Steigende Nachfrage nach Highend-IC-Substraten
AT&S schließt mit starkem 4. Quartal ab
AT&S schließt das Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem positiven Ergebnis ab: Umsatz und EBITDA stiegen deutlich. Das soll sich im Geschäftsjahr 2026/2027 fortsetzen, unter anderem sind der Ausbau bei IC-Substraten und Refinanzierung geplant.
Auch das neue Werk von AT&S in Leoben, Österreich, hat spürbar zum Wachstum des Konzerns beigetragen.
AT&S
AT&S
erzielte im 4. Quartal des Geschäftsjahrs 2025/2026 mit 14 Mio. Ꞓ erneut ein positives Konzernergebnis
(bereinigt um Ansan-Erlös: +122 % vs. VJ), was zu einem Ergebnis pro
Aktie von 0,24 Ꞓ führte (bereinigt um Ansan-Erlös: +814% vs. VJ).
Die Eigenkapital-Quote stieg im Vergleich zum Stichtagswert vom 31.
Dezember 2025 um 1,7 Prozentpunkte auf 22,6 %.
Das
Geschäftsjahr 2025/26 wies im Laufe der Quartale bei Umsatz und
Profitabilität eine positive Dynamik auf. So erhöhte sich
der Konzernumsatz
im Geschäftsjahr auf 1,8 Mrd. Ꞓ (VJ: 1,6 Mrd. Ꞓ), was einem
währungsbereinigten Anstieg von 21 % entspricht. Damit wurde der
bisherige Rekordumsatz aus dem Geschäftsjahr 2022/23 erreicht
bzw. währungsbereinigt deutlich übertroffen. Im
Berichtszeitraum konnte AT&S durch eine positive
Volumenentwicklung negativen Preis- und Wechselkurseffekten entgegenwirken.
Bereinigt
um die Erlöse aus dem Verkauf des Werks in Ansan verbesserte sich
das EBITDA um
rund 50 % auf 418 Mio. Ꞓ ‒ währungsbereinigt betrug der
Anstieg 77 %. Die Ergebniserhöhung ist vorrangig auf die
gestiegenen Volumina, das umfassende Kostenoptimierungs- und
Effizienzprogramm und ein besseres Preisumfeld zurückzuführen. Die
EBITDA-Marge lag bei 23,3 % und um mehr als 5 Prozentpunkte
über dem Vorjahresniveau. Die Abschreibungen erhöhten
sich – deutlich unterproportional zum Wachstum – aufgrund von
Anlagenzugängen und Technologie-Upgrades im Vergleich zum
Vorjahr um 24 Mio. Ꞓ auf 352 Mio. Ꞓ (20 % vom Umsatz).
Das EBIT belief
sich auf 66 Mio. Ꞓ (bereinigt um Ansan-Erlös: +238
% vs. VJ) und war somit trotz erheblicher negativer Währungseffekte
deutlich positiv. Die EBIT-Marge lag bei 3,7 % um fast 7
Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau. Das Finanzergebnis sank
vor allem durch negative Wechselkurseffekte von -83 Mio. Ꞓ im
Vorjahr auf aktuell -100 Mio. Ꞓ. Das Konzernergebnis fiel
zwar mit -26 Mio. Ꞓ noch negativ aus, im Vergleich zum – um den
Ansan-Erlös bereinigten – Vorjahreswert verbesserte es sich aber
um +84 %. Die positive Entwicklung zeigte sich insbesondere im
zweiten Halbjahr, als sich das Konzernergebnis auf 38 Mio. Ꞓ belief
(H2 2024/25 bereinigt um Ansan-Erlös: -95 Mio. Ꞓ). Dies
führte beim Ergebnis pro Aktie für das Geschäftsjahr 2025/26 zu
einer Verbesserung auf -1,11 Ꞓ (bereinigt um Ansan-Erlös: +306
% vs. VJ).
Vor
dem Hintergrund des negativen Konzernergebnisses hat der
Vorstand, vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats,
beschlossen, der 32. ordentlichen Hauptversammlung am 9. Juli 2026
vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2025/26
keine Dividende auszuschütten
(VJ: 0,00 Ꞓ je Aktie).
Wohin fließt das Geld?
Die Nettoinvestitionen gingen
deutlich von 415 Mio. Ꞓ im Vorjahr auf 178 Mio. Ꞓ zurück. Der
Großteil der Investitionen flossen in das neue Werk in
Kulim. Der operative
Cashflow aus
laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf 414 Mio. Ꞓ und
lag um 488 Mio. Ꞓ über dem Wert des Vorjahres. Wesentliche Treiber
waren das höhere operative Ergebnis, die Wiederaufnahme des
internationalen Factoring-Programms und eine Verbesserung bei
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen
Verbindlichkeiten. Der freie
operative Cashflow fiel
mit 235 Mio. Ꞓ deutlich positiv aus und zeigte gegenüber der
Vorjahresperiode eine Verbesserung um rund 725 Mio. Ꞓ.
Die Bilanzsumme blieb
per Ende März 2026 mit 4.651 Mio. Ꞓ praktisch unverändert im
Vergleich zum Geschäftsjahresbeginn, verzeichnete dabei aber einen
deutlichen Anstieg der liquiden Mittel.
Die Eigenkapitalquote reduzierte
sich aufgrund des negativen Konzernergebnisses und der mit dem
Hybridkapital verbundenen Coupon-Auszahlung um 0,7 Prozentpunkte auf
22,6 %.
Der
Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhte
sich auf 738 Mio. Ꞓ (31. März 2025: 485 Mio. Ꞓ). Die nicht
genutzten Kreditlinien beliefen sich auf 174 Mio. Ꞓ. Das
Verhältnis Nettoverschuldung zum EBITDA der letzten zwölf Monate
hat sich von 2,5 (per 31. März 2025) auf 3,2 erhöht. Grund für
den Anstieg war, dass der Verkaufserlös des Werkes in Ansan nicht
mehr im EBITDA enthalten war, ohne diesen Effekt wäre es zu einer
Verbesserung von 2,1 gekommen.
Im
Geschäftsjahr 2025/26 hat das Unternehmen seine Kostenbasis um 170
Mio. Ꞓ reduziert und damit die Zielsetzung signifikant übertroffen.
Bereits im Vorjahr wurden Einsparungen von 120 Mio. Ꞓ umgesetzt.
Dieser deutliche Steigerung hat Wechselkurseffekte mehr als
kompensiert und die Wirksamkeit des Kostenoptimierungs- und
Effizienzprogramms unterstrichen. Für das Geschäftsjahr 2026/27
strebt AT&S weitere Kostensenkungen in Höhe von 110 Mio. Ꞓ an.
Was bringt das Geschäftsjahr 2026/27?
AT&S
erwirtschaftet mehr als 80 % des Umsatzes mit US-amerikanischen
Unternehmen und generiert den Großteil der Umsätze in US-Dollar.
Die Produktionskosten fallen zu einem Großteil in asiatischen
Währungen an, während die Berichterstattung in Euro erfolgt. Die
Prognose absoluter Beträge gibt daher keinen umfänglichen Ausblick
auf die erwartete operative Entwicklung des Unternehmens. AT&S
wird daher künftig nicht mehr absolute Werte, sondern die
währungsbereinigte prozentuale Umsatzveränderung prognostizieren.
Im
Rahmen des steigenden Bedarfs für Rechenleistungen im Bereich der
Künstlichen Intelligenz steigt die Nachfrage eines Großkunden nach
Highend-IC-Substraten. Deshalb hat der Konzern
beschlossen, am Standort in Chongqing in China die Kapazitäten zu
erweitern. Die hierfür erforderlichen Investitionen im hohen
zweistelligen Millionenbereich werden vollständig im Rahmen
langfristiger Kundenvereinbarungen finanziert. Diese Maßnahmen soll
im Geschäftsjahr 2026/27 zu einem positiven EBIT-Effekt im ebenfalls
hohen zweistelligen Millionenbereich führen.
Für
das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet AT&S eine währungsbereinigte
Umsatzsteigerung von 30 bis 35 % gegenüber dem Vorjahr (2025/26: 1,8
Mrd. Ꞓ). Dies bedeutet bei gleichbleibenden Währungsrelationen
einen Umsatz am oberen Ende der bisherigen Prognose für 2026/27 von
2,1 bis 2,4 Mrd. Ꞓ. Die erwartete EBITDA-Marge von 25 bis 29 %
sorgt für eine weitere Steigerung der Profitabilität (2025/26: 23
%; bisherige Erwartung für 2026/27: 24 bis 28 %). Da sich einige
Investitionen in Kulim verschoben haben und die Nachfrage nach
IC-Substraten deutlich zugenommen hat, plant das Management für
2026/27 ein Investitionsvolumen von rund 400 Mio. Ꞓ (2025/26: 178
Mio. Ꞓ). Das Unternehmen erwartet ein positives Jahresergebnis im
niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, einen positiven operativen
Free-Cashflow und eine verbesserte Nettoverschuldung/EBITDA von
deutlich unter 3.
Zur
Refinanzierung und Stärkung der Kapitalbasis beabsichtigt AT&S,
im zweiten oder dritten Quartal 2026 eine
Hybrid-Wandelschuldverschreibung und beziehungsweise oder eine
Hybridanleihe in einem Gesamtvolumen von bis zu 500 Mio. Ꞓ zu
begeben.
In
der Prognose ist eine signifikante Verschlechterung der
geopolitischen Situation sowie der derzeitig angespannten
Liefersituation verschiedener Materialien wie Fiberglasmatten nicht
enthalten. Ebenfalls nicht enthalten sind mögliche Auswirkungen
laufender Verhandlungen mit Kunden.