Viele Prozesse der Elektronikfertigung verursachen gesundheitsgefährdende und prozessschädigende Substanzen wie Löt- und Laserrauch, Emulsionsnebel, Klebedämpfe und Stäube. Mit spezifischen Absaug- und Filteranlagen lassen sich diese Schadstoffe direkt am Entstehungsort sicher aufnehmen, um Mitarbeiter und Prozessanlagen gleichermaßen vor Schadstoffen zu schützen. Die Fachleute für selektive Lötprozesse von Eutect setzen dazu seit Jahren auf Absauganlagen und Filtersysteme von Klepp Absauganlagen.
Präzise Lötprozesse wie das Laserlöten nutzen zur Parameterüberwachung und für die Prozesssteuerung hochwertige Kamerasysteme. Da die Optiken nicht durch Lötrauch und daraus resultierende Ablagerungen beeinträchtigt werden dürfen, müssen die beim Lötvorgang anfallenden Luftverunreinigungen zuverlässig abgesaugt werden. Ebenso wichtig ist es, Mitarbeiter vor gesundheitsgefährdenden Stoffen zu schützen. „Dennoch wird oftmals erst spät an die Absaugung gedacht. Steht eine Fertigungsanlage dann bereits, ist der für die Absaugung vorgesehene Bereich meist sehr begrenzt. Auf Standardlösungen kann deshalb kaum zurückgegriffen werden“, erläutert Matthias Fehrenbach, Geschäftsführer und Inhaber von Eutect.
Die Spezialisten von Eutect binden Absauganlagen bei der Anlagenentwicklung hingegen frühzeitig ein, um nachträgliche Anpassungen nach Möglichkeit zu vermeiden. Im Rahmen eines Anlagenprojektes prüfen und bestimmen die Experten die während der Lötprozesse entstehenden Luftverunreinigungen und deren Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. Anschließend definieren sie auf Basis dieser Spezifikationen die individuelle Absaugung mit zugehörigem Filtersystem. Seit 2015 setzen sie dabei auf die Systemlösungen von Klepp Absauganlagen. Damit profitieren Kunden von langjähriger Fertigungserfahrung und tiefgreifendem Prozessverständnis.
Dies waren entscheidende Faktoren für einen österreichischen Automobilzulieferer mit Standorten in Österreich, Tschechien und Serbien. Der Hersteller benötigte für diese Standorte jeweils individuell auf seine Produktionslinie angepasste, raumsparende Anlagen, um die bei selektiven Lötprozess anfallenden Schadstoffe wie Lötrauch sowie weitere Gase und Partikel bei unveränderter Luftmenge und mit hoher Leistung direkt am Entstehungsort absaugen und herausfiltern zu können.
Passgenau ausgerichtetes Absaugsystem
Mit dem Filtergerät KGF 803AK ist es den Experten von Eutect und Klepp gelungen, ein den Vorgaben des Automobilzulieferers entsprechendes Absaugsystem in dessen Linie einzubinden. Das maßgeschneidert konzipierte Filtergerät für Lösemittel-, Klebe- und Laserdämpfe saugt Schadstoffe auch im Dauerbetrieb ab, wobei die von Eutect konstruierten Erfassungselemente direkt in den Werkzeugen verbaut wurden. Für einen möglichst platzsparenden Aufbau haben die Experten von Klepp das Filtergerät außerdem mit Schläuchen mit einem Durchmesser von 15 mm und somit extra dünn versehen. Zum Vergleich: Standard-Schlauchsysteme oder -Rohrleitungen weisen einen Durchmesser von 50-60 mm auf. Zeitgleich erfordern dünne Schläuche eine erhöhte Absaugleistung, um die kontaminierte Luft einer spezifisch imprägnierten und automatisch überwachten Dreistufenfilterung zuführen zu können. „Wir haben das Filtersystem daher mit einem Hochdruckventilator ausgestattet und den Unterdruck für die Absaugleistung von 2.000 auf 10.000 Pascal erhöht“, hebt Gisela Klepp, Geschäftsführerin Klepp Absauganalgen, hervor.
Vorfiltermatte und Schwebstofffilter entsprechen der EU-Prüfnorm für Hochleistungs-/Hepa-Filter und sind den Filterklassen G4 und H13 zuzuordnen. Damit filtern die Hepa-Filter aufgrund ihrer Abscheideleistung kritische Partikel mit einer Größe von 0,1 und 0,2 µ aus der Luft. Da sich dabei die gesamte Filterfläche nutzen lässt, wird ein Abscheidegrad von 99,95 % erzielt. Die Geruchsstoffe der Gase haften sich an die Oberfläche der Schütt-Aktivkohle an und werden somit absorbiert. Die von Schadgasen, Partikeln und Feinstaub gereinigte Abluft weist somit nahezu Reinraumqualität auf und lässt sich zur Kühlung des Ventilators nutzen und kann an die Umgebung zurückgeführt werden.
Mit zunehmender Schadstoffreinigung verringert sich allerdings der Luftdurchsatz. Von Zeit zu Zeit ist es daher erforderlich, Vorfiltermatten und Schwebstoff-Filter auszuwechseln und die Gasfilter zu leeren und neu zu befüllen. Dabei lassen sich die Gasfilter und die Kassetten der Aktivkohlefilter wiederverwenden, weshalb Klepp ein Nachfüllsystem auf Pfandbasis anbietet. Überdies übernimmt der Spezialist auch die fachgerechte Entsorgung verbrauchter Aktivkohle.
Die Autorin: Dipl. Ing. Dipl. Wirt. Ing (FH) Petra Gottwald
Die Doppel-Ingenieurin (Textiltechnik und Wirtschaft) hat nur ein Ziel: Sie möchte Menschen für technische Themen begeistern - ob sie wollen oder nicht. So kommt es schon 'mal vor, dass sie ihren Freunden die komplexe Herstellung einer Leiterplatte in einer packenden Story erzählt oder wie man Elektronik in Textilien einbaut. Privat düst sie auf leisen Sohlen durch die Gegend, denn sie hat seit 2016 ein Faible für Elektromobilität und will mit ihrem Wissen Interessierten die Reichweitenangst beim voll-elektrischen Fahren nehmen.