Von ARM bis Quantencomputer

Zum Weltfrauentag: Das sind Vorbilder aus der Elektronikbranche

Mehr Frauen in MINT! Um dieses wichtige Ziel zu erreichen, sind inspirierende Vorbilder für die nächste Generation dringend notwendig. Wir zeigen anlässlich des Weltfrauentags am 8. März Vorreiterinnen aus der Elektronikbranche.

Glückliche Frauen Gruppe für den Internationalen Frauentag, Aquarell-Stil Illustration von Generative Ai
Am 8. März ist Weltfrauentag. Wir werfen einen Blick auf die Elektronikbranche, wo sich weibliche Vorbilder für junge Menschen finde.

Was ist der Scully-Effekt und wie könnte er beim Nachwuchs an weiblichen Fachkräften helfen?

Der Scully-Effekt, auch als Scully-Phänomen bekannt, beschreibt die Auswirkungen, die die Bekanntheit der Serienfigur Dana Scully, gespielt von Gillian Anderson, auf die Berufswahl von Mädchen hatte. Diese entschieden sich nämlich – wissenschaftlich belegt – im Zuge des Serienerfolges von "Akte X" spürbar häufiger für wissenschaftliche Studiengänge und Berufe.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass wir – neben den Vorbildern im echten Leben – auch in Film und Fernsehen Frauen brauchen, die sich mit Elektronik beschäftigen und zeigen, wie erfolgreich sie dabei sind.

Die Elektronik- und Hightechbranche kämpft seit Jahren mit einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Zwar steigt der Anteil weiblicher Fachkräfte langsam an, doch in vielen technischen Bereichen sind Frauen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Besonders sichtbar wird dies bereits am Anfang der Ausbildungskette: Noch immer entscheiden sich wesentlich weniger Frauen für technische Studiengänge oder Ausbildungsberufe als Männer.

Ein Blick auf aktuelle Zahlen zeigt jedoch auch positive Entwicklungen. So lag der Anteil von Frauen unter den Studienanfängern im ersten Fachsemester eines MINT-Studiengangs im Jahr 2024 mit rund 36 Prozent so hoch wie nie zuvor. Zehn Jahre zuvor waren es noch etwa 31 Prozent. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass sich Frauen nach wie vor deutlich seltener für technische Ausbildungsberufe entscheiden. Unter den neuen Auszubildenden in MINT-Berufen lag der Frauenanteil zuletzt bei lediglich 12 Prozent – ein Wert, der sich seit Jahren kaum verändert hat.

Ungleichgewicht zieht sich durch Ausbildung und Karriere

Auch innerhalb der einzelnen technischen Fachrichtungen zeigen sich große Unterschiede. Während Studiengänge mit gestalterischem Bezug, etwa Innenarchitektur, einen Frauenanteil von deutlich über 80 Prozent erreichen, bleiben klassische Ingenieurdisziplinen weiterhin stark männlich geprägt. In Bereichen wie Fahrzeugtechnik oder Elektronik sind Frauen häufig noch eine Minderheit.

Stereotype und kulturelle Vorurteile

Gerade junge Frauen begegnen technischen Berufen oft noch mit Vorbehalten. Elektronik, Elektrotechnik oder Maschinenbau werden häufig mit klassischen Industrie- und Werkstattbildern assoziiert – Kabel verlegen, Maschinen warten oder Produktionsanlagen bedienen. Dass hinter diesen Berufen hochkomplexe Entwicklungsarbeit, kreative Problemlösung und gesellschaftlich relevante Innovationen stehen, wird in Schule und Öffentlichkeit häufig zu wenig vermittelt.

Dabei entwickeln Ingenieurinnen und Forscherinnen heute Technologien, die zentrale Zukunftsfragen adressieren: von nachhaltiger Energieversorgung über intelligente Mobilität bis hin zu medizinischer Robotik. Gerade in Bereichen wie Automatisierung oder künstlicher Intelligenz profitieren Unternehmen nachweislich von diversen Teams, die unterschiedliche Perspektiven in die Entwicklung neuer Technologien einbringen.

Frauen als Motor technologischer Innovation

Wie wichtig diese Vielfalt ist, zeigt sich beispielsweise im schnell wachsenden Bereich der Robotik. Laut der International Federation of Robotics tragen Frauen maßgeblich zur Entwicklung moderner Automatisierungslösungen bei, etwa bei KI-gestützten Robotersystemen für Industrie, Gesundheitswesen oder Pflege. Solche Technologien eröffnen neue Anwendungsfelder für Automatisierung weit über die klassische Fertigung hinaus.

Gleichzeitig bleibt der Anteil von Frauen in technischen Disziplinen weltweit vergleichsweise niedrig. Studien zufolge liegt der Frauenanteil in MINT-Berufen global weiterhin unter 30 Prozent, während in Branchen wie Bildung oder Dienstleistungen deutlich mehr Frauen arbeiten.

Weibliche Vorbilder sichtbarer machen

Umso wichtiger sind sichtbare Vorbilder. Frauen, die erfolgreich in der Elektronik- und Technologiebranche arbeiten, können eine enorme inspirierende Wirkung entfalten. Besonders für Schülerinnen und Studentinnen, die sich für eine technische Laufbahn interessieren. Wenn Ingenieurinnen, Entwicklerinnen oder Forscherinnen öffentlich über ihre Arbeit berichten, wird deutlich, wie vielfältig die Tätigkeiten in der Branche tatsächlich sind.

Genau hier setzt auch die Bildergalerie an. Sie stellt Frauen vor, die in unterschiedlichen Bereichen der Elektronik- und Hightechindustrie tätig sind – von Halbleiterentwicklung über Robotik bis hin zu Zukunftstechnologien wie Quantencomputing oder KI-Systemen. Ihre Karrierewege zeigen, dass technische Berufe längst nicht mehr nur eine Männerdomäne sind.

Anm. d. Red.: Ist diese Bildergalerie vollständig? Keinesfalls. Ist sie subjektiv? Definitiv. 

Wenn Sie ein Beispiel für uns haben, schreiben Sie gerne an martin.large@ultimamedia.de

Strukturen verändern – Chancen verbessern

Neben sichtbaren Vorbildern braucht es jedoch auch strukturelle Veränderungen in Unternehmen und Organisationen. Dazu gehören unter anderem:

  • Transparente Vergütungsmodelle, die mögliche Ungleichheiten frühzeitig sichtbar machen
  • Flexible Arbeitszeitmodelle, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen
  • Mentoring- und Netzwerkprogramme, die Frauen beim Aufbau von Karrierepfaden und Führungsrollen unterstützen
  • Solche Maßnahmen können dazu beitragen, strukturelle Hürden abzubauen und langfristig mehr Frauen für technische Berufe zu gewinnen.

Denn eines ist klar: Die großen technologischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte – von Digitalisierung über Automatisierung bis hin zur Energiewende – lassen sich nur mit möglichst vielen Talenten bewältigen. Je vielfältiger die Teams, desto größer ist auch die Innovationskraft der Branche.

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Der Autor: Dr. Martin Large

Martin Large

Aus dem Schoß einer Lehrerfamilie entsprungen (Vater, Großvater, Bruder und Onkel), war es Martin Large schon immer ein Anliegen, Wissen an andere aufzubereiten und zu vermitteln. Ob in der Schule oder im (Biologie)-Studium, er versuchte immer, seine Mitmenschen mitzunehmen und ihr Leben angenehmer zu gestalten. Diese Leidenschaft kann er nun als Redakteur ausleben. Zudem kümmert er sich um die Themen SEO und alles was dazu gehört bei all-electronics.de.

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