Gründungspreis für Dresdner Druckinnovation
Sonojet erhält Leibniz-Preis für Aerosoldruck
Das Dresdner Start-up Sonojet wird 2026 mit dem Leibniz-Gründungspreis ausgezeichnet. Die Ausgründung des IFW Dresden entwickelt eine neuartige Aerosoldrucktechnologie, die den Druck funktionaler Elektronik erstmals direkt auf dreidimensionalen Oberflächen ermöglicht.
Der Leibniz-Gründungspreis 2026 geht an das Start-up Sonojet für ein neuartiges Verfahren zur Herstellung gedruckter Elektronik auf 3D-Oberflächen.
David Ausserhofer
Der Leibniz-Gründungspreis 2026 geht an das Dresdner Start-up Sonojet, eine Ausgründung des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung (IFW Dresden). Das junge Unterneh-men hat eine neuartige Aerosoldrucklösung entwickelt, die die Herstellung gedruckter Elektro-nik direkt auf dreidimensionalen Oberflächen ermöglicht.
Mit seiner Aerosoldrucktechnologie treibt Sonojet
den industriellen Mikrodruck in der Halbleiter- und Elektronikindustrie
entscheidend voran. Der Aerosoldruck hat sich in den vergangenen Jahren als
vielversprechende Methode etabliert, um elektronische Strukturen auf komplexen
3D-Bauteilen zu realisieren – und bietet klare Vorteile gegenüber herkömmlichen
Druckverfahren, denn mit anderen Drucktechnologien wie Siebdruck oder
Inkjetdruck ist dies nicht möglich.
Technologische Alleinstellungsmerkmale
Das Herzstück von Sonojet ist ein neu entwickelter
Aerosoldruckkopf, der auf einer am IFW Dresden entstandenen Technologie
basiert. Er überwindet die bisherigen technischen Grenzen und überzeugt durch:
- Effiziente Aerosolerzeugung über eine integrierte, chipbasierte, mikroakustische Quelle
- Kompakte Bauform und stark vereinfachte Systemarchitektur
- Hohe Materialeffizienz, insbesondere bei teuren Edelmetalltinten
- Breite Materialkompatibilität für verschiedenste funktionale Tinten
Zu Sonojet
Die Gründung von Sonojet
als GmbH erfolgte im Mai 2025. Der Einstieg in das operative Geschäft ist für
Mitte 2026 geplant. Bis einschließlich 2026 profitiert das Start-up noch von
einer Förderung im Programm „Exist Forschungstransfer“ des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Energie. Die Technologieentwicklung erfolgte in den
vergangenen Jahren zudem durch Projektförderungen des
Bundesforschungsministeriums, des Freistaats Sachsen und der Deutschen
Forschungsgemeinschaft.
Vielfältige Anwendungen in Schlüsselbranchen
Mit dieser Technologie lassen sich Leiterbahnen, Antennen
und Sensoren direkt auf 3D-Bauteilen, Gehäusekomponenten oder flexiblen
Substraten drucken. Die Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert – von
Consumer-Elektronik über Automobilbau und Medizintechnik bis hin zum
Verteidigungsbereich.
Das mit 50.000 Euro dotierte Preisgeld investiert Sonojet in
die Teilnahme an internationalen Industriemessen und den Ausbau des Marketings.
Ziel ist die Finalisierung des Druckkopfes und die Entwicklung eines einfach
bedienbaren Komplettdrucksystems für den Markt.