Tech-Entlassungen 2025: Wer am härtesten getroffen wurde
Was sich bereits 2024 abzeichnete, hat sich 2025 mit neuer Wucht bestätigt: Die Entlassungswelle in der globalen Technologiebranche ist keine vorübergehende Korrektur mehr, sondern entwickelt sich zunehmend zu einer strukturellen Bereinigung.
Die Entlassungswelle in der Tech-Branche aus 2024 hält auch 2025 an. Erfahren Sie, welche Unternehmen die meisten Stellen gestrichen haben und was das für die Branche bedeutet.(Bild: Dalle 3 / OpenAI)
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Update vom 20.1.2026: Entlassungswelle im Tech-Sektor verfestigt sich – KI wird zum strukturellen Treiber
Nach den massiven Stellenstreichungen der Jahre 2023 und 2024 hofften viele Beobachter auf eine spürbare Beruhigung im Technologiesektor. Doch diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt: Auch 2025 setzt sich der Personalabbau in der Tech-Branche mit hoher Dynamik fort. Neue Zahlen von RationalFX zeigen, dass die Entlassungswelle nicht nur anhält, sondern sich zunehmend strukturell verfestigt. Getrieben von Automatisierung, KI und tiefgreifenden Unternehmensumbauten.
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USA bleiben Epizentrum der Tech-Entlassungen
Mit 170.630 gestrichenen Stellen entfallen auch 2025 erneut mit Abstand die meisten Tech-Entlassungen auf die USA. Damit vereinen amerikanische Unternehmen den Löwenanteil der weltweit bekannten Kürzungen auf sich. Der Abstand zu anderen Ländern ist erheblich: Indien folgt mit 19.049 Entlassungen, Japan (11.608), Irland (11.500) und die Schweiz (7.450) liegen bereits deutlich zurück. Europa bleibt insgesamt stark betroffen, verteilt sich jedoch auf viele kleinere Einzelmaßnahmen statt auf wenige große Einschnitte.
Diese Zahlen sind auch deshalb relevant, weil sie auf Basis der Unternehmenssitze erhoben wurden. Global verteilte Belegschaften – etwa in Entwicklungszentren in Osteuropa oder Asien – tauchen in der Statistik somit oft nicht vollständig auf. Die tatsächlichen Effekte auf lokale Arbeitsmärkte dürften daher noch größer sein.
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Mein Kommentar zur Entlassungswelle in der Tech-Branche
Ah...die Tech-Branche. Einst für ihre großzügigen Vergünstigungen, innovative Kultur und Jobstabilität bekannt, stehen Unternehmen wie Google, Amazon und viele andere nun vor einigen Herausforderungen. So haben die anhaltenden Entlassungen und die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage dazu geführt, dass das Bild von Tech-Jobs als Traumkarrieren leider etwas getrübt wurde. Früher™ galten Jobs bei großen Tech-Unternehmen als sicherer Weg zu Wohlstand und Prestige. Doch leider ist das nicht mehr der Fall. Ein Problem bei solchen Statistiken ist natürlich immer, dass nicht ganz klar ist, welche Art von Jobs wegfallen. Sind es Stellen in der Verwaltung? Im Marketing oder doch in der Entwicklung?
Die Unsicherheit in der Branche hat allerdings dazu geführt, dass viele Arbeitnehmer nach stabileren Alternativen suchen, etwa im öffentlichen Sektor oder in weniger volatilen Industrien. Natürlich gilt immer noch: die Technologiebranche ist und bleibt ein wichtiger Motor für Innovation und Fortschritt. Doch auch sie muss sich weiterentwickeln und an die veränderten Erwartungen und Herausforderungen anpassen. Es wird wirklich spannend zu sehen, wie diese Unternehmen in den kommenden Jahren auf die neuen Realitäten reagieren werden. Ich bin schon sehr neugierig darauf, ob sie es schaffen werden, ihre Relevanz und Attraktivität für zukünftige Talente zu bewahren. Die glanzvollen Tage der großzügigen Benefits scheinen vorerst vorbei zu sein, aber die Branche hat immer noch das Potenzial, sich neu zu erfinden und zu wachsen.
Intel, Amazon, Microsoft – die Schwergewichte bauen massiv ab
Ein Blick auf die Unternehmen mit den größten Entlassungen 2025 verdeutlicht die Tragweite der aktuellen Entwicklung. Intel steht mit 33.900 gestrichenen Stellen an der Spitze – ein Einschnitt, der den tiefgreifenden Umbau des Halbleiterkonzerns unterstreicht. Der Fokus auf Foundry-Geschäft, Prozessknoten und staatlich geförderte Fertigung geht einher mit harten Einsparungen in anderen Bereichen.
Auch Amazon setzt den Sparkurs fort und kommt 2025 auf 20.009 Entlassungen, dicht gefolgt von Microsoft mit 19.215. Beide Unternehmen investieren massiv in KI-Infrastruktur und Cloud-Kapazitäten – Personalabbau und Technologiewachstum sind dabei keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Strategie. Weitere große Einschnitte verzeichnen Verizon (15.000), Tata Consultancy Services (12.365), Accenture (11.000), Panasonic (10.000) und IBM (9.000).
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Auffällig ist, dass viele dieser Unternehmen wirtschaftlich keineswegs in einer Krise stecken. Vielmehr werden Strukturen gestrafft, Hierarchieebenen abgebaut und Tätigkeiten automatisiert – insbesondere in Verwaltung, Support, Marketing und klassischen IT-Services.
Die zehn Tech-Unternehmen mit den größten Entlassungen 2025
Auch im Jahr 2025 setzen viele Technologieunternehmen ihren massiven Stellenabbau fort.
Besonders betroffen sind Konzerne, die sich in tiefgreifenden Restrukturierungs- oder Transformationsprozessen befinden.
Die folgende Übersicht zeigt die zehn Unternehmen mit den höchsten Entlassungszahlen weltweit.
Rang
Unternehmen
Entlassungen 2025
1
Intel
33.900
2
Amazon
20.009
3
Microsoft
19.215
4
Verizon
15.000
5
Tata Consultancy Services (TCS)
12.365
6
Accenture
11.000
7
Panasonic
10.000
8
IBM
9.000
9
Telefónica
7.000
10
ST
5.000
KI als expliziter Auslöser von Stellenabbau
Besonders brisant sind die Zahlen zu Entlassungen, die direkt mit KI- und Automatisierungsinitiativen begründet werden. Allein Amazon führt 2025 rund 14.000 Stellenstreichungen explizit auf den Einsatz von KI zurück. TCS (12.000), Accenture (11.000) und IBM (9.000) folgen mit ähnlichen Begründungen. Auch HP (6.000), Salesforce (4.000) und Duolingo (2.000) zählen zu den Unternehmen, bei denen KI-Projekte unmittelbar zu Personalabbau geführt haben.
Damit wird deutlich: KI wirkt 2025 nicht mehr nur indirekt als Effizienztreiber, sondern ersetzt in wachsendem Umfang konkrete Tätigkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Jobs, allerdings deutlich selektiver, höher qualifiziert und zahlenmäßig begrenzt. Der Nettoeffekt bleibt in vielen Unternehmen negativ.
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Top 10 KI-bedingte Entlassungen in der Tech-Branche 2025
Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung verändert 2025 ganze Unternehmensstrukturen.
Viele Unternehmen bauen gezielt Stellen ab, die durch KI-Systeme ersetzt oder stark effizienter abgebildet werden können.
Die folgende Tabelle zeigt die zehn Unternehmen mit den höchsten explizit KI-bezogenen Entlassungszahlen.
Rang
Unternehmen
KI-/Automatisierungsbedingte Entlassungen 2025
1
Amazon
14.000
2
Tata Consultancy Services (TCS)
12.000
3
Accenture
11.000
4
IBM
9.000
5
HP
6.000
6
Salesforce
4.000
7
Duolingo
2.000
8
Workday
1.750
9
OpenText
1.600
10
Autodesk
1.350
Dienstleister und Plattformen unter besonderem Druck
Bemerkenswert ist zudem, dass IT-Dienstleister, Beratungen und Plattformanbieter überproportional stark betroffen sind. Accenture, TCS, IBM, aber auch Anbieter wie Workday, OpenText, Autodesk oder LinkedIn stehen unter erheblichem Margen- und Automatisierungsdruck. Standardisierte Dienstleistungen, Reporting-Aufgaben oder First-Level-Support lassen sich zunehmend durch KI-gestützte Systeme ersetzen oder zumindest stark verschlanken.
Damit verschiebt sich die Nachfrage am Arbeitsmarkt weiter in Richtung hochspezialisierter Profile, etwa für KI-Training, Modellüberwachung, Sicherheit, Embedded-Systeme oder branchenspezifische Softwarekompetenz. Für viele klassische Tech-Rollen wird der Markt hingegen enger.
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Ausblick: 2026 ohne schnelle Entspannung
Die Daten für 2025 legen nahe, dass auch 2026 keine schnelle Erholung zu erwarten ist. Der Umbau der Tech-Industrie ist noch längst nicht abgeschlossen. Unternehmen investieren parallel Milliarden in KI-Infrastruktur, Halbleiter, Rechenzentren und Automatisierung und finanzieren diesen Wandel nicht zuletzt durch anhaltenden Personalabbau.
Die Entlassungswelle ist damit weniger Ausdruck einer kurzfristigen Krise als vielmehr Symptom eines tiefgreifenden Strukturwandels. Für Beschäftigte, Standorte und ganze Regionen bedeutet das: Der Wettbewerb um verbleibende Tech-Jobs wird härter, während Qualifikation, Spezialisierung und Branchenbezug zunehmend über Beschäftigungschancen entscheiden.
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Update vom 31.1.2025 zu den Entlassungen in der Techbranche
Die Turbulenzen, die 2024 im globalen Technologiesektor zu umfangreichen Stellenstreichungen führten, halten auch 2025 an. Nach weltweit 280.991 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren, setzt sich dieser Trend , mit bereits über 10.000 verlorenen Arbeitsplätzen im Technologiesektor seit Jahresbeginn fort. 2024 stande bei US-Unternehmen 157.950 Entlassungen mehr als die Hälfte dieser Kürzungen zu Buche.
Diese Entwicklung spiegelt einen allgemeinen Trend zu Einsparungen und einer Neuausrichtung nach Jahren des schnellen Wachstums wider. Die Einführung von KI-Technologien hat ebenfalls Unternehmensstrukturen verändert und zum Abbau ganzer Teams geführt. Die Krise im Tech-Sektor scheint sich von einer vorübergehenden Korrektur zu einer dauerhaften Realität zu entwickeln.
Basierend auf Datenquellen wie TrueUp, TechCrunch und Layoffs.fyi hat das Team von RationalFX die Unternehmen identifiziert, die 2024 einen erheblichen Teil ihrer Belegschaft entlassen haben. Diese Entwicklung betrifft nicht nur talentierte Einzelpersonen, sondern ganze Gemeinschaften, die auf diese vergleichsweise hohen Gehälter angewiesen sind.
Die 10 Tech-Unternehmen mit den meisten Entlassungen im Jahr 2024
Platz 10: PaytmDas indische Fintech-Unternehmen Paytm strich 5.000 Arbeitsplätze, um seine Kosten in einem zunehmend umkämpften Markt zu reduzieren.(Bild: Paytm)
Platz 9: ToshibaDer japanische Elektronikkonzern Toshiba baute 9.000 Stellen ab, was auf schwache Umsatzzahlen und Umstrukturierungen zurückzuführen ist.(Bild: Alexey Novikov @ AdobeStock)
Platz 8: SAPDas in Walldorf ansässige Softwareunternehmen SAP führte mit 9.500 Entlassungen die Kürzungen in Deutschland an. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Transformationsplans, der das Unternehmen auf Wachstum in den Bereichen KI und Cloud-Services ausrichten soll.(Bild: SAP)
Platz 7: CiscoDer Netzwerkriese Cisco aus Kalifornien entließ 8.000 Mitarbeiter, um sich besser auf den Wandel hin zu Softwarelösungen zu konzentrieren.(Bild: Cisco)
Platz 6: Li AutoDer chinesische Elektroautohersteller Li Auto strich 10.000 Arbeitsplätze, um seine Kosteneffizienz zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.(Bild: Li Auto)
Platz 5: TeslaTesla,eines der weltweit führende Unternehmen im Bereich Elektromobilität, hat 14.000 Stellen abgebaut, was den anhaltenden Druck auf den Automobilsektor unterstreicht.(Bild: Tesla)
Platz 4: SamsungDer südkoreanische Technologiekonzern Samsung hat im Jahr 2024 14.455 Stellen abgebaut. Diese Massenentlassungen spiegeln die Herausforderungen im globalen Smartphone- und Elektronikmarkt wider, die durch sinkende Nachfrage und verstärkten Wettbewerb verschärft wurden.(Bild: Samsung)
Platz 3: AmazonDer E-Commerce-Riese Amazon hat im Rahmen seiner umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen fast 15.000 Stellen gestrichen.Die Kürzungen verdeutlichen die Herausforderungen im Online-Handel und die verstärkte Fokussierung auf Effizienzsteigerungdurch Automatisierung und Künstliche Intelligenz.(Bild: gemeinfrei)
Platz 2: IntelDerChip-Gigant aus Kalifornien, Intel, musste sich von über 15.000 Mitarbeitern trennen. Diese Entlassungen markieren die größte Einzelmaßnahme des Unternehmens in diesem Jahr.fragwürdige Entscheidungen des Intel-Vorstands.(Bild: Ken Wolter)
Platz 1: DellDas texanische Unternehmen Dell, bekannt für seine Computer- und Serverlösungen, führt die Liste mit traurigen wie beeindruckenden 18.500 Entlassungen an. Die Kürzungen wurden als Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans bekanntgegeben.(Bild: Alexey Novikov @ AdobeStock)
Das Bild zeigt einen klaren Trend: Auch die größten und etabliertesten Technologieunternehmen sind nicht immun gegen wirtschaftliche Herausforderungen und strukturelle Veränderungen. Unternehmen wie Dell, Intel und Amazon, die traditionell als Branchenführer gelten, mussten 2024 in erheblichem Umfang Mitarbeiter entlassen. Auffällig ist, dass neben Hardware-Riesen wie Samsung und Toshiba auch Software- und Dienstleistungsunternehmen wie SAP und Microsoft betroffen sind.(Bild: Rational FX, TrueUp.io, Layoffs.fyi; TechCrunch, WARN databases)
Aus dem Schoß einer Lehrerfamilie entsprungen (Vater, Großvater, Bruder und Onkel), war es Martin Large schon immer ein Anliegen, Wissen an andere aufzubereiten und zu vermitteln. Ob in der Schule oder im (Biologie)-Studium, er versuchte immer, seine Mitmenschen mitzunehmen und ihr Leben angenehmer zu gestalten. Diese Leidenschaft kann er nun als Redakteur ausleben. Zudem kümmert er sich um die Themen SEO und alles was dazu gehört bei all-electronics.de.