Zukauf erweitert Angebot und Marktpräsenz
EMS: Incap stärkt durch Lacon-Kauf Präsenz im Defence-Sektor
Die Übernahme der Lacon Group durch Incap ist offiziell abgeschlossen. Der EMS-Anbieter stärkt seine Präsenz im deutschen Markt und erweitert sein Portfolio gezielt um Design-, Entwicklungs- und ODM-Kompetenzen für anspruchsvolle High-Reliability-Segmente.
Die Übernahme der Lacon Group erweitert Incaps Produktions- und Entwicklungsnetzwerk in Deutschland und Rumänien. Mit dem Zusammenschluss entstehen zusätzliche Kapazitäten für wachstumsstarke Technologiemärkte.
Incap
Update vom 25.2.2026: Incap vollzieht Lacon-Übernahme
Die Übernahme der Lacon Group durch die Incap Corporation ist seit dem 19. Februar 2026 formal abgeschlossen. Nach Erhalt aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen in Deutschland und Rumänien ist Lacon nun eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Incap und wird seit dem 20. Februar in die Konzernberichterstattung einbezogen. Laut Mitteilung stärkt der Zukauf gezielt die Position in den Bereichen Verteidigung, Bahntechnik und Medizintechnik – also in Märkten mit hohen Anforderungen an Qualität, Rückverfolgbarkeit und regulatorische Sicherheit. Darüber hinaus erweitert Incap seine Kompetenzen in Design, Entwicklung und Original Design Manufacturing (ODM). Damit soll die Unterstützung der Kunden entlang des gesamten Produktlebenszyklus ausgebaut werden – von der frühen Entwicklungsphase bis zur hochzuverlässigen Serienfertigung. Mit den Standorten in Deutschland und Rumänien festigt Incap zugleich seine Präsenz im größten EMS-Markt Europas und schafft die Grundlage für weiteres Wachstum im DACH-Raum.
Dr. Ralf Hasler verstärkt Managementteam
Die Incap Corporation hat nach der Übernahme der Lacon Group zum 20. Februar 2026 Dr. Ralf Hasler in das Management Team der Incap Group berufen. Seit dem 25. Februar 2026 verantwortet er als Director of Operations Germany & Romania die Standorte in beiden Ländern. Parallel bleibt Hasler Geschäftsführer der Incap Electronics Germany (Lacon Electronic GmbH). Incap-CEO Otto Pukk betont Haslers mehr als 20-jährige Erfahrung als CEO und Eigentümer der Lacon Group – eine wichtige Basis, um die regionalen Aktivitäten als eigenständige Einheit innerhalb des Konzerns weiterzuentwickeln.
Eine Ära endet – Reaktionen aus dem Netzwerk
Abseits der nüchternen Transaktionsdetails wurde auf LinkedIn die emotionale Dimension des Eigentümerwechsels sichtbar. Lacon-CEO Ralf Hasler erinnerte an das Management-Buy-in vor fast 21 Jahren und sprach von einem „riskanten Unterfangen“, das mit viel Geduld, Durchhaltevermögen und loyalen Mitstreitern gelungen sei. Die demontierten Buchstaben des Lacon-Schriftzugs symbolisierten für ihn das Ende einer Ära – verbunden mit Dankbarkeit und gespannter Erwartung auf das, was kommt. Zahlreiche Branchenkollegen, Partner und Wegbegleiter gratulierten zum erfolgreichen Exit und würdigten das unternehmerische Lebenswerk. Strategisch beginnt für Incap damit ein neues Kapitel – für Lacon schließt sich zugleich ein prägender Abschnitt der Unternehmensgeschichte.
Stand vom 4.12.2025
Im EMS-Markt (Electronic Manufacturing Services) gibt es weiter Bewegung: Das finnische Unternehmen Incap hat am 3. Dezember 2025 eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme der Lacon Group unterzeichnet. Die Akquisition stärkt die Position in den Bereichen Verteidigung, Bahntechnik und Medizintechnik und erweitert das Angebot um Design- und Entwicklungsdienstleistungen. Lacon bringt Produktionsstätten in Deutschland und Rumänien sowie langjährige Kundenbeziehungen in wachstumsstarken Märkten ein.
Welche strategischen Vorteile ergeben sich für Incap?
Die Übernahme stärkt die Präsenz in Defence-, Bahn- und Medizintechniksektoren. Lacon bringt ein breites Dienstleistungsspektrum ein, das von Elektronikfertigung bis zu Engineering-Aufgaben reicht. Incap erhält damit Zugang zu erweiterten Kundenstrukturen und kann das Portfolio entlang der Wertschöpfungskette umfassender ausrichten.
Warum ist der deutsche Markt für Incap entscheidend?
Deutschland zählt zu den bedeutendsten EMS-Märkten in Europa. Mit den Lacon-Standorten in Karlsfeld, Glinde und Boxberg erweitert Incap seine Produktionsfläche erheblich. Die Integration schafft zudem ein stabiles Fundament für weiteres Wachstum im DACH-Raum.
Wie wirtschaftlich ist Lacon aufgestellt?
Von Januar bis Oktober 2025 erzielte Lacon einen Umsatz von 57,2 Mio. Euro (IFRS) bei einem bereinigten EBITDA von 6,7 Mio. Euro. Diese Zahlen basieren auf internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS), die weltweit für Transparenz und Vergleichbarkeit sorgen sollen. Nach deutschem Standard (HGB) lag der operative Gewinn etwas niedriger – bei 5,3 Mio. Euro. Der Unterschied entsteht, weil beide Regelwerke bestimmte Kosten und Erträge unterschiedlich behandeln oder zeitlich anders erfassen.
Struktur und Finanzierung der Transaktion
Der Kaufpreis beträgt mindestens 50 Mio. Euro in bar und kann durch eine Earn-out-Zahlung von bis zu 5 Mio. Euro ergänzt werden. Die Finanzierung erfolgt teils über Eigenkapital, teils durch einen Bankkredit in Höhe von rund 30 Mio. Euro. Der Vollzug der Transaktion wird im ersten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen in Deutschland und Rumänien.
Welche Auswirkungen sind nach dem Abschluss zu erwarten?
Für 2026 erwartet Incap einen positiven Umsatzimpuls durch die Übernahme, auch wenn das operative Ergebnis (EBIT) zunächst nur leicht steigen dürfte. Gründe dafür sind laut Unternehmensangaben Integrations- und Transaktionskosten sowie Abschreibungen im Rahmen der Kaufpreisallokation. Mittelfristig rechnet Incap mit Synergien in den Bereichen Einkauf, Kapazitätsauslastung und Kundenprojekten. Zudem soll die breitere Kundenbasis zur Risikominimierung und zur langfristigen Stabilisierung des Geschäfts beitragen.
Wer gehört zu den bisherigen Eigentümern – und was bleibt bestehen?
Zu den Verkäufern zählen die deutsche Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz, der CEO der Lacon Group Ralf Hasler sowie CFO Christian von der Linde und weitere Minderheitsgesellschafter. Das bestehende Managementteam bleibt im Unternehmen und wird Incap bei der Integration unterstützen. Damit soll Kontinuität in den Kundenbeziehungen und im operativen Geschäft gewährleistet werden.