Interview mit Harald Kroeger, Head of Sales bei SiMa.ai

„Das KI-definierte Fahrzeug wird das SDV zum Frühstück verspeisen“

Wenn KI aus der Cloud ins Fahrzeug wandert, müssen Architekturen geringe Latenz, Effizienz und Skalierbarkeit gewährleisten. Harald Kroeger von SiMa.ai erklärt, warum Edge-first-KI die nächste Phase softwaredefinierter Fahrzeuge prägen wird.

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Ein Mann sitzt an einem runden Tisch in einem Innenraum mit warmem Licht und Metallgeländer im Hintergrund.
Kombinierte Expertise: Harald Kroeger studierte Elektrotechnik in Stanford und Wirtschaftswissenschaften in Hannover.

KI wird immer mehr zur prägenden Kraft hinter der nächsten Generation von Fahrzeugarchitekturen. Doch um sie zu skalieren, braucht es mehr als zusätzliche Rechenleistung. Bei softwaredefinierten Fahrzeugen drehen sich die entscheidenden Fragen zunehmend um Latenz, Energieeffizienz, lokale Inferenz und die richtige Balance zwischen Cloud- und Edge-Intelligenz.

Harald Kroeger, Head of Sales & President Automotive bei SiMa.ai, bringt langjährige Automotive- und Halbleitererfahrung in diesen Themenkomplex ein. Auf dem Automobil-Elektronik Kongress in Ludwigsburg wird er an der Podiumsdiskussion „Chiplets – Technology & Business Viability“ teilnehmen. Moderiert wird die Runde von Dr. Mathias Pillin, CTO Bosch Mobility und Vorstandsmitglied bei Robert Bosch. Auf dem Podium sitzen außerdem Dr. Christoph Grote, Senior VP AI & Innovation bei BMW, Michael Schaffert, SVP & Head of Chiplet Program bei Robert Bosch, sowie Christopher Thomas, President von TSMC Europe.

Im Interview erklärt Kroeger, wie KI die Architektur im Fahrzeug verändern, wo heutige Hardwarestrategien noch an Grenzen stoßen und warum auf das SDV bald das AIDV folgen könnte.

Save the date: 30. AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress

Logo Automobil-Elektronik Kongress (AEK), mit Datum für 2026, eine Veranstaltung von Ultima Media Germany, mit dem dazugehörigen Magazin Automobil-Elektronik

Am 16. und 17. Juni 2026 findet zum 30. Mal der Internationale AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress (AEK) statt. Dieser Netzwerkkongress ist bereits seit vielen Jahren der Treffpunkt für die Top-Entscheider der Elektro-/Elektronik-Branche und bringt nun zusätzlich die Automotive-Verantwortlichen und die relevanten High-Level-Manager der Tech-Industrie zusammen, um gemeinsam das ganzheitliche Kundenerlebnis zu ermöglichen, das für die Fahrzeuge der Zukunft benötigt wird. Trotz dieser stark zunehmenden Internationalisierung wird der AUTOMOBIL-ELEKTRONIK Kongress von den Teilnehmern immer noch als eine Art "automobiles Familientreffen" bezeichnet.

Sichern Sie sich Ihr(e) Konferenzticket(s) für den 30. Automobil-Elektronik Kongress (AEK) im Jahr 2026! Folgen Sie außerdem dem LinkedIn-Kanal des AEK und #AEK_live. Hier geht's zur Agenda.

Im Channel zum Automobil-Elektronik Kongress finden Sie Rück- und Vorberichterstattungen sowie relevanten Themen rund um die Veranstaltung.

Herr Kroeger, mit Blick auf die nächsten drei bis fünf Jahre: Was wird der größte Engpass sein, wenn SDV- und KI-Strategien in skalierbare, industrialisierte Fahrzeugplattformen überführt werden sollen?

Das KI-definierte Fahrzeug wird das SDV zum Frühstück verspeisen – es ist wichtig, jetzt den nächsten Schritt zu machen. Die Lösung wird Edge-first sein – Cloud-first-Lösungen werden unter Latenz und hohen laufenden Kosten leiden. Diese beiden Fakten müssen für künftige Architekturentscheidungen von Anfang an mitgedacht werden.

Warum Edge-first-Architekturen für KI im Fahrzeug entscheidend werden

Welche heute getroffene Entscheidung wird am stärksten bestimmen, wo im künftigen Automotive-Ökosystem Wert entsteht?

Ausreichend lokale KI-Inferenzleistung im Fahrzeug verfügbar zu haben, ist entscheidend – heutige Automotive-Plattformen müssen dafür genügend Spielraum bieten. Zusätzlich ist die Wahl von Silizium, das von einer starken Softwareplattform gestützt wird, essenziell; andernfalls besteht das Risiko, dass es zu einem unzureichend genutzten Asset wird.

Wo greifen heutige Ansätze für SDVs und E/E-Architekturen der nächsten Generation in realen Programmen noch zu kurz?

Es gibt eine zu große Abhängigkeit von Silizium im Stil eines Schweizer Taschenmessers: Die Zukunft wird Chips haben, die auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert sind.

Wie KI-Beschleuniger SDV-Plattformen skalierbar machen

Wie verändern KI-Beschleuniger die Architekturen im Fahrzeug?

Zusätzliche KI-Power ist entscheidend – sie wird außerhalb der üblichen Allrounder-Chips für IVI oder ADAS liegen, da dies die skalierbarere und kosteneffizientere Architektur ist.

Was sind die größten Herausforderungen bei der Skalierung von KI-Workloads in Automotive-Systemen?

Die Automobilindustrie beginnt gerade erst, die Möglichkeiten von GenAI im Fahrzeug zu erfassen – am Rande. SiMa.ai nennt das, „den Geist in die Maschine zu bringen“. Eine Überbetonung der Cloud erhöht nicht nur Cloud- und Compute-Kosten, sondern verursacht auch Latenzdelays und eine weniger natürliche UX, was Nutzer frustrieren kann.

Wo sehen Sie heute die größte Diskrepanz zwischen KI-Erwartungen und Hardwarefähigkeiten?

OEMs und Tier-1-Zulieferer sind traditionell langsam bei der Einführung neuen Siliziums – um das Rennen zu gewinnen, müssen Unternehmen antizipieren und auf virtuelles Silizium setzen. Gemeint ist Silizium, das vollständig definiert ist und emuliert werden kann, aber noch nicht als physisches Silizium existiert.