LOPEC 2026 stärkt gedruckte Elektronik im Automotive
LOPEC 2026 rückt gedruckte Elektronik in Richtung industrielle Anwendung und Serienreife – mit Fokus auf Automotive und Skalierung. Im Interview erklären Armin Wittmann und Manfred Salat die strategischen Leitlinien der Veranstaltung.
Petra GottwaldPetraGottwaldPetra GottwaldChefredakteurin Elektronik-Titel
Die LOPEC hat sich als internationaler Treffpunkt für gedruckte und flexible Elektronik etabliert – 2026 soll der Kongress noch stärker auf konkrete Anwendungen und Anwenderbranchen ausgerichtet werden.THOMAS KOY / Messe München
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Die LOPEC gilt seit Jahren als zentrale Plattform für gedruckte und flexible Elektronik – und setzt 2026 erneut strategische Akzente. Im Fokus stehen dabei nicht nur technologische Fortschritte, sondern vor allem der Transfer in konkrete Anwendungen und industrielle Skalierung. Besonders der Automotive-Sektor und die dazugehörigen Automotive-Sessions, die von Hüthig-Medien kuratiert werden, spielen dieses Jahr noch eine wichtige Schlüsselrolle: Von Sensorik über funktionale Oberflächen bis hin zu flexiblen Displays reicht das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten.
Armin Wittmann (rechts), Exhibition Director LOPEC, Messe München, und Manfred Salat (links), Exhibition Manager LOPEC, Messe München, erläutern die strategische Ausrichtung der Messe 2026 auf Anwendungen in Automotive und industrieller Skalierung.Messe München
Im Interview erläutern Armin Wittmann, Exhibition Director LOPEC, Messe München, und Manfred Salat, Exhibition Manager LOPEC, Messe München, welche strategischen Leitlinien die Veranstaltung 2026 prägen, wie der Kongress stärker auf Anwenderbedürfnisse ausgerichtet wird und welche Innovationen Besucherinnen und Besucher auf keinen Fall verpassen sollten.
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productronic: Welche strategischen Leitlinien prägen die LOPEC 2026 – und worin unterscheidet sie sich bewusst von den Vorjahren?
Armin Wittmann: Eine zentrale strategische Leitlinie der LOPEC 2026 ist es, den Bekanntheitsgrad der gedruckten und flexiblen Elektronik sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft weiter zu steigern.
Im Vergleich zu den Vorjahren gehen wir dabei einen konsequenten nächsten Schritt: Die Ausstellung orientiert sich bereits stark an konkreten Anwendungen – diesen Ansatz übertragen wir nun gezielt auch auf den Kongress. In klar strukturierten, themenspezifischen Blöcken werden Anwender direkt angesprochen und finden dort passgenaue Inhalte für ihre jeweiligen Fragestellungen.
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Welche technologischen Herausforderungen beschäftigen die Industrie heute am stärksten – und wie adressiert die LOPEC 2026 diese?
Manfred Salat: Der Kenntnisstand über die Potenziale der gedruckten Elektronik ist in den einzelnen Industriezweigen sehr unterschiedlich. Entsprechend variieren auch die technologischen Herausforderungen.
Die Automobilindustrie ist ein klarer Vorreiter: Gedruckte Sensoren zur Sitzerkennung sind bereits in einem Großteil der Fahrzeuge im Einsatz. Mit zunehmender Marktdurchdringung rückt jedoch insbesondere die Skalierbarkeit der Produktion in den Fokus, wodurch sich neue technische Anforderungen an die Hersteller ergeben. Genau diese Fragestellungen greift der Vortrag „Process Control” auf, der im Rahmen des einen Tag früher startenden Kongresses am Dienstag, den 24. Februar um 11:15 Uhr stattfindet.
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Welche Rolle spielt der Automotive-Sektor auf der LOPEC 2026 – sowohl im Ausstellungsbereich als auch im Konferenzprogramm?
Armin Wittmann: Der Automotive-Sektor spielt für die LOPEC eine zentrale Rolle. Der Großteil unserer Besucher stammt aus diesem Bereich, dicht gefolgt von der Druckindustrie. Rund drei Viertel der rund 160 Aussteller sind direkt oder indirekt in Anwendungen im automobilen Umfeld tätig. Entsprechend hoch ist die Relevanz dieses Marktes für die gedruckte Elektronik insgesamt.
Im Fokus der LOPEC stehen zunehmend marktreife Anwendungen: Rund drei Viertel der Aussteller sind direkt oder indirekt im automobilen Umfeld aktiv.THOMAS KOY / Messe München
Vor diesem Hintergrund bieten wir am Mittwochvormittag der LOPEC erstmals die speziell auf die Automobilindustrie zugeschnittene Anwendersession „Mobility“ an. Gerade in modernen Fahrzeugen erleben Endverbraucher die Technologie der gedruckten Elektronik bereits heute ganz konkret. Die Anwendersession ist Bestandteil des kostenpflichtigen Kongresses. Für die Teilnahme steht ein spezielles Halbtageskongressticket zur Verfügung, das einen ganztägigen Messebesuch beinhaltet.
In welchen Bereichen sehen Sie für die nächsten Jahre das größte Potenzial für industrielle Skalierung von gedruckter Elektronik im Automobil?
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Manfred Salat: Insbesondere in der Fahrgastzelle wird der Einsatz gedruckter Elektronik weiter zunehmen. Bedienelemente auf Basis dieser Technologie werden zunehmend zum Standard. Darüber hinaus eröffnet die Technologie neue Gestaltungsmöglichkeiten bei
der Innenraumbeleuchtung. Auch bei Displays erwarten wir Entwicklungen hin zu geschwungenen, flexiblen Formen. Ergänzt wird dies durch funktionale Oberflächen, etwa wärmende Innenflächen, die zur Energieeinsparung beitragen können.
Wie schätzen Sie die Rolle der LOPEC für Automobilzulieferer ein, die sich technologisch breiter aufstellen und neue Märkte erschließen wollen?
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Armin Wittmann: Aus unserer Sicht übernehmen diese Unternehmen eine wichtige Leuchtturmfunktion. Sie zeigen, dass nachhaltiges Wachstum durch Innovation möglich ist. Gerade in technisch anspruchsvollen Märkten gilt: Stillstand bedeutet Rückschritt.
Die LOPEC bietet ihnen eine Plattform, um neue Technologien sichtbar zu machen, Erfahrungen auszutauschen und Impulse für die eigene Weiterentwicklung zu erhalten.
Welche Anwendungen der gedruckten Elektronik werden Ihrer Einschätzung nach in den nächsten fünf Jahren den größten Sprung machen?
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Manfred Salat: Wir gehen davon aus, dass gedruckte Solarpaneele deutlich an Sichtbarkeit gewinnen werden. Kurzfristig werden sie jedoch nicht auf Gebäudedächern, sondern vor allem im Innenbereich zum Einsatz kommen, beispielsweise in kleinen Elektrogeräten wie Fernbedienungen oder Webcams. Aber auch auf der Innenseite von Glasdächern oder Gewächshäusern werden sie verwendet, um bei großer Sonneneinstrahlung Energie zu erzeugen und die Pflanzen gleichzeitig vor zu starker UV-Einstrahlung zu schützen.
Darüber hinaus erwarten wir, dass das angekündigte faltbare iPhone von Apple die Verbreitung gedruckter Displays weiter vorantreiben wird. Auch die Möglichkeit, RFID-Chips künftig zu drucken und dadurch die Stückkosten deutlich zu senken, ist ein wichtiger Faktor für eine breitere Anwendung.
Welche Präsentation, Diskussion oder Innovation sollten Besucher Ihrer Meinung nach auf keinen Fall verpassen – und warum?
Gedruckte Sensoren und flexible Elektronik eröffnen neue Möglichkeiten für Mensch–Maschine-Interaktion – ein zentrales Thema der LOPEC, insbesondere für Automotive- und Smart-Living-Anwendungen.THOMAS KOY / Messe München
Armin Wittmann: Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage nach Rüstungsgütern eröffnen sich auch für flexible und gedruckte Elektronik neue Anwendungsfelder. Diese Entwicklungen greifen wir im diesjährigen LOPEC Round Table zum Thema „Aerospace and Defense – What Role for Flexible and Printed Technologies?” auf.
Empfehlenswert sind zudem unsere Anwendersessions Mobility und Smart Living. Dabei werden wir erstmals von Medienpartnern aus den jeweiligen Industrien – wie beispielsweise Automobil Elektronik, productronic und all-electronics.de – unterstützt, die dabei helfen, praxisnahes Wissen zur gedruckten Elektronik zu vermitteln.
Welche Rolle spielen Startups und Scaleups – und wie hat sich deren Einfluss auf das Messekonzept verändert?
Manfred Salat: Startups sind inzwischen ein fester Bestandteil der LOPEC. Dass sechs Startups auf der LOPEC ausstellen und sich 15 Startups für den LOPEC Startup Award beworben haben, zeigt, welchen hohen Stellenwert diese auf der LOPEC einnehmen.
Aspekte wie Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sprechen insbesondere junge Gründerinnen und Gründer mit innovativen Visionen an. Jedes erfolgreiche Startup ist ein zukünftiger Teil der LOPEC-Community, ein potenzieller Aussteller und zugleich ein wichtiger Multiplikator für die Technologie.
Kurzum: Aus unserer Sicht sind Startups aus unserem Messekonzept nicht mehr wegzudenken.
Funktionale Oberflächen, flexible Displays und gedruckte Bedienelemente zählen zu den Technologien mit großem Skalierungspotenzial, etwa im Fahrzeuginnenraum.THOMAS KOY / Messe München
Wie gelingt es Ihnen, sowohl Forschung als auch Industriepartner für das Programm zu gewinnen?
Armin Wittmann: Von Beginn an war es der Anspruch unseres ideellen Trägers, der OE-A (Organic and Printed Electronics Association), Wissenschaft und Industrie eng miteinander zu verknüpfen und die Inhalte an den Interessen beider Gruppen auszurichten. In der
Ausstellung gelingt uns dies beispielsweise mit dem „Innovation Showcase”, in dem wir marktreife Produkte auf Basis gedruckter Elektronik präsentieren. Diese Anwendungen sollen die Kreativität von Produktentwicklern anregen.
Im Kongress bringen wir beide Welten zusammen, indem wir neben der Technical Conference und der Scientific Conference gezielt Anwender aus der Industrie über die Anwendersessions „Mobility” und „Smart Living” ansprechen.