Händeschütteln

Um ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und weiterhin mit Produkten und Lösungen die Automatisierung der Kabelverarbeitung konsequent vorantreiben zu können, wollen Komax und Schleuniger fusionieren. (Bild: Gerd Altmann, Pixabay)

Die Aktionärinnen und Aktionäre der Komax Holding AG stimmten an der ordentlichen Generalversammlung vom 13. April 2022 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern allen Anträgen des Verwaltungsrats zu. Sie hießen unter anderem die Schaffung von genehmigtem Kapital gut, das zur Umsetzung des Zusammenschlusses von Komax und Schleuniger benötigt wird. Zudem stimmten sie für die Aufhebung der bisherigen Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung von 15% und wählten Dr. Jürg Werner neu in den Verwaltungsrat – dies unter der Bedingung, dass der Zusammenschluss vollzogen wird. Die Aktionärinnen und Aktionäre bestätigten alle bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats in ihrem Amt und genehmigten eine Dividende von CHF 4.50 pro Aktie.

Verwaltungsratspräsident Beat Kälin bezeichnete in seinen einleitenden Worten die Generalversammlung 2022 als historisch, da die Aktionärinnen und Aktionäre über „ein neues Kapitel in der Firmengeschichte von Komax“ abstimmen konnten: mit der Abstimmung zur Schaffung von genehmigtem Kapital zur Ausgabe von 1283333 neuen Aktien. Die Aktionärinnen und Aktionäre stimmten diesem Antrag mit über 95% zu. Damit ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zum Zusammenschluss von Komax und Schleuniger erreicht worden. Nun fehlt noch die Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden, die im dritten Quartal 2022 erwartet wird. Danach können die 1283333 neuen Aktien der Komax Holding AG geschaffen und im Austausch gegen die Schleuniger-Aktien der Metall Zug AG zugeteilt werden. Diese wird danach 25% an der Komax Holding AG halten.

Wenn der Zusammenschluss vollzogen wird, werden zwei weitere Anträge umgesetzt, zu denen die Aktionärinnen und Aktionäre ja gesagt haben: Dr. Jürg Werner wird als Vertreter der Metall Zug AG Mitglied des Verwaltungsrats und die bisherige Eintragungs- und Stimmrechtsbeschränkung von 15% wird aufgehoben. Dadurch stärkt Komax ihre Corporate Governance und wird dem Grundsatz 'one share, one vote' gerecht.

Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten auch die beantragte Dividende von CHF 4.50 pro Aktie, was einer Ausschüttungsquote von 57.0% entspricht. Ex-Datum ist Dienstag, 19. April 2022 und die Auszahlung der Dividende erfolgt am Donnerstag, 21. April 2022. Zudem haben sie alle sechs Verwaltungsratsmitglieder für eine weitere Amtsperiode von einem Jahr wiedergewählt. Es sind dies Beat Kälin (Präsident), David Dean, Andreas Häberli, Kurt Haerri, Mariel Hoch und Roland Siegwart. In den Vergütungsausschuss haben die Aktionärinnen und Aktionäre Andreas Häberli, Beat Kälin und Roland Siegwart gewählt.

Stand der Fusion von Komax und Schleuniger vom 9.2.2022

Komax Holding AG und Schleuniger AG streben eine „Quasi-Fusion“ an. Hintergrund ist, dass der Markt der automatisierten Kabelverarbeitung „viele Opportunitäten biete, die jedoch hohe Investitionen erfordern“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Mit ihrem Zusammenschluss wollen die Unternehmen ihre Innovationskraft bündeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. (Lesen Sie auch: Schleuniger gewinnt productronica innovation award 2021 für seine vollautomatische modulare Plattform für HV-Anwendungen)

Zur Finanzierung des Zusammenschlusses wird Komax der Generalversammlung vom 13. April 2022 neue Aktien mittels einer Kapitalerhöhung beantragen. Diese werden im Austausch gegen die Schleuniger-Aktien der Metall Zug AG zugeteilt, die dadurch 25% an der Komax Holding AG halten wird. Auf der Generalversammlung werden zudem die Aufhebung der 15%-Stimmrechtsbeschränkung sowie die Wahl von Jürg Werner, heutiger Präsident des Verwaltungsrats der Schleuniger AG, als zusätzliches Verwaltungsratsmitglied beantragt.#

Warum Komax und Schleuniger fusionieren wollen

Einer der Trends, die laut den Unternehmen die Fusion vorantreiben, ist die kontinuierliche Verschiebung des Automobilmarkts nach Asien. Um sich im wachsenden asiatischen Markt zu behaupten und nicht Gefahr zu laufen, Marktanteile zu verlieren, wollen Komax und Schleuniger es in neue Lösungen und Serviceleistungen investieren.

Ein weiterer Trend ist die Automatisierung. Diese hat in den letzten Jahren zugenommen und bietet aufgrund des zunehmenden weltweiten Mangels an qualifizierten Fachkräften Wachstumspotenzial. „Durch den Zusammenschluss werden Komax und Schleuniger über zusätzliches Know-how und mehr Ressourcen verfügen, um in verschiedenen Marktsegmenten ihre Kunden mit innovativen Produkten und Services bei der kontinuierlichen Erhöhung des Automatisierungsgrads zu unterstützen“, sagt Beat Kälin, Verwaltungsratspräsident der Komax Gruppe. Auch bei den Trends Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromobilität bieten sich Wachstumspotenzial und Differenzierungsmöglichkeiten. Diese erfordern beträchtliche Investitionen und den weiteren Aufbau von hochqualifizierten Spezialisten.

Vorausgesetzt, dass die Generalversammlung der Kapitalerhöhung zustimmt, findet anschließend die Prüfung des Zusammenschlusses durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden statt. Sobald diese abgeschlossen ist, was voraussichtlich im dritten Quartal 2022 der Fall sein wird, findet der Vollzug der Transaktion statt. Bis dahin bleiben Komax und Schleuniger unabhängig voneinander und es finden somit keine gemeinsamen geschäftlichen Aktivitäten statt.

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