Quantensensorik detektiert Hardware-Trojaner
QuantumDiamonds und TU München starten TroDeQu
TroDeQu ist das erste europäische Projekt zur Detektion von Hardware-Trojanern mithilfe von Quantensensorik. Dazu entwickeln QuantumDiamonds und die TUM einen Demonstrator, der innerhalb von zwei Jahren nach Projektabschluss zur Marktreife gelangen soll.
Das Erkennen von Manipulationen, die darauf ausgelegt sind, sich zu verbergen, gehört zu den größten Herausforderungen der Chipsicherheit.
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QuantumDiamonds (QD), ein Hersteller von Inspektionssystemen für Halbleiter auf Basis von Quantensensorik, hat gemeinsam mit Professor Dr. Hussam Amrouch, dem Inhaber des Lehrstuhls für KI-Prozessordesign an der Technischen Universität München (TUM) und Gründungsdirektor des Munich Advanced-Technology Center for High-Tech AI Chips (MACHT-AI), den Förderbescheid für „TroDeQu“ erhalten. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Entwicklung des ersten Systems zum Erkennen von Hardware-Trojanern mithilfe von Quantensensorik. Das Projekt baut auf der bereits Anfang 2026 etablierten Zusammenarbeit zwischen QuantumDiamonds und der Arbeitsgruppe von Professor Amrouch auf.
Bei Hardware-Trojanern handelt es sich um bösartige Modifikationen, die während des Entwurfs, der Fertigung oder des Vertriebs in integrierten Schaltkreisen versteckt werden. Da Chips das Herzstück von Systemen in den Bereichen Automobilindustrie, Energieversorgung, Medizintechnik, Verteidigung und kritische Infrastruktur bilden, kann ein unentdeckter Trojaner die Sicherheit und Zuverlässigkeit ganzer Lieferketten gefährden. Angesichts der Tatsache, dass Hardware-Sicherheit durch den EU Cyber Resilience Act fest auf der Agenda steht, stellt TroDeQu die erste deutsche und europäische Initiative dar, die den Einsatz von Quantensensorik zur Erkennung von Hardware-Trojanern erforscht – ein Bereich, in dem die USA bereits aktiv sind.
Zwei Jahre bis zur Marktreife
Im Rahmen des Projekts wird ein Demonstrator entwickelt, der die Weitfeld-Magnetfeld-Bildgebung von QD mit der Erfassung transienter elektromagnetischer Signale im Mikrosekundenbereich kombiniert. Dies ermöglicht die umfassende, zerstörungsfreie Identifizierung von Manipulationen im Inneren von 3D-Chipstrukturen. QuantumDiamonds verantwortet das Detektionssystem – einschließlich Hardware, Algorithmen und des Demonstrators selbst –, während der Lehrstuhl von Professor Amrouch sowohl Referenzchips ohne als auch mit eingebauten Trojanern entwirft und deren Fertigung (Tape-out) in die Wege leitet sowie die Simulation ihrer magnetischen Fingerabdrücke durchführt.
Das Projekt TroDeQu läuft von 2026 bis 2028 und hat ein Gesamtvolumen von rund 5 Millionen Euro. Davon stellt der Freistaat Bayern im Rahmen des Bayerischen Verbundforschungsprogramms (BayVFP), Förderlinie Digitalisierung, etwa 2,9 Millionen Euro bereit; die Abwicklung erfolgt durch VDI/VDE Innovation + Technik. QD plant, den Demonstrator innerhalb von zwei Jahren nach Projektabschluss zur Marktreife zu bringen.