Obsoleszenzmanagement in der Elektronik

COGD expo 2026 zeigt Strategien gegen Obsoleszenz

Abgekündigte Bauteile, fragile Lieferketten und neue Regulierungen erhöhen den Druck auf Unternehmen. Die COGD expo 2026 zeigt, wie sich Obsoleszenzrisiken strategisch minimieren lassen.

Logo des 2005 gegründeten Non-Profit-Industrieverbands COGD (Component Obsolescence Group Deutschland) e.V

Die COGD expo 2026 findet am 1. Juli 2026 von 9 bis 17 Uhr im CongressForum Frankenthal statt. Die von der Component Obsolescence Group Deutschland (COGD) e.V. veranstaltete Hausmesse richtet sich an Unternehmen, die Obsoleszenzrisiken frühzeitig erkennen und strategisch minimieren wollen.

Im Mittelpunkt stehen aktuelle Herausforderungen wie abgekündigte oder nicht mehr lieferbare elektronische Bauteile, eingeschränkter Zugang zu Rohstoffen, unterbrochene Lieferketten, Know-how-Verlust, veraltete Software, strengere Umweltauflagen und zunehmende Cyberangriffe. Die Veranstaltung zeigt, wie Unternehmen diesen Risiken mit einem koordinierten Obsoleszenzmanagement begegnen können.

In Frankenthal präsentieren 22 COGD-Mitgliedsunternehmen und Kooperationspartner ihre Lösungen für proaktive und reaktive Obsoleszenzstrategien. Das Angebot reicht von datenbasierten Analyse- und Monitoring-Tools über Beschaffungskonzepte, resiliente Supply-Chain-Ansätze und auditierbare Komponentenlogistik bis hin zu Langzeitlagerung, Testing, Lifecycle-Services und praxisnahen Umsetzungskonzepten für Entwicklung und Produktion.

Ergänzt wird die Ausstellung durch drei Fachvorträge. Mike Pepping, Head of In-Service Support & Digitalization bei Rheinmetall Air Defence, beschreibt den Weg hin zu einem professionellen Obsoleszenzmanagement. Lars Kiera, Geschäftsführer von RTS Electronic, erläutert das Sourcing über unabhängige Lieferanten. Dieter Paatsch, Spezialist für Bauteilmanagement und Produktkonformität bei Festo, spricht über neue Herausforderungen für das Obsoleszenzmanagement in immer volatileren Märkten. Dabei geht es unter anderem um ein mit KI-Unterstützung erstelltes sozioökonomisches Langzeitprognosemodell, das künftige Entwicklungen wie eine zunehmende Destabilisierung von Lieferketten bis hin zu dauerhaften Störungen abbilden soll.

Nach Angaben der COGD soll die expo insbesondere Führungskräfte, Einkäufer und Entwickler dafür sensibilisieren, Obsoleszenzrisiken frühzeitig und systematisch in den Blick zu nehmen. Zwar hätten die Krisen der vergangenen Jahre das Bewusstsein für fragile Lieferketten geschärft. In der betrieblichen Praxis werde jedoch weiterhin zu häufig auf kurzfristige Lösungen oder das „Prinzip Hoffnung“ gesetzt.

COGD-Vorstandsvorsitzender Axel Wagner verweist darauf, dass Obsoleszenzen gerade bei langlebigen Geräten und Anlagen erhebliche wirtschaftliche Folgen haben können. Bei solchen Produkten könnten mitunter mehr als 50 Prozent der über den gesamten Produktlebenszyklus anfallenden Gesamtkosten direkt oder indirekt auf Obsoleszenzprobleme zurückgehen. Im ungünstigsten Fall könne bereits ein einziges fehlendes Bauteil gravierende Auswirkungen auf Produktion, Servicefähigkeit oder Geschäftsbetrieb haben.

Aufgrund begrenzter Kapazitäten ist für den Besuch der COGD expo 2026 eine Anmeldung bis spätestens 15. Juni 2026 über die Website der COGD erforderlich.