger. Die
Elektronik muss diese Klassifizierung selbstständig vor Ort bewerkstelligen können,
um Bedenken entgegenzuwirken.
Die Lösung: Die neue CPU-Familie AM67x von TI
Alles in allem also ein anspruchsvolles Aufgabenprofil,
das die Elektronik des smarten Zebrastreifens erfüllen muss. Das neue,
einlötbare Prozessormodul TQMa67xxL stellt sich dieser Herausforderung – unter
Verwendung des AM67x- Prozessors von Texas Instruments.
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Die skalierbare AM67x-Prozessorfamilie, die für intelligente Bildverarbeitungs- und allgemeine Computeranwendungen entwickelt wurde, enthält bis zu vier Arm Cortex -A53-Cores.TQ
Die skalierbare AM67x-Prozessorfamilie, die für intelligente
Bildverarbeitungs- und allgemeine Computeranwendungen entwickelt wurde, enthält
bis zu vier Arm Cortex -A53-Cores (64-Bit-Architektur), einen Vision
Pre-Processing Accelerator (VPAC) mit Image Signal Processor (ISP) und mehreren
Vision Assist Accelerators, Deep Learning (DL), Dense Optical Flow (DOF) Video-
und 3D-Grafikbeschleuniger, einen Cortex-R5F MCU-Insel-Core und zwei
Cortex-R5F- Cores für das Geräte- und Laufzeitmanagement.
Leistungsfähige Beschleuniger für Smart
Vision
Der VPAC bietet eine Reihe grundlegender
Bildverarbeitungsfunktionen, darunter Farbverbesserung, Rauschfilterung, Wide
Dynamic Range (WDR)-Verarbeitung, Korrektur von Linsenverzerrungen, De-Warping,
Bildskalierung in Echtzeit und die Erzeugung von Bildpyramiden. Somit übernimmt
er spezielle Pixelverarbeitungsaufgaben und entlastet die Haupt-Cores spürbar.
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Das TQMa67xxL- Modul stellt all diese Funktionen zur
Verfügung und erweitert den Prozessor mit entscheidenden Komponenten wie
Speicher und Power-Management zu einem lauffähigen System. Damit stehen an
Speicher bis zu 8 GB LPDDR4, bis zu 256 MB NOR-Flash, bis zu 256GB 3D NAND eMMC
und bis zu 64-kbit EEPROM zur Verfügung. Natürlich werden auch alle
Schnittstellen des Prozessors herausgeführt.
So verarbeitet die siebte Generation der TI ISPs ein
breites Spektrum an Sensoren, einschließlich RGB-Infrarot (RGB-IR) und
unterstützt größere Bit-Tiefen (12-Bit RGB- IR und bis zu 16-Bit Input
RAW-Format) und Funktionen für Analyseanwendungen. Damit steht dem Einsatz in
der Nacht, zur Dämmerung und am Tag nichts im Weg. Mit vier
MIPI-CSI2.0-Schnittstellen (v1.3 Compliant) finden ausreichend Kameras
Anschluss, um auch die kompliziertesten Fußgängerübergänge zu erfassen.
Das TQMa67xxL- Modul stellt all diese Funktionen zur Verfügung und erweitert den Prozessor mit entscheidenden Komponenten wie Speicher und Power-Management zu einem lauffähigen System.TQ
Hier punktet besonders der integrierte Depth and Motion
Perception Accelerator (DMPAC), ein energieeffizienter Hardwarebeschleuniger
zur Tiefenberechnung mittels Stereo-Bild-Auswertung und optischen Flussvektoren
(Bewegung). Typischerweise beinhaltet das Szeneverständnis die Erkennung aller
Objekte zusammen mit ihrer 3D-Position und Bewegung zueinander durch die
Analyse eines oder mehrerer zusammenhängender Eingangsvideoströme. Zur
Bewältigung dieser Aufgaben kommen verschiedene Computer-Vision-Algorithmen zum
Einsatz.
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3D-Tiefe mit optischem Flussvektor
Eine sehr robuste Methode zur Gewinnung der 3D-Tiefe aus
Bildern ist die Verwendung von zwei Kameras in einem Stereo-Setup – zwei
Kameras mit bekannten relativen Positionen und Kameraparametern. Die beiden
Bilder der gleichen Szene, die aus zwei verschiedenen
Kamerapositionen/Perspektiven aufgenommen wurden, werden analysiert, um
Unterschiede zwischen den einzelnen Pixelpositionen in den Bildern zu
finden.Die Disparitätswerte jedes Pixels eignen sich, um die 3D-Positionen des
Objekts/Raums, zu dem sie gehören, durch Triangulation zu bestimmen.
Andererseits lässt sich durch die Analyse von zwei Bildern
einer einzelnen Kamera, die zu zwei verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen
wurden (d.h. zwei Frames in einem Videostream), feststellen, wohin sich jeder
Pixel in den Frames bewegt hat. Dies wird als optischer Flussvektor bezeichnet.
Die Flussvektoren für jede Pixelposition können verwendet werden, um eine
3D-Struktur der Szene zu erhalten, sich bewegende Objekte zu identifizieren und
ihre relative Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung zu bestimmen. So lässt sich
beispielsweise erkennen, ob ein Fußgänger sich dem Zebrastreifen nähert oder an
ihm vorbeigeht. Abgerundet wird das Vision-Paket mit zwei integrierten C7x-DSPs
mit Skalar- und Vektorkernen, ein dedizierter MMA-Beschleuniger für Deep
Learning in Kombination mit einem großen 2,25 MB L2-Speicher, der eine Leistung
von bis zu 4 TOPS ermöglicht.
Zukunfts- und betriebssicher dank
Erweiterungspotenzial
Neben diesen Vorverarbeitungs- und
Bildanalyse-Funktionalitäten bietet der AM67x auch Hochgeschwindigkeits- IOs,
darunter PCIe Gen3 (eine Lane) und einen 3-Port-Gigabit-Ethernet-Switch mit
einem internen Port und zwei externen Ports mit TSN-Unterstützung.
Mit diesen Features ist das Modul bestens geeignet, um dem
potenziellen künftigen Kommunikationsbedarf in Smart Citys zu begegnen: Von der
Ermittlung der Verkehrsdichte bis hin zur Bedarfserkennung einer
Straßenreinigung/Schneeräumung könnten weitere Zusatzfunktionen gewünscht
werden. Darüber hinaus kann auch eine direkte Kommunikation mit den
Kraftfahrzeugen (V2X) notwendig werden. Ebenso sind zusätzliche
Unterstützungsfunktionen für Sehbehinderte und Blinde denkbar. Für all diese
Erweiterungsherausforderungen ist der TQMa67xxL auch mit einem umfangreichen
Satz an Peripherie-Funktionen gerüstet, wie USB, MMC/SD, OSPI, CAN-FD und GPMC
FÜR parallele Host-Schnittstellen zu einem externen ASIC/FPGA.
Bis zu 140 GPIOs geben den Entwicklern viel Freiheit bei
der Realisierung der Matrix-LED-Steuereinheit. Alternativ können auch bis zu 2
x SDIO, 6 x I2C, 5 x SPI, 1x OSPI oder 3 x PWM zum Einsatz kommen. Wenn auch
nicht für den laufenden Betrieb erforderlich, so sind Display-Ausgänge für die
Einrichtung/Einmessung des Zebrastreifens eine hilfreiche Funktion. So stehen 1
x LVDS, 1 x RGB (24 Bit) und 1 x DSI zur Verfügung, unterstützt von einer
3D-GPU.
Sichere Software und Hardware
Das TQMa67xxL-Modul unterstützt auch Secure Boot für IP-Schutz
mit dem eingebauten HSM (Hardware Security Module) und schiebt so skrupellosen
Nachahmern und Cyberkriminellen einen Riegel vor. Für einen noch weiter
erhöhten Security-Bedarf kann TQ das Secure Element SE050 zusätzlich bestücken.
Mit Abmessungen von 44 mm x 44 mm, einer Verlustleistung von 3 bis 5 Watt und
einem Standard-Temperaturbereich von -25°C bis 85°C bzw. im erweiterten Temperaturbereich
von -40°C bis 85°C bietet das Modul die perfekte Antwort auf die hier
anspruchsvollen Einbau- und Umweltsituationen. Als einlötbares Modul ist das
TQMa67xxL unempfindlich gegen Vibrationen durch den (Schwerlast)-Verkehr.
Mit dem TQMa67xxL sicher an Fußgängerüberwegen
– und darüber hinaus
Damit steht fest: Das TQMa67xxL bietet die ideale
Plattform für smarte Licht- und Verkehrslösungen, die mehr Sicherheit und
Effizienz versprechen. Mit leistungsstarker Bildverarbeitung, KI-Unterstützung
und flexiblen Schnittstellen lässt sich nicht nur die Beleuchtung an
Zebrastreifen intelligent steuern, sondern auch eine Vielzahl weiterer
Smart-City-Anwendungen realisieren wie intelligente Ampeln oder
Verkehrsflussanalysen. So entsteht eine moderne Infrastruktur, die den
Verkehrsfluss verbessert und Unfallzahlen nachhaltig reduziert. (na)
Autor
Andreas Willig ist Produkt
Manager bei der TQ-Group